Ausprobiert: Hightech-Leder mit Sonnenschutz (Archivversion) Cool<br /><br /> Down

Wenn die Sonne aufs dunkle Leder brät, möchte der darin schmorende Träger
seiner Pelle am liebsten den Laufpass
geben. Eine spezielle Technologie soll bei diesem Beziehungsproblem weiterhelfen.

Sommerfrische für klassisch orientierte Motorradfahrer: ein Hightech-Leder mit Sonnenschutz. Je nach Kon-
fektionär (siehe Kasten Anbieter) hört es
auf Namen wie Cool-, B-Cool- oder auch Refraction-Leder. Dahinter verbirgt sich eine vor rund vier Jahren von der Chemiefirma TFL in Weil am Rhein entwickelte Technologie. Das Geheimnis des im wahrsten Sinne coolen Leders ist eine Mixtur aus besonderen Farbstoffen und Pigmenten, die bei der Lederproduktion auf die Oberfläche aufgebracht wird. Diese spezielle Mischung bewirkt, dass schwarzes oder generell dunkles Leder die Sonneneinstrahlung nicht wie sonst resorbiert. Ähnlich wie bei einer weißen Oberfläche erwärmt sich das Material weniger. In
einer Sauna käme man aber trotzdem
ins Schwitzen, da die Beschichtung ausschließlich auf UV-Wellen reagiert. Zumindest im Labor schneiden die behandelten Kleidungsstücke sensationell gut ab (siehe Tabelle unten).
So weit die Theorie. MOTORRAD wollte jedoch erfahren, wie es in der Praxis um die kühlenden Klamotten bestellt ist und ging mit einer Refraction-Lederhose von M-Tech (Modell Hip-Pop; Preis: rund 350 Euro) auf Probefahrt. Zunächst ins sonnige Italien mit rund 1500 Autobahn- und Landstraßenkilometern. Außerdem standen noch zwei halbstündige Stadtverkehr-Runden im hochsommerlich heißen Stuttgarter Talkessel auf dem Programm. Als Referenz trugen die Tester im Wechsel eine herkömmliche schwarze Lederhose mit vergleichbarem Innenfutter und ähnlicher Lederstärke.
Ergebnis des Praxistests: Im Stadtverkehr mit vielen Ampelstopps sowie beim Tanken oder sonstigen Pausen ist
ein deutlicher Unterschied zugunsten des Leders mit TFL-Technologie zu spüren. Allerdings nur, wenn starke Sonne direkt aufs Leder knallt. Während der Fahrt, selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten
um die 30 km/h, kühlt der Fahrtwind beide Hosen so weit runter, dass kein Temperaturunterschied wahrnehmbar ist.
Bei Ledersitzen in einem Auto, die sich unter Umständen stundenlang in der Sonne aufheizen, bringt die TFL-Technologie zweifelsohne große Vorteile (bis zu 20 Grad Celsius geringere Erwärmung). Motorradfahrer sollten indes beim Kauf lieber einen kühlen Kopf bewahren, denn die in der
Regel recht kostspielige Anti-Hitzeaus-stattung gilt für sie nur eingeschränkt
als schlagendes Kaufargument. Deshalb: Preise vergleichen! Wenn das Geld locker sitzt und die Klamotte gut passt und
gefällt, dann ist Motorradkleidung mit
Sonnenschutz zumindest im Hochsommer eine coole Sache.

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