Beratung Thermo-Handschuhe (Archivversion)

Frost-Verächter

Was tun, damit die Finger bei Kälte warm bleiben? Dazu einige Tips und Erfahrungen der Redaktion.

Kalt wird es einem oft schon beim Spazierengehen. Beim Motorradfahren wird es aber noch viel kälter, Stichwort Chill-Effekt: Zum Energieverlust durch die Temperaturdifferenz zwischen Körper und Umgebung kommt die Auskühlung durch den Fahrtwind hinzu. Folge: Man friert schon bei Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt. Empfindlichste Körperteile sind die Extremitäten, vor allem Zehen und Finger. Wichtig sind dabei natürlich neben dem individuellen Wärmeempfinden die Randbedingungen: Wie lange und wie schnell wird gefahren? Luftfeuchtigkeit, Regen oder Schnee spielen ebenfalls eine Rolle. Die Bezugsquellen der vorgestellten Handschuhe: Baehr, Telefon 06335/5004; Gericke, Telefon 0211/9898; Haveba, Telefon; Held, 08321/66460; Mammut, Telefon 08331/839228; Yoko, Telefon 040/23725140
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Thermo-Handschuhe: Beratung (Archivversion)

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Wer wirklich warme Finger will, sollte Energie zuführen. Die heizbaren und nebenbei noch wasserdichten »Thermano«-Gore-Tex-Handschuhe von Baehr (xxx Mark) sind der heiße Tip für kalte Touren. Die Heizleistung läßt sich stufenlos regeln und verteilt sich gut über die gesamte Hand. Nachteil: Es sind ein paar Strippen zu ziehen. Das nimmt der Winterfahrer aber gern in Kauf.

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Den Fahrtwind abzuleiten ist die halbe Miete. Enduro-Handschützer helfen bereits, wie Wunder wirken aber Stulpen, damit sind selbst lange Etappen unter minus zehn Grad zu bewältigen. Vorsicht: Wer die Hand rausnimmt, kann sie nur mühsam wieder einfädeln. Tip: Gericke-Stulpen (59 Mark) mit großer Einstiegsöffnung.

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Wenig Oberfläche heißt bessere Isolation, so gesehen sind Fäustlinge (gibt es zum Beispiel von Held oder Haveba) ideal. Die Finger wärmen sich im Inneren gegenseitig. Genereller Nachteil: Die Bedienung leidet unter dem klobigen Handschuh stark. Das kann so weit gehen, daß in Gefahrensituationen die Bremshebel kaum zu greifen ist. Für den Alltagsbetrieb ist eher abzuraten.

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Jede zusätzliche Schicht isoliert. Das gilt für Regen-Überzieher über den Handschuhen wie für Unterzieher. Allerdings muß für letztere ausreichend Platz vorhanden sein, unter enge Sommerhandschuhe passen die Fingerlinge kaum. Bei Thermo-Handschuhen läßt sich der Einsatzbereich so um ein paar Grad nach unten verschieben. Gibt es zum Beispiel von Held (17 Mark).

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Zweifinger-Handschuhe (plus Daumen natürlich) sollen die Vorteile des Fäustlings (geringe Oberfläche) mit denen des Fünffinger-Handschuhs (gute Beweglichkeit) kombinbieren. Das gelingt auch halbwegs, richtig gefühlsecht sind Zweifinger-Versionen aber ebenfalls nicht. Tip: Haveba »Dolomiten« für 112 Mark oder Held »Kristall« für 95 Mark, beide ganz aus Leder und wasserdicht.

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Wer sich in der Beweglichkeit der fünf Finger nicht einschränken lassen will, kommt um Handschuhe mit getrennt verstauten Fingern nicht herum. Damit vergrößert sich die Angriffsfläche für Wind und Kälte, eine gute Rundumisolation ist daher besonders wichtig. Zwei in puncto Kälteschutz gelungene Vertreter dieser Gattung sind der Haveba »Allgäu« (99 Mark) und der Held 203 (109 Mark). Der Haveba fällt als wasserdichte Ganzleder-Version mit Protektoren an der Oberhand steifer aus, isoliert dafür etwas besser als der leichter und bequemer wirkende, ebenfalls wasserdichte Held mit flauschiger Fuchsfell-Fütterung. Temperaturen um den Gefrierpunkt stellen für beide kein Problem dar.

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Mal ganz was anderes: Der leichte Mammut »Avalanche Gore-Tex« (200 Mark) ist eigentlich ein Eiskletter-Handschuh, hat sich aber auch als Motorrad-Handschuh bis um den Gefrierpunkt gut bewährt. Zumal er sinnvolle Features wie Klettriegel am Handgelenk, Kordelzug am Abschluß, Keprotec-Verstärkungen besitzt. Der Innenhandschuh ist herausnehmbar, die Paßform dank »Krallenschnitt« gut.

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Auch der finnische Gore-Tex-Handschuh »Road Warrior« (197 Mark) von Yoko wurde eigentlich für ein anderes Hobby entwickelt, nämlich Snowmobil-Fahren. Obwohl er als reiner Nylon/Kevlar-Handschuh extrem leicht wirkt, reicht die Isolierung je nach Fahrtdauer bis in den Minus-Bereich. Paßform und Griffgefühl sind ausgezeichnet, daher eine gute Empfehlung für die Übergangszeit.

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Auf eine Mischung aus Leder und abriebfestem Nylon (Dynatec) setzt Gericke beim »Nordcap Evo« (99 Mark), der durch die Sympatex-Membran atmungsaktiv und wasserdicht wird. Die bequeme Paßform und gute Ausstattung macht ihn zu einer empfehlenswerten Anschaffung bei gutem Preis/Leistungs-Verhältnis. Die Isolierung reicht auf kurzen Strecken bis deutlich in den Minus-Bereich.

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