Beratung Unterbekleidung (Archivversion) Mach´s mit!

Die meisten machen’s ohne – Motorradfahren ohne Funktions-Unterbekleidung. Notorische Verweigerer meinen, es verderbe einem die Lust, mitten im Sommer in lange Unterwäsche zu schlüpfen. Doch sie irren. Lieber nicht auf die dünnen Unterzieher unter den Motorradklamotten verzichten.

Klingt wenig überzeugend: Auch im Hochsommer empfiehlt es sich, lange Unterwäsche zu tragen. Selbst wenn man am liebsten in Badehose zum Baggersee cruisen möchte, sollte langes Unterzeug mit Motorrad-Schutzbekleidung kombiniert
werden. Denn gute Funktionswäsche nimmt Schweiß schnell auf und verteilt ihn gleichmäßig über eine große Fläche. Die Körperfeuchtigkeit kann gut verdunsten, dabei entsteht Kälte, die den Körper vor Überhitzung schützt.
Ein reines Baumwoll-Shirt hingegen saugt die Feuchtigkeit wie ein Schwamm auf, der Stoff klebt nass auf der Haut und behindert die natürliche Klimatisierung des menschlichen Körpers. Und auch Motorradbekleidung mit einer Klimamembran kann ihre Wirkung nur dann entfalten, wenn der Wärme- und Feuchtigkeitstrans-
port von der Haut nach außen nicht gestört wird. Das dünne Synthetikgewebe drückt, je nach Material, die Feuchtigkeit regelrecht nach draußen. Ein Kamineffekt.
Als Materialien verwenden die Hersteller von Funktionswäsche meist Polyester, Polyamid und Polypropylen. Wie eine zweite Haut sollte die Sommer-Unter-
wäsche anliegen, damit der Schweiß gleichmäßig aufgenommen und weiter-
geleitet werden kann. Um einen engen und dennoch bequemen Sitz zu erreichen, kommen bei einigen Produkten elastische Fasern wie etwa Elastan zum Einsatz. Sie verbessern die Passform, trocknen jedoch langsamer. Teilweise sind die Gewebe
ein transparentes Netz. Diese funktionieren besonders im Hochsommer einwandfrei, bei der Pause im Eiscafé kann der Fahrer und besonders die Fahrerin das Oberteil jedoch nicht solo tragen, sondern muss ein blickdichtes Shirt überziehen. Manche Unterwäsche trägt sich hingegen schmuck wie normale Sportkleidung. Ist der Schnitt jedoch zu lässig und der Baumwollanteil zu hoch, wirft die Wäsche Falten, speichert zu viel Feuchtigkeit und macht als Funktionswäsche wenig Sinn.
Ein hautenger Schnitt hat nicht nur
für den Temperaturhaushalt des Körpers eine große Bedeutung, sondern spielt für sicheres Motorradfahren eine maßgebliche Rolle. Die Unterwäsche unter der Kombi dient als so genannte Verschiebeschicht. Liegen Haut und die raue Oberfläche
von Motorradbekleidung direkt aneinander
an, können beim Sturz erhebliche Schürfverletzungen entstehen. Ist hingegen
Unterbekleidung als Verschiebeschicht dazwischen, sind die Folgen weniger drastisch. Ideal ist ein Einteiler, weil hier nichts verrutschen kann. Professionelle Sportfahrer tragen diese Underalls entsprechend auch bei sengender Hitze. Da aber zweiteilige Funktionswäsche vielseitiger einsetzbar ist, empfiehlt sich diese eher für Tourenfahrer. Wichtig: auf eine Überlappung von Ober- und Unterteil und generell auf einen guten, engen Sitz achten.
Mit Feinripp-Liebestötern hat sportliche Unterwäsche zum Glück nur noch
wenig gemein. Aber unabhängig von modischen Aspekten gilt beim Motorradfahren: Mach’s mit! Denn ohne können die Folgen unangenehm sein.

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