Bekleidung der Motorrad-Hersteller (Archivversion)

»Mit den Bekleidungs-Spezialisten können wir nicht konkurrieren“

Wenn es darum geht, Motorräder zu verkaufen, ist der deutsche Honda-Importeur äußerst erfolgreich. Mit wenigen Mitarbeitern wird in Offenbach ein enormer Umsatz gemacht. Kein Zweifel, die Leute verstehen ihr Handwerk. Auf den Bekleidungsmarkt läßt sich dieses Know-how aber nicht so ohne weiteres übertragen. Dort wird mit harten Bandagen um Marktanteile gekämpft, die Zahl der Anbieter ist unüberschaubar und wächst stetig. Honda hält sich daher zumindest in Deutschland komplett aus diesem Metier heraus, während in den USA noch ein kleines Zubehörangebot verkauft wird. Kawasaki setzt weniger auf echte Motorrad-Bekleidung als auf den Freizeit-Dreß im Marken-Look. Dazu zählen Blousons im Racing-Look wie T-Shirts, Jeanshemden oder Bermuda-Shirts. Etwas besser ist Kawasaki im technischen Zubehörbereich sortiert. Im Prospekt findet sich in erster Linie Chrom-Zierrat für Chopper, außerdem neben Gepäck-Systemen auch Faltenbälge oder bunte Griffgummis. An eine Ausweitung des Bekleidungsprogramms denkt der deutsche Importeur vorerst nicht. Auch in Friedrichsdorf hält man den Preiskampf dieser Branche für zu hart. Bei Suzuki ist das Zubehörangebot noch ausbaufähig. Für den technischen Bereich gibt es zwar verschiedene Zubehör-Kataloge, der Bekleidungsprospekt fällt aber ausgesprochen knapp aus. Das Programm konzentriert sich auf zwei Lederkombis, deren Design und Farben exakt auf die GSX-R-Modelle abgestimmt sind. Seit 1996 werden diese Kombis angeboten, die in Italien exklusiv für den deutschen Suzuki-Importeur geschneidert werden.Deutlich größer ist das Sortiment von Yamaha, es enthält neben Freizeitartikeln wie dem Jogging-Anzug auch ein kleine Auswahl an echter Motorradbekleidung, allesamt aus Textil und preislich im unteren bis mittleren Segment angesiedelt. Dazu kommt einer größere Kollektion an Helmen, sowohl offene Habschalen- wie geschlossene Integralhelme. Diese stammen seit kurzem von italienischen Zulieferern, da die Preise der früheren, japanischen Lieferanten im Markt nicht haltbar waren. Zu den zukünftigen Marktchancen des Bekleidungsprogramms äußert sich Hans-Peter Möller, bei Yamaha für den Zubehörbereich zuständig, eher vorsichtig: »Mit Dainese können und wollen wir nicht konkurrieren. Wir legen deutlich mehr Wert auf Technik.« Der Anteil an technischem Zubehör liegt derzeit bereits bei über 70 Prozent, mit wachsender Begeisterung kaufen die Motorradfahrer vor allem optische Tuningteile für Chopper und Cruiser. In diesem Metier hat Yamaha auch reichlich Erfahrung vorzuweisen, schon seit Mitte der siebziger Jahre beschäftigt sich der deutsche Importeur mit Ausstattung und Technik zum Motorrad.

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