MotoGP: Loris Capirossi Capirex, der "Alte Mann" im MotoGP-Zirkus

Mit 37 Lenzen ist Loris Capirossi der "Alte Mann" im MotoGP. Seine über 300 GPs stellen einen einmaligen Rekord dar, aber müde ist "Capirex" noch nicht.

Foto: 2Snap

Beim Saison-Auftakt in Qatar bestritt Loris Capirossi seinen 300. Grand Prix - eine unglaubliche Zahl! Das Rennen Nummer 301 in Jerez ging mit einem frühen Sturz in der Zielkurve gründlich schief, doch der kleine Italiener klopfte sich den Staub von der blauen Lederkombi und stapfte ganz selbstverständlich zur Box zurück, um weiterzumachen und übers nächste Rennen nachzudenken.

Wenn die Saison 2010 zu Ende geht, nimmt er 2011 in Angriff. Danach, sofern er seinen erstaunlichen, durch ein spezielles mentales Training und durch speziell auf die beim Motorradfahren benutzten Muskeln abgestimmten Übungen erreichten Fitnesslevel halten kann, geht er wieder an den Start. Knapp 40 ist er dann. Schon jetzt gibt es keinen in der Grand Prix-Geschichte, der mit Capirex' Rekord mithalten kann. Der 13fache Weltmeister Angel Nieto nicht, der zwischen 1964 und 1986 antrat. Und auch der mittlerweile verstorbene Halbliter-Privatfahrer Jack Findlay nicht, der 1958 mit einem 18. Platz am Nürburgring debütierte, 20 Jahre später genau dort abermals den 18. Platz
erreichte und bei seinem Rücktritt grinste: "18. am Nürburgring 1958 und jetzt abermals - das beweist, ich habe in 20 Jahren nichts gelernt!"
Loris Capirossi freilich hat alles gelernt und alles gemeistert, was man in diesem Sport erreichen kann. 302 Grand Prix, drei WM-Titel, eine Vizeweltmeisterschaft, 29 GP-Siege, 99 Podestplätze, 41 Pole Positions und 32 schnellste Rennrunden sprechen eine deutlich Sprache.

Der Italiener lebt schon seit Jahren in Monaco, wo er ein schönes Haus und eine Ferretti-Yacht besitzt. Capirex gilt als Muster-Profi mit intaktem Familienleben. Selbst das einzige imagegefährdende Ereignis, als er 1998 seinen Teamkollegen Harada abschoss, diesem so die Weltmeisterkrone verwehrte und sich selbst zum König der 250er krönte, haben Capirex die meisten Grand Prix-Fans längst verziehen. Wie lange er noch dabei bleiben will, weiß er selbst nicht. Sein Nahziel: Im dritten Jahr auf Suzuki endlich mit der Marke zumindest um Podestplätze mitkämpfen zu können.

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