Qualifying für den Grand Prix von Qatar abgesagt Donnerwetter statt donnernder Motoren

Heftige Gewitter und schwere Wolkenbrüche verwandelten den Wüstenstaat Qatar und die Losail-Rennstrecke am Samstagmorgen in eine Wasserlandschaft. Die Qualifikationstrainings aller drei Klassen wurden abgesagt.

Normalerweise regnet es selten oder nie in Qatar. Doch wo das Wetter weltweit verrückt spielt, macht auch der Wüstenstaat am Persischen Golf keine Ausnahme: Nachdem schon der MotoGP-Lauf des Jahres 2009 wegen eines Wolkenbruchs abgesagt und auf den Folgetag verschoben werden musste, warfen schwere Unwetter am frühen Samstagmorgen und am Samstagmittag den Zeitplan des Saisonauftakts 2017 abermals durcheinander. Am Samstagnachmittag hörte der Regen zwar auf. Doch weil an mehreren Stellen auch Stunden später noch meterbreite, zum Teil knöcheltiefe Bäche über die Strecke strömten, war ans Fahren nicht zu denken. "Sicherheit geht vor", erklärte Loris Capirossi, Safety Officer von Grand PRix-Promoter Dorna, nach der Absage der Qualifikations-Trainings am frühen Abend. In den Stunden zuvor hatten Dutzende von Arbeitskräften mit Besen und Gebläsen versucht, den Asphalt trocken zu fönen, doch der Einsatz blieb vergebens: Das Wasser sprudelte weiter wie aus Quellen aus dem Boden, weil bei der Konstruktion der Strecke niemand eine wirkungsvolle Drainage für notwendig gehalten hatte. In der Nacht zum Sonntag versuchten die Helfer, das Versäumte nachzuholen und an den kritischen Stellen Gräben zu ziehen. Im Falle leichter Nieselschauer soll gefahren werden, die Reifenhersteller Michelin und Dunlop haben erstmals Regenreifen nach Qatar mitgebracht. Doch wenn einzelne Streckenabschnitte abermals überflutet werden sollten, steht die ganze Veranstaltung auf der Kippe.

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