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Nach sieben Jahren verabschiedet sich Valentino Rossi von Yamaha. 46 Grand-Prix-Siege und vier WM-Titel führten zu Ruhm und Ehre der Marke und Rossis. Die verschiedenen Modelle auf denen Rossi gesessen hatte sehen sie in dieser Foto-Show.

MotoGP: Valentino Rossi zurück zu Yamaha Der italienische Traum ist gescheitert

Die Erwartungen waren riesig, wurden am Ende aber zutiefst enttäuscht: Nach zwei erfolglosen Jahren im MotoGP verlässt der neunmaligen Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi das Ducati-Team und kehrt zu Yamaha zurück.

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Was vor zwei Jahren von den Medien als die „Erfüllung des italienischen Traums – ein italienischer Weltklassefahrer auf einem italienischen Motorrad – angekündigt worden war, hatte sich im Lauf der Zeit zum echten Alptraum entwickelt. Nur zweimal kam Italiens Nationalheld Rossi mit der Ducati aufs Treppchen und gab zu Protokoll, er finde einfach nicht das „richtige Feeling“ mit dem Vierzylinder aus Bologna. Als vergeblich entpuppten sich die vielen und am Ende regelrecht verzweifelten Versuche der Ducati-Ingenieure, das Motorrad Rossis Ansprüchen gemäß umzubauen, die von veränderten Federelementen über ein spezielles Getriebe bis hin zu einem nagelneuen Alurahmen reichten.

Die Zusammenarbeit hatte von Beginn an unter keinem guten Stern gestanden. Schon beim ersten offiziellen Test der Ducati Desmosedici, damals noch mit 800er-Motor, im November 2010 in Valencia – Rossi stand noch bei Yamaha unter Vertrag – kam der Italiener nicht über den zehnten Rang hinaus, mit einer Rundenzeit, die 1,8 Sekunden hinter dem Schnellsten lag. Im ersten Rennen 2011 in Quatar wurde Rossi Siebter, im Mai fuhr er in Frankreich im Regen zwar auf den dritten Platz, doch es sollte sein einziger Podestplatz in der gesamten Saison bleiben. Die Saison 2012, in der sämtliche Motorräder nun wieder mit 1000er-Motor starteten, ließ sich nicht besser an, obwohl die Ducati,wie von Rossi gefordert, einen Perimetrie-Rahmen aus Aluminium bekam. Rossi fuhr hoffnungslos hinterher, meist lagen sowohl sein Teamkollege Nicky Hayden als auch Rookie Stefan Bradl auf der Honda des Satellitenteams LCR deutlich vor ihm.

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Foto: 2Snap
MotoGP-WM 2012 Laguna Seca/USA: Nicky Hayden nahm seinen Teamkollegen Valentino Rossi mit an die Box.
MotoGP-WM 2012 Laguna Seca/USA: Nicky Hayden nahm seinen Teamkollegen Valentino Rossi mit an die Box.

Der Frust stieg, sowohl beim Rennfahrer als auch im Team, daran konnte auch ein zweiter Platz im Regenrennen von Le Mans nichts ändern, denn der blieb die große Ausnahme. Den Rest gab Rossi dann das jüngste Rennen in Laguna Seca, wo er ohne ersichtlichen Grund stürzte. Nach dem Lauf sagte er, er werde die Sommerpause nutzen, um über seine Zukunft zu entscheiden. Wie die ausfallen würde, lag bereits in der Luft: „Das Problem ist, dass wir trotz aller Bemühungen nicht besser werden. Wenn ich bei Ducati bleibe, ist das zwar eine echte Herausforderung, aber eine, die ich nur langfristig gewinnen kann.“ Dafür hätte Rossi Zeit gebraucht, und die hat er nicht mehr: Der Ausnahmepilot ist inzwischen 33, und er will dem Grand-Prix-Zirkus unbedingt beweisen, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Daher seine Entscheidung für Yamaha, wo ihn die von ihm selbst mitentwickelte M1, wenn auch in modifizierter Form, erwartet. Bei Yamaha hatte er bereits von 2004 bis 2010 unter Vertrag gestanden und in dieser Zeit vier WM-Titel geholt und insgesamt 46 Rennen gewonnen.

Yamahas Rennsportchef Lin Jarvis jedenfalls frohlockt: „Bereits im Juni hat Jorge Lorenzo bei uns für weitere zwei Jahre unterschrieben, jetzt haben wir einen Zwei-Jahres-Vertrag mit Rossi geschlossen. Damit haben wir das stärkste Team im ganzen MotoGP.“ Ducati gab die Trennung in einem kurzen Statement bekannt. „Wir wünschen Valentino Rossi alles Gute für die neue Herausforderung“, hieß es kurz und knapp. Wer den verwaisten Platz Rossis im Ducati-Team einnehmen wird, steht noch nicht fest. Die besten Chancen werden dem Italiener Andrea Dovizioso eingeräumt, der in diesem Jahr für ein Yamaha-Satelliten-Team fährt und sich Hoffnungen auf einen Platz im Werksteam gemacht hatte – doch den hat nun Rossi eingenommen.

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