Anprobe

Passgenaue Lederkombis bieten nicht nur den besseren Schutz als zu enge oder viel zu weit geschnittene Exemplare, sondern sie erhöhen außerdem das Wohlbefinden und die Konzentrationsfähigkeit des Fahrers. Deshalb sollten sich Käufer viel Zeit für eine ausgiebige Anprobe nehmen und einigen Details besonders viel Aufmerksamkeit schenken.Grundsätzlich gilt, dass die Kombi nicht im Stehen, sondern in Fahrhaltung passen muss. Das bedeutet für Sportler stark angewinkelte Knie, weit vorgebeugter Oberkörper und vorgestreckte Arme. Im Notfall genügt zur Anprobe ein Stuhl, auf dem der Kunde die Fahrhaltung nachahmt. Weit besser ist es allerdings, sein Privat-Motorrad vor den Laden zu stellen und direkt am »Arbeitsplatz« zu testen.Richtig sitzende Lederkombis werfen auf dem Motorrad im Brust und Schulterbereich weder Falten, noch spannen sie im Rücken oder drücken bei vorgebeugter Haltung gegen den Kehlkopf. Außerdem sollten alle Protektoren verrutschsicher und ohne zu drücken an den vorgesehenen Körperpartien sitzen. Besonders anfällig für Druckstellen zeigen sich unflexible Hüftprotektoren und schlecht sitzende Knieschalen, die beim Fahren schmerzhaft gegen Kniescheibe oder Patellasehne drücken. Das Problem vieler Ellbogenprotektoren ist der im Armbereich zu großzügige Schnitt, der bei allen »Nicht-Schwarzeneggern« dazu führt, dass die Protektoren verrutschen können.Stretchzonen im Rücken, Knie- und Schulterbereich sowie an anderen Stellen helfen zwar die Passform zu verbessern, doch sollten sie in der Fahrhaltung nicht mehr als etwa ein Drittel ihres Dehnvermögens verlieren. Bei Arm- und Beinabschlüssen ist darauf zu achten, dass sie eng anliegen und ausreichend lang ausfallen. So enden die Kombis im Idealfall wenige Zentimeter oberhalb der Fußknöchel sowie im Bereich des Handgelenks.Eine Anprobe macht selbstverständlich nur dann Sinn, wenn Käufer die beim Fahren am häufigsten getragene Unterbekleidung mitbringen sowie den eventuell zusätzlich verwendeten, eigenen Rückenprotektor zum Drunterziehen. Wenn sich nach reichlich Suchen und Probieren keine passende Kombi von der Stange findet, bleibt sicherheitsbewussten Motorradfahrern nur der Gang zum Fachhändler, um sich für ein paar Euro mehr eine Maßkombi schneidern zu lassen.

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