Auf dem Prüfstand EINGESCHLAGEN

Die gute Nachricht zuerst: Echte Versager gibt es in diesem Test nicht. Einzig der Ellbogen-Protektor aus der FLM-Kombi ist mit 35,6 Kilonewton (kN) Restkraft grenzwertig. Um die Güte der Protektoren zu beurteilen, hat MOTORRAD den TÜV Rheinland beauftragt, die Restenergie in Anlehnung an die Norm EN 1621-1 durch insgesamt drei Schläge in verschiedene Zonen der Protektoren (Zentrum, mittlerer Ring, Randbereich) zu ermitteln. Bei diesem Schlagtest trifft ein Fünf-Kilo-Fallkörper aus einem Meter Höhe auf den Protektor. Sensoren zeichnen die Restkräfte auf, die im Mittel 35 kN (kein Einzelschlag über 50 kN) nicht überschreiten dürfen. Die Mittelwerte sind in der Tabelle unten gelistet.
Obwohl sich die Protektoren bis auf die erwähnte Ausnahme im erlaubten Rahmen bewegen, zeigt sich dennoch, dass Neuentwicklungen auf diesem Sektor mit besonders guten Ergebnissen beeindrucken können. Vor allem die neueste Protektorengeneration von Sas-Tec (eingesetzt unter anderem in der Büse- und Probiker-Kombination) erreicht Ergebnisse, die den mittlerweile zehn Jahre alten Grenzwert in weite Ferne rücken lassen. Sie erfüllt teilweise sogar die viel strengere Vorgabe für Rückenprotektoren (maximal 18 kN).
Von den fünf Test-Kombis waren bereits mehr als die Hälfte mit Weichschaumprotektoren ausgestattet. Nur Polo rüstet seine FLM-Kombination noch mit Hartschaumprotektoren aus EPS (bekannt unter dem Handels-namen Styropor) aus. Neben den besseren Schlagdämpfungswerten zeigt die Grafik einen weiteren Vorteil der Weichschaum-Protektoren gegenüber Pendants aus Hartschaum auf: Anstelle eines schnellen, steilen Kraftanstiegs können sie die einwirkende Kraft besser über die Zeit verteilen und hohe Kraftspitzen vermeiden.

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