Beratung: Sturmhauben (Archivversion) Vermummungs-Gebot

Abgesehen von Missverständnissen beim Tanken sind Sturmhauben für jeden Biker eine sinnvolle Anschaffung. Aber das Angebot ist riesig, welche Haube taugt für wen?

In den siebziger Jahren waren Sturmhauben für jeden Motorradfahrer ein selbstverständliches Utensil, sommers wie winters stülpte man sich einen der schwarzen Überzieher über den Kopf. Heute sind die praktischen Kopfwärmer anscheinend etwas aus der Mode gekommen. Klar, Jacken und Helme wurden verbessert, aber die unangenehme, Erkältungs-fördernde Lücke dazwischen ist geblieben. Mit einer Halskrause läßt sich die zwar ebenfalls schließen, Sturmhauben haben aber noch weitere Vorteile: Zunächst einmal flutscht ein Helm beim Aufsetzen leichter über eine glatte, dünne Seidenhaube, nicht zuletzt bei altersbedingtem Haarausfall ein Argument. Zudem bleibt die Innenausstattung des Helms sauber. Außerdem schützen die Teile vor Zugluft im Gesicht und im empfindlichen Halsbereich, das gilt auch bei Fahrten im Sommer, beispielseweise abends oder wenn bei Alpentouren in der Höhe die Temperaturen zurückgehen. Dickere Versionen mit Funktionsmaterialien sind in dser kälteren Jahreszeit optimal, zumal sie im Gegensatz zu Schals oder Tüchern für einen nahtlosen Übergang zwischen Helm und Jacke sorgen. Kenner wissen, dass Sturmhauben auch den Lärm unter dem Helm dämpfen. Den überzeugenden Eigenschaften stehen ein paar Nachteile entgegen, mit denen man gut leben kann. Zunächst einmal erfordern die Hauben etwas mehr Zeit beim An- und Ausziehen, aber auf die paar Sekunden kommt es ja wohl nie an. Mancher lehnt die Gesichtsvermummung grundsätzlich ab, aber nicht alle Hauben verhüllen das Antlitz bis auf die Augen. Dickere Sturmhauben tragen ein bisschen auf, unter Umständen sitzt dann der Helm zu straff. Bei der Auswahl gibt es ein paar Dinge zu beachten. Die Größe ist meist unproblematisch, in der Regel passt die eine Universal-Version. Manche Anbieter haben vor allem bei den weniger dehnfähigen Materialien verschiedene Größen im Programm, eine kurze Anprobe empfiehlt sich beim Kauf in jedem Fall. Dies schon deshalb, um eventuelle Druckstellen zum Beispiel durch Nähte zu erkennen, und um abzuchecken, ob der Helm mit Unterzieher immer noch paßt. Wer sein Motorrad nicht nur bei schönstem Wetter und angenehmen Temperaturen spazieren fährt, kommt um mindestens eine Sturmhaube nicht herum. Ein Vielfahrer braucht zwei Versionen: eine dünne, preisgünstige Variante für die wärme Jahreszeit, eine dickere für kalte Tage in Herbst und Frühjahr.

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