(Archivversion) Wo liegen die Gefahren beim Motorradfahren mit korrekter Schutzbekleidung bei großer Hitze?<br /><br /> Unter einer korrekten Schutzkleidung verstehe ich <br /><br /> einen Anzug mit maximalem Verletzungsschutz. Und der besteht nach wie vor aus geeignetem Leder mit eingearbeiteten Protektoren. Dies bedeutet jedoch an heißen Tagen, dass je nach Fahrsituation eine physiologische Temperierung des Körpers nicht mehr erfolgen kann. Stattdessen kommt es zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Aufheizung. Starkes Schwitzen beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden stark, sondern führt auch zu einer zunehmenden Kreislaufbelastung. Darunter leidet die aktive Fahrsicherheit, indem sowohl <br /><br /> Konzentration als auch Reaktionszeit und Reaktionsqualität extrem beeinträchtigt werden können.<br /><br /> Sind die luftigen Sommeranzüge aus textilem Material bei hohen Temperaturen eine empfehlenswerte Alternative?<br /><br /> Sommeranzüge sind insofern eine Alternative, als sie die aktive Fahrsicherheit unterstützen und somit das Unfall- und Sturzrisiko verringern.<br /><br /> Wie steht es mit der passiven Sicherheit?<br /><br /> Was die passive Sicherheit anbelangt, müssen ganz klar Abstriche hingenommen werden, die zunächst mal zu einer Stärkung des Bewusstseins im Sinne einer defensiven Fahrweise führen sollten. Aber auch luftige Sommeranzüge können durch die <br /><br /> Ausstattung mit Protektoren und abriebfesten Textil- und Armierungsfasern gegenüber <br /><br /> Anprall- und Schürfeinwirkungen einen nennenswerten, je nach Unfallgeschehen auch sehr effizienten Verletzungsschutz bieten.<br /><br /> Eine gute Belüftung ist bei Temperaturen über 30 Grad sicher wünschenswert. Besteht <br /><br /> jedoch nicht die Gefahr von Zugluft oder gar Unterkühlung, wenn man mit solcher Bekleidung längere Strecken bei niedrigeren Temperaturen absolviert? <br /><br /> Die Gefahr von Zugluft und Unterkühlung besteht insbesondere dann, wenn man schon schwitzt, bevor der kühlende Fahrtwind wirkt. Deshalb sollte man unmittelbar nach dem Anziehen der Schutzkleidung mit mehr oder weniger geöffneten Belüftung

Wo liegen die Gefahren beim Motorradfahren mit korrekter Schutzbekleidung bei großer Hitze?
Unter einer korrekten Schutzkleidung verstehe ich
einen Anzug mit maximalem Verletzungsschutz. Und der besteht nach wie vor aus geeignetem Leder mit eingearbeiteten Protektoren. Dies bedeutet jedoch an heißen Tagen, dass je nach Fahrsituation eine physiologische Temperierung des Körpers nicht mehr erfolgen kann. Stattdessen kommt es zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Aufheizung. Starkes Schwitzen beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden stark, sondern führt auch zu einer zunehmenden Kreislaufbelastung. Darunter leidet die aktive Fahrsicherheit, indem sowohl
Konzentration als auch Reaktionszeit und Reaktionsqualität extrem beeinträchtigt werden können.
Sind die luftigen Sommeranzüge aus textilem Material bei hohen Temperaturen eine empfehlenswerte Alternative?
Sommeranzüge sind insofern eine Alternative, als sie die aktive Fahrsicherheit unterstützen und somit das Unfall- und Sturzrisiko verringern.
Wie steht es mit der passiven Sicherheit?
Was die passive Sicherheit anbelangt, müssen ganz klar Abstriche hingenommen werden, die zunächst mal zu einer Stärkung des Bewusstseins im Sinne einer defensiven Fahrweise führen sollten. Aber auch luftige Sommeranzüge können durch die
Ausstattung mit Protektoren und abriebfesten Textil- und Armierungsfasern gegenüber
Anprall- und Schürfeinwirkungen einen nennenswerten, je nach Unfallgeschehen auch sehr effizienten Verletzungsschutz bieten.
Eine gute Belüftung ist bei Temperaturen über 30 Grad sicher wünschenswert. Besteht
jedoch nicht die Gefahr von Zugluft oder gar Unterkühlung, wenn man mit solcher Bekleidung längere Strecken bei niedrigeren Temperaturen absolviert?
Die Gefahr von Zugluft und Unterkühlung besteht insbesondere dann, wenn man schon schwitzt, bevor der kühlende Fahrtwind wirkt. Deshalb sollte man unmittelbar nach dem Anziehen der Schutzkleidung mit mehr oder weniger geöffneten Belüftungseinlässen losfahren. Wie bei der Klimaanlage im Auto sollte die Luftkühlung allerdings nicht gleich maximal, sondern »homöopathisch« dosiert werden.
Sinken die Temperaturen bei längeren Ausfahrten deutlich ab, ist darauf zu
achten, dass die Kleidung so dicht wie
möglich verschlossen werden kann. Und
im Zweifelsfall eine Zwischenbekleidung, beispielsweise ein Windstopper-Shirt, einziehen oder auf eine andere Schutzkleidung umsteigen. Wichtig ist vor
allem, dass die Nierengegend sowie der Schultergürtel- und Halsbereich vor Zugluft geschützt sind.
Wie sieht aus der Sicht des Unfallforschers die ideale Motorradbekleidung für heiße Tage aus?
Sommertaugliche Schutzkleidung ist ein Kompromiss, bei dem die Aufgabenteilung im Vordergrund steht. Dies gelingt am besten mit drei oder vier Schichten. Als direkte Körperschicht
sollte die Unterwäsche nicht aus feuchtigkeitspeicherndem Material wie Baumwolle bestehen, sondern die Feuchtig-
keit weitertransportieren. Darauf folgt die Schuppenschicht mit Protektoren an allen Sturz- oder unfallexponierten Körperstellen, die im Einwirkgeschehen lagestabil an der zu schützenden Körperstelle verbleiben müssen. Die Außenschicht sollte mit einer regulierbaren Belüftung versehen sein und einigermaßen vor Regen schützen. Diese Funktion könnte auch eine unter der Außenschicht getragene Funktionsmembran übernehmen.

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