Dauertest Harley-Davidson VRSCA V-Rod

American Express

Der neu konstruierte Revolution-Motor von Harley torpedierte die V-Rod innerhalb von zwei Jahren über 50000 Kilometer. Jetzt offenbart er sich komplett zerlegt den Technikern.

Foto: Bilski
Keine Angst; Die V-Rod wird wieder zusammengebaut und fährt weiter.
Keine Angst; Die V-Rod wird wieder zusammengebaut und fährt weiter.
Das Gerücht war so unglaublich, dass niemand ihm Glauben schenkte. Im Mai 1999 machte es die Runde und sorgte für weltweite Erheiterung. Harley-Davidson, eine Firma, die Tradition verkörpert, mit Vorkriegstechnik Millionen scheffelt und die wohl eingefleischteste Fangemeinde der Welt um sich versammelt, wolle mit sämtlichen Konventionen brechen. Die sind schnell umrissen: V-Motor, zwei Ventile pro Zylinder, luftgekühlt, 45 Grad Zylinderwinkel. Selbst als die ersten Erlkönigfotos in MOTORRAD 1/2000 ein unförmiges, schwarz getarntes Etwas zeigten, das mit einer Harley so viel gemein hatte wie ein Lagerfeuer mit einer Ölzentralheizung, dachten die meisten noch an einen Karnevals-Gag.
Das hämische Grinsen verflog. Tatsächlich war der Startschuss für das Projekt schon 1996 gefallen. Im Juli 2001 präsentierte Willie G. Davidson der staunenden Welt in Kalifornien die V-Rod. Geduckte Linienführung, Rahmendesign scheinbar entnommen aus dem Handbuch für Schifffahrtsknoten, Scheibenräder, Unmengen Chrom sowie poliertes Aluminium – eine Skulptur wie aus dem Vollen gefräst. Highlight zweifelsfrei ist der so genannte Revolution-Motor: kurzhubig ausgelegt, 117 PS, Drehzahlen bis 9000/min, wassergekühlt, vier Ventile pro Zylinder, je zwei oben liegende Nockenwellen, die von hydraulisch gespannten Ketten angetrieben werden, und vor allem: 60 Grad Zylinderwinkel – für die Harley-Welt mit der Landung eines Ufos vergleichbar.
Am 16. Mai 2002 war es so weit: Die amerikanische Skulptur bereicherte fortan den MOTORRAD-Dauertestfuhrpark. Ziel: 50000 Kilometer abspulen. Und wurde von einer Horde Skeptiker umkreist. 9000 Umdrehungen bei ’ner Harley. Ha! Jeder der 100 Millimeter dicken Kolben legt in der Minute bei 72 Millimeter Hub rund 1,3 Kilometer in seiner Laufbuchse zurück. Die mittlere Kolbengeschwindigkeit beträgt 21,6 m/s oder 77,8 km/h, errechnete ein Zahlenfreak. Auch die 103 PS Literleistung sind amerikanisches Neuland. Eingefleischte Harley-Jünger mussten sich bis dato jahrzehntelang mit 47 PS Literleistung begnügen. Die V-Rod war keine David-, sondern vielmehr eine Goliathson. Konnte das auf Dauer gutgehen?
Schon die erste Eintragung im Fahrtenbuch verriet äußerste Skepsis: Extreme Hitzeabstrahlung, Lüfter läuft permanent, Außentemperatur lediglich 28 Grad – da werden wir diesen Sommer viel Spaß haben. Der Mann war Seher. Der Sommer heiß. Tatsächlich unterzog sich der Lüfter auf der gesamten Distanz einem ungewollten Dauertest. Und zwar jahreszeitenunabhängig. Sobald man im Stop-and-go-Verkehr weilte oder eine 30-km/h-Zone durchschlich, lief er konstant. Hielt jedoch durch. Ernste thermische Probleme gab es keine. Aber zwölf Eintragungen aufgrund des Lüfters. Auch die stilistisch attrakti-
ven Aluminiumguss-Scheibenräder waren mehrere Eintragungen wert – einige bemängelten den enormen Pflegeaufwand, andere attestierten der V-Rod erhöhte Seitenwindempfindlichkeit.
Seitenwind – was soll’s, wird sich da mancher Harley-Feak sagen, bei Regen oder Sturm fahre ich eh nie. Dachten
sich vielleicht auch die Konstrukteure der V-Rod. So kommt es, dass die Abdichtung verschiedener Bauteile nur halbherzig
ausgeführt ist. Fatal im Fall der vorderen Bremse. Durch mangelhaften Schutz
können Wasser und Schmutzpartikel den Kolben des Hauptbremszylinders blockieren. Folge: wandernder Druckpunkt bis zum Totalausfall der vorderen Bremse. Zwischen Kilometerstand 12270 und 15970 ging der Druckpunkt fröhlich auf Wanderschaft, mehrmaliges Entlüften der vorderen Bremsanlage brachte keine Besserung. Das Problem wurde erst mit einem Reparatursatz des Hauptbremszylinders behoben. Trat kurzzeitig bei Kilometerstand 48607 jedoch erneut auf.
Das Lenkschloss erlag ebenfalls dem Sprühregenteufel. Durch eine Bohrung drang Feuchtigkeit ein und kultivierte idealen Nährboden für Rost. Bei Kilometerstand 29185 wurde es auf Garantie gewechselt. Ein weiterer Wasserschaden betraf die laut Harley wartungsfreien Nylon-Buchsen, in denen das Schalt- und Bremsgestänge gelagert ist. Sowohl Schalt- als auch Bremshebel arretierten unfreiwillig. Bei Kilometer 41546 wurden die Buchsen Ende Januar 2004 zusammen mit den
hinteren Radlagern auf Garantie ausgewechselt. Merkwürdigerweise mussten die Schalthebelbuchsen ein Vierteljahr später, Tachostand 45882, nochmals getauscht werden. Wieder blockierte der Schalthebel unfreiwillig, die Wahl des richtigen Gangs geriet zum Pokerspiel.
Ein Ärgernis ganz anderer Art be-
reitete die hypochondrische Tankanzeige. Laut Werksangabe fasst der im Rahmendreieck unter der Sitzbank positionierte Tank 15,1 Liter. Bei dem von MOTORRAD ermittelten durchschnittlichen Landstraßenverbrauch von 5,6 Liter auf 100 Kilometer, oder dem Durchschnittsverbrauch von 6,1 Liter über die gesamte Testdistanz wären Reichweiten zwischen rund 245 und 270 Kilometer drin. Spätestens nach 150 Kilometern schickte der im tiefroten Bereich weilende Kontrollzeiger der Benzinuhr seine Fahrer jedoch an die Zapfsäule. Kaum jemand, der dann mehr als zehn Liter nachfüllte. Der ungewollte Rekord lag bei 14,07 Litern. Fazit also: Gemäß Harley-Kontrolleinheit sind rund 100 Kilometer auf Reserve eingeplant.
Vielen Beifahrern kamen häufige Tankstopps freilich entgegen. Das flache Sitzkissen und der Beinwinkel sind eine ausgewachsene Katastrophe. Doch auch die Fahrer freuten sich über Pausen. Durch die gestreckte Sitzposition und den Notstand, sich nirgends gegen den Winddruck abstützen zu können, gestaltet sich V-Rod fahren oberhalb von Tempo 130 als äußerst Kräfte zehrend und ermüdend. Welch Schande, schwingt sich der American Express doch lässig zu 220 km/h Topspeed auf. Wer’s knallen lässt, durchstößt nach 3,7 Sekunden die 100er-Schallmauer, rund 15 Sekunden vergehen bis 200 km/h. Dieser Motor gehört in ein anderes Fahrwerk, war häufig im Fahrtenbuch vermerkt. Viele waren positiv überrascht, wie locker-flockig sich 285 Cruiserkilo ums Eck knicken lassen. Zumindest so lange, bis die untere der beiden Sidepipes die Schrägliegenden maßregelt.
Ja, der Motor. Die Revolution-Engine. Ein direkter Abkömmling des VR-1000-Superbike-Renntriebwerks. Gemeinsam – und da staunte die Fachwelt – mit Porsche entwickelt. Und vom ersten bis zum letzten Tag verlässlich. Egal, ob 38 Grad im
Schatten oder zugeschneit und von den Klauen der Kälte gefesselt – stets reichte ein Druck aufs Knöpfchen, und er blubberte beschwingt drauflos. Mit einer Ausgleichswelle ausgestattet und über Silentblöcke mit dem Rahmen verschraubt, schnurrt der V2 bis 5000/min wie ein Schmusekätzchen und spannt anschließend stahlharte Muskeln. Ein schieres Wunder an sehniger Kraftentfaltung und samtiger Laufkultur über den gesamten Drehzahlbereich. V-Rod fahren, so sagte mal jemand, sei wie sahnige Eiskrem genießen oder sich in ein besonders flauschiges Handtuch einwickeln: ein Fest für die Sinne. Geben wir ihm Recht.
Zu guter Letzt ist es allerdings rum mit dem Fest der Sinne. Während der Abschlussmessung pendelt die Maschine oberhalb von 180 km/h wie eine Forelle in der Strömung. Ein Blick ins Fahrtenbuch offenbart auf den letzten 10000 Kilometern zwei Hinweise auf ein defektes Lenkkopflager. Dies bestätigt sich nach dem Zerlegen des Fahrwerks. Zusammen mit den festgegangenen Schwingenlagern lässt sich damit nachvollziehen, wo die einst gelobte Fahrstabilität ihr Ende fand. Und das, obwohl der Wartungsplan bei 48000 Kilometern die Kontrolle beider Bauteile vorsieht.
Weiteres zum Thema Schlachtfest. Vergessen sind Porsche-Swing oder Harley-Image. Was zählt, sind Fakten. Und die
ernüchtern. Stichwort Korrosion. Die Lackqualität lässt überall zu wünschen übrig. Beinahe sämtliche Schrauben präsentieren sich in einem optisch miserablen Zustand, aus vielen Schweißnähten am Rahmen bricht Rost hervor. Die Aluminium-
Scheibenräder sehen aus, wie mit Salzsäure bespritzt. 20665 Euro verlangt der freundliche Harley-Händler für die amerikanische Stilikone. Sagt einem aber nicht, dass man möglichst nur bei Sonnenschein fahren sollte.
Wenigstens ist der Motor jeden Cent wert. Zwei leichte Undichtigkeiten wurden auf Garantie behoben: bei Kilometerstand 27669 verlangte die Motorentlüftung nach einer außerplanmäßigen Dichtung, bei 39882 wurde der Zulaufschlauch für den Ölkühler getauscht. Nahezu taufrisch, als wären sie eben erst zusammengebaut,
präsentieren sich die Innereien. Abgesehen von einer verschlissenen Kupplung – durch verschiedene Messungen bei MOTORRAD außerordentlich belastet (Anmerkung der Redaktion) – liegen die meisten Teile innerhalb der Verschleißgrenze und können
wieder verwendet werden. Allerdings sind die Auslassventilführungen konisch aufgeweitet, ihre Verschleißgrenze ist er-
reicht. Die Sitze der Auslassventile sind
von Brandspuren vernarbt. Und auch die
Pleuel- und Hauptlagerschalen zeugen von der Laufleistung.
Nach dem Tausch der Teile samt neuen Kupplungsbelägen und Einschleifen der Ventile heißt es: zusammenbauen und weiterfahren. Der American Express steht bereit für die nächsten 50000 Kilometer. Fans, die es stilecht lieben, haben die
minderwertigen Schrauben eh längst getauscht und ihre Liebste mit allerlei Zierrat aus dem 757 Seiten prallen Zubehör-
katalog verschönt. Oder fahren tatsächlich nur bei V-Rod-Wetter: 22 Grad. Kein Wind. Regenwahrscheinlichkeit: null Prozent.
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Zustand nach 50.000 km

Zylinderkopf: alle Ventile dicht, Auslassventile mit Brandspuren, Auslassventilführungen leicht konisch und an der Verschleißgrenze, Nockenlaufflächen und Nockenwellen-Lagerstellen in sehr gutem Zustand.
Zylinder, Kolben, Kurbeltrieb: Sowohl Haupt- als auch Pleuellagerschalen (deutliche Laufspuren) sollten getauscht werden. Kolben, Kolbenringe, Kolbenbolzen und Pleuelaugen mit geringen Laufspuren.
Kupplung: Korb und Nabe sind in sehr gutem Zustand. Die Reibscheiben sind allerdings verschlissen, die Stahlscheiben verzogen und blau angelaufen. Sie müssen ersetzt werden.
Getriebe: Leichte Laufspuren an einer Aluminium-Schaltgabel. Getrieberäder mit sehr gutem Laufbild. Schaltwalze ebenso wie Stahl-Schaltgabeln in gutem Zustand.
Fahrwerk: Korrosion an Schweißnähten, abplatzender Lack an den Fußrastenhaltern. Schrauben fast alle korrodiert. Das Lenkkopflager zeigt deutliche Laufspuren (Rastmarken) und muss ausgetauscht werden. Beide Schwingenlager sind fest und austauschreif. Die Aluminium-Scheibenräder sind durch Winterbetrieb stark korrodiert. Am Zahnriemenrad löst sich die Hartchromschicht an sämtlichen Zähnen.

Harley nimmt Stellung...

...zur Tankanzeige, die bei noch halb vollem Tank Reserve anzeigt.
Die Tankanzeige ist auf eine sichere Reserve ausgelegt. Der Fahrer soll frühzeitig darauf aufmerksam gemacht werden, demnächst eine Tankgelegenheit anzufahren. Die Tankanzeige ist nicht lastabhängig. Das bedeutet, dass bei einem höheren Verbrauch unter
Volllast dem Fahrer weniger Laufleistung
zur Verfügung stehen würde. Das ist mit ein-
kalkuliert worden.
...zum Lüfter, der oft anspringt.
Eine Auffälligkeit hinsichtlich der Flüssigkeitskühlung und damit verbundene thermische Probleme sind uns von der V-Rod nicht
bekannt.
...zum defekten Lenkschloss.
Laut unseren Informationen ist das ein außergewöhnlicher Defekt für diesen Fahrzeugtyp.
...zur mangelhaften Verarbeitung.
Wir möchten diesbezüglich auf die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs und speziell auf die Pflegehinweise verweisen. Grundsätzlich sind die Verschraubungen sehr hochwertig verzinkt. Gegenüber den anderen – verchromten oder lackierten – Baugruppen stellen Sie das »unedlere« Material dar, das
im Fall eines Umwelteinflusses in der Regel zuerst angegriffen wird.
...zum wandernden Druckpunkt der Vorderradbremse.
Hinsichtlich des Druckpunkts des Vorderradbremssystems ist das ein außerge-wöhnlicher Defekt für diesen Fahrzeugtyp.
Diesbezüglich sind uns keine weiteren
Probleme bekannt.
...zu den verschlissenen Schalt- und Fußbremshebelbuchsen.
In Bezug auf die Buchsen von Schalt-
hebel beziehungsweise Fußbremshebel
liegen uns keine Informationen über
einen außergewöhnlichen, frühzeitigen
Verschleiß vor.
...zu den festgegangenen Schwingen-
lagern und dem verschlissenen Lenk-kopflager.
Bezüglich des Lenkkopflagers, bei dem
wir eine korrekte, auf Werksangaben
basierende Einstellung voraussetzen, sind uns Defekte im Bereich Lenkkopflager
bislang nicht bekannt geworden. Bei
der Schwingenlagerung liegen uns keine
weiteren Informationen wegen eines
Defektes vor. Eine Prüfung der Schwingenlagerung in Verbindung mit der Demontage wird bei einer Laufleistung von 48000
Kilometern von Harley-Davidson im Rahmen des Inspektionsplans vorgeschrieben.

Lesererfahrungen

10000 Kilometer, null Probleme, 100 Prozent Spaß. Die
V-Rod ist meine achte Harley und mit Abstand das Tollste, was
HD je auf zwei Räder gestellt hat. Die lümmelige Sitzposition, der Super-Duper-Sahne-Motor, die rattenscharfe Optik, das für eine Harley nahezu spielerische Handling – eine einmalige Mischung. Nachteile gibt es auch: Man putzt sich einen Wolf, der viel zu
lütte Tank – das war’s. Okay, ein ABS könnte sie auch haben. Aber: Fragt jemand bei Claudia Schiffer, ob sie kochen kann?
Ernst Baader
Ich habe eine V-Rod der ersten Stunde und 16000 Kilometer zurückgelegt. Davon viele Bergstrecken in den Schweizer
Alpen, zwei- bis fünftägige Touren durch Frankreich und in Tirol. Die Sitzposition ist für mich (1,78 Meter) ideal. Die Fläche des Beifahrersitzes ist zu klein, der Abstand vom Fahrer zur Sissybar zu eng. Außerdem sind die Fußrasten zu hoch angesetzt. Durch den Anbau einer Fußrastenverlängerung ist es etwas besser geworden. Die V-Rod hat einen der besten Motoren, die ich je gefahren bin. Mit respektablem Schub schon ab 3000/min und immer genügend Dampf für Überholmanöver. Bis auf eine defekte Dichtung der Wasserpumpe habe ich keine Probleme gehabt. Die Verarbeitungsqualität ist gut, ich bin von der V-Rod begeistert.
Urs Berger
Ich bin 28 Jahre und gehöre zur der Personengruppe, die sich mit dem Motorrad einen großen Traum erfüllt und dafür ein Jahrzehnt gespart hat. Bis auf die mangelnde Soziustauglichkeit und das kippelige Fahrverhalten beim langsamen Kurvenfahren bin ich mit der V-Rod super zufrieden. Die amerikanische Schweiß- beziehungsweise Lackierkunst lässt allerdings zu wünschen übrig. Nach zirka vier bis fünf Monaten kam bei mir die braune Soße aus zehn bis fünfzehn Schweißnähten unterhalb der Sitzbank sowie unterhalb des Luftfilters herausgelaufen. Der Harley-Händler in Sittard, Niederlande, hat sich für mich eingesetzt, so dass ich einen neuen Rahmen bekam. Dieser wurde vorsichtshalber mit einer aufwendigen Pulverbeschichtung versehen. Nach vier Monaten musste ich feststellen, dass sich ein Sicherungshalter an einer Stelle abgelöst hatte und wiederum der braune Dreck hervorkroch. Bezüglich der miesen Verarbeitungsqualität habe ich jetzt Harley in den USA angeschrieben und warte auf deren Stellungsnahme. Ansonsten, wie gesagt, bin ich mit dem Motorrad sehr zufrieden.
Christian Krämer
Als ich das erste Foto der V-Rod sah (in MOTORRAD), war ich begeistert. Hätte bis zu diesem Zeitpunkt geschworen, mir nie eine Harley zu kaufen. In einem Jahr habe ich 15000 problemlose Kilometer abgespult und den Kauf nicht eine Sekunde bereut. Überzeugend für mich war neben der Optik vor allem die Motorcharakteristik, das klasse Fahrwerk sowie die Top-Verarbeitung.
Im Solobetrieb absolut langstreckentauglich – zumindest für
meine Größe (1,70 Meter). Und für das Gewicht und den langen Radstand sehr handlich. Kritik gibt’s aber auch: Der Tank könnte ein paar Liter mehr fassen. Na ja, und die Schräglagenfreiheit könnte bei der Leistung ruhig größer sein. Ja, und so bin ich
Harley-Fan geworden. Übrigens: Da die schöne Linie der V-Rod mit Seitentaschen zerstört wird, fahre ich auf Langstrecken mit dem Speedpack von Bags-Connection. Tolle Qualität – sitzt wie angegossen und ist leicht zu befestigen.
Dieter Quast
Ich fahre seit 2003 eine Harley-Davidson V-Rod (12000
Kilometer). Der durchzugsstarke Motor und die insgesamt mo-
derne Technik überzeugen durchweg, ebenso die einwandfreie Verarbeitungsqualität. Lediglich der Lack der V-Rod 100th Edition neigt zu unschönen Abstreifungen. Das stabile Fahrwerk er-
möglicht auch Fahrten bei Höchstgeschwindigkeit, wobei Tempi
über 180 auf Dauer ohne Windabweiser nerven, sofern man
sich nicht auf dem Tank auflegt. Mit meinen 1,85 Metern ist die
Maschine wie für mich gemacht; Personen von 1,70 bis zirka
1,90 Meter sitzen auch auf längeren Fahrten gut. Nachteilig sind die hohen Inspektions- und Teilekosten. Die V-Rod ist ein teurer Spaß, der nicht für jeden lohnt. Dafür erweist sich das Bike als gutmütiger, treuer Begleiter in jeder Situation. Durch den breiten Lenker und die schmale Form lassen sich die 280 Kilogramm
auch im engen Tübingen durch Staus bugsieren (ich bin nämlich noch Student).
Falk W. Müller

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