Livio Suppo und Davide Tardozzi MotoGP und Superbike: Teamchefs verlassen Ducati

Doppelschlag bei Ducati: Sowohl der Moto GP-Teamchef Livio Suppo als auch sein Gegenstück in der Superbike-WM, Davide Tardozzi, verlassen den Rennstall aus Bologna.

Foto: Ducati

Suppo, 45, war seit Beginn des Grand-Prix-Engagements von Ducati dabei und verhalf  dem Hersteller zu viel Aufmerksamkeit, sei es durch den Aufsehen erregenden – und erfolgreichen –  Wechsel vom Reifenhersteller Michelin zu Bridgestone, sei es durch die Verpflichtung des späteren Weltmeisters Casey Stoner, die Suppo gemeinsam mit dem damaligen Ducati-Boss Federico Minoli einfädelte.

Und es sind genau die Marketing-Fähigkeiten von Suppo, die seinen neuen Arbeitgeber interessieren: Dem Vernehmen nach geht der 45-Jährige nämlich zum Honda-Rennstall HRC. Die Japaner laufen einem Titel in der Königsklasse seit Jahren hinterher, medienwirksam setzt sich nur das Duell Yamaha – Ducati in Szene. Jetzt zieht Honda die Konsequenzen und verpflichtet nicht nur den Italiener Suppo als Teamchef, sondern will auch die komplette Rennsport-Logistik neu aufbauen und weitere Manager austauschen – wohl in der Hoffnung, demnächst siegreiche Fahrer von Typ eines Casey Stoner oder Jorge Lorenzo zu verpflichten.

Bei Ducati reagiert man auf das Ausscheiden Suppos mit Bedauern, schließlich holte der Hersteller mit ihm und Casey Stoner im Jahr 2007 den bislang einzigen WM-Titel im Moto GP. Die neue Besetzung hat Ducati aber schon fertig: Das Moto GP-Team führen künftig Alessandro Cicognani, derzeit fürs Marketing verantwortlich, und der Testfahrer Vittoriano Guareschi, der nun auch Teammanager wird und besonders als starkes Bindeglied zwischen den Ingenieuren in Bologna und den Werksfahrern dienen soll.

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Foto: Ducati
Etwas anders liegt der Fall beim bisherigen Superbike-Sportchef Davide Tardozzi. Der war intern unter Druck geraten, als beim Rennen in Imola der Ducati-Werksfahrer Michel Fabrizio gewann und so seinem Teamkollegen Noriyuki Haga wertvolle Punkte wegschnappte. Die Weltmeisterschaft ging schließlich tatsächlich verloren, den Titel holte sich Ben Spies auf Yamaha, für Ducati blieb nur der Hersteller-Cup – ein schwacher Trost für die Bologneser. Mit seinem Rücktritt übernimmt nun der 50-jährige Tardozzi, früher selbst Superbike-Pilot, die Verantwortung.

Ducati hat auch für das Superbike-Team bereits einen Nachfolger ausgedeutet, Namen werden aber erst am Montag bekannt gegeben. Tardozzi wird von einigen italienischen Blogs bereits mit Aprilia als möglichem neuen Arbeitgeber in Verbindung gebracht, sagt aber selbst: "Mir liegen derzeit keine Angebote vor." 

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