Ausprobiert: Boeri Titanium RS 01 (Archivversion) Stirnrat

Einen völlig neuen Ansatz zur Visieraufhängung fand Boeri beim 699 Mark teuren RS 01 (Importeur: Götz, Telefon 07476/933150). Das Visier wird über ein zentrales Scharnier in Stirnhöhe geführt, die Betätigung erfolgt ebenfalls an dieser Stelle durch einen Schieber. In der Praxis bietet diese Lösung jedoch kaum Vorteile. Die Bedienung verlangt Gewöhnung. Der Biker tappt sich mit den Fingern an die Stirn, bis er den Schieber endlich findet. Das Visier kennt nur drei Stellungen: geschlossen, ein bißchen geöffnet und ganz offen. Wobei sich in letzterer Position das Visier noch störend im Gesichtsfeld befindet. Ohnehin verzerrt das gewölbte Visier auch in geschlossenem Zustand ein wenig. Die fragil wirkende Plastik-Mechanik mit vielen Gelenken erwies sich als ziemlich widerstandsfähig, sie übersteht auch problemlos ein Öffnen des Visiers bei Tempo 130. Ein Vorteil der ungewöhnlichen Bauweise soll eine geringe Geräuschentwicklung durch das Fehlen der seitlichen Abdeck-Klappen für die Visiermechanik sein. Zu den leisen Helmen zählt der Boeri trotzdem nicht, denn durch die im Ohrbereich nach unten ziemlich offene Polsterung dringen Windgeräusche recht laut zu den Ohren. Paßform und Tragekomfort sind zufriedenstellend. Die Belüftung funktioniert wie bei fast allen Helmen kaum. Positiv hervorzuheben ist der sichere Doppelring-Verschluß. Fazit: Hohe Aufmerksamkeit ist dem Träger des exklusiven RS 01 sicher, in der Praxis bietet er gegenüber herkömmlichen Kopfbedeckungen keine Vorteile.

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