Sandro Cortese: positiver Blick in die Saison 2014 Sandro Cortese ist fit wie nie zuvor

Glänzender Laune zeigte sich Sandro Cortese bei der Präsentation seines Teams für die gemeinsame zweite Saison in der Moto2-Straßenweltmeisterschaft. Die Ergebnisse der ersten Vorsaison-Tests wecken große Erwartungen.

Foto: Glänzel/IntactGP

Das Jahr 2013 war ein schwieriges für Sandro Cortese – das erste für den Moto3-Weltmeister der Saison 2012 und für das neu gegründete IntactGP-Team in der Moto2-WM. Natürlich war klar, dass die Umgewöhnung vom zierlichen Moto3-Einzylinder auf den doppelt so schweren und doppelt so starken Moto2-Vierzylinder einige Zeit in Anspruch nehmen würde. Doch die Umstellung erwies sich als unerwartet schwierig. Dem Lichtblick mit ersten WM-Punkten bei den Rennen in Frankreich und Italien folgte eine karge Zeit, die schließlich in Brünn ihren Tiefpunkt erreichte, als Cortese stürzte und sich den rechten Unterarm brach. Zwar wurde die Verletzung mit einer Titanplatte schnell geflickt, der damals 23-Jährige verlor nur zwei Rennen und fuhr anschließend in Aragón mit Platz zehn sein bestes Saisonergebnis heraus. Dennoch: Platz 20 in der Jahreswertung war nicht das, was Sandro Cortese für sich und sein Team erwartet hatte.

Doch das ist jetzt abgehakt. Anfang März präsentierte Cortese sich und seine Mannschaft für die neue Saison, die am 23. März in Losail/Qatar beginnt, voller Stolz Freunden, Sponsoren und Medienvertretern. Erster Eindruck: Alles beim Alten. Die Rennmaschine sieht aus wie im Vorjahr, die Besetzung des Teams ist unverändert, Hauptsponsor Leonhard Chen, Besitzer des chinesischen Akkuherstellers Dynavolt, grüßt per Videobotschaft. Fast 300 Gäste hatten sich eingefunden, das macht schon mal 600 Daumen, die für Cortese gedrückt werden.

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Foto: Glänzel/IntactGP

Auf den ersten Blick scheint beim IntactGP-Team alles beim Alten zu sein

Doch es gibt kleine Veränderungen, die liegen im Detail. "Ich war froh, als im Dezember endlich die Titanplatte aus meinem Arm entfernt wurde – die hat mich schon ziemlich behindert", gibt Cortese jetzt zu. "Nachdem sie eingesetzt worden war, konnte ich praktisch kein Fitnesstraining mehr machen, nicht einmal Joggen. Die Erschütterungen hätten den Heilungsprozess beeinträchtigen können, zudem ist die Platte bei niedrigen Temperaturen eiskalt geworden. Das war sehr unangenehm. Ich hatte fast keine Muskeln mehr im rechten Arm und musste mit Zwei-Kilo-Hanteln anfangen, die wieder anzutrainieren." Jetzt stemmt er wieder 30-Kilo-Gewichte, ist so fit wie nie zuvor, was auch sein Konditionstrainer Peter Lehmann bestätigt. Nach seinen Zielen gefragt, gibt es kein Taktieren: "Wir sind sicher realistisch mit unseren Erwartungen – aber als Rennteam treten wir an, um zu gewinnen."

Auch seine neue Kalex, Modell 2014, sollte ihm dabei helfen. Dass die Maschine optisch fast unverändert ist, darf als gutes Zeichen gewertet werden. Heißt es doch, dass alle Sponsoren des ersten Moto2-Jahres an Bord geblieben und sogar noch neue hinzugekommen sind. Auch die technischen Verbesserungen, auf die Kalex-Konstrukteur Klaus Hirsekorn kurz einging, sind kaum zu sehen. Am auffälligsten wäre für geübte Beobachter noch die wuchtig wirkende, neue Hinterradschwinge, die sich jedoch am Einsatzmotorrad hinter einer schützenden Karbonblende versteckt. Sie ist deutlich steifer als die Vorversion und gibt Cortese das Fahrgefühl zurück, das er von der leichten Moto3-KTM gewöhnt war: "Die fuhr wie auf Schienen um den Kurs, die 2013er-Kalex hat sich dagegen viel mehr bewegt."

Wie gut Sandro Cortese mit der neuen Kalex zurecht kommt, lässt sich an den Ergebnissen der ersten Vorsaison-Testfahrten ablesen. Mit Platz fünf nach den Probefahrten in Valencia und Rang sechs nach denen von Jerez de la Frontera ist auch Teamchef Jürgen Linng sehr zufrieden: "Sandro konnte auch über längere Distanzen viele Runden hintereinander mit konstanten Zeiten fahren, das war schon sehr gut." Diese Rundenzeiten kamen übrigens unter sehr realistischen Bedingungen zustande. In der Moto2-Klasse sind Honda-Einheitsmotoren vorgeschrieben, die den Teams vom WM-Promoter Dorna erst bei den abschließenden Testfahrten kommende Woche in Jerez zur Verfügung gestellt werden. Deshalb benutzen einige Teams für die Probeläufe Honda-Triebwerke, wie sie in der Supersport-WM verwendet werden – die sind üblicherweise stärker als die Moto2-Aggregate. "Wir haben einen Moto2-Rennmotor aus der vergangenen Saison eingesetzt, den konnten wir am Jahresende kaufen", sagt Sandro Cortese. "Kann sein, dass der ein, zwei PS schwächer ist als die neuen Rennmotoren für 2014. Doch damit sollten meine Rundenzeiten recht aussagekräftig sein."

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