Beratung: Unterbekleidung (Archivversion) Prima Klima

Ob Kälte oder Hitze, ob Textilanzug oder Lederkombi, auf die richtige Unterbekleidung kommt es beim Motorradfahren an.

Großmutter bestand einst darauf: Unterwäsche muß aus reiner Baumwolle, blütenweiß und bei 95 Grad waschbar sein. Aber die Zeiten ändern sich sich. Heutzutage gibt es für alle erdenklichen Bedingungen spezielle Unterbekleidung aus ganz unterschiedlichen Materialien.Auch der Motorradfahrer tut gut daran, statt Baumwoll-Feinripp Funktions-Unterbekleidung zu tragen. Die Schicht zwischen Haut und Kombi sollte nämlich zwei Funktionen erfüllen: zusätzlicher Schutz beim Sturz (siehe Kasten) und Regulierung der Körpertemperatur, indem Schweiß abtransportiert und der Körper warm gehalten wird. Auch im Sommer funktioniert dieses Prinzip ähnlich dem Kleidungsaufbau der Beduinen, die zur Aufrechterhaltung ihrer Körpertemperatur mit mehreren Kleidungsschichten ihren Körper vor Hitze und Sonneneinstrahlung isolieren. Es ist also irrig zu glauben, daß man sich bei großer Hitze ohne Unterbekleidung besser fühlt. Unter der Lederkombi oder dem Tourenanzug taugt Baumwollunterwäsche wenig. Sie hat den Nachteil, daß sie sich mit Schweiß vollsaugt. Verdunstet der Schweiß auf der Haut, friert mann und die Chance, sich zu erkälten, steigt.Anders ist das bei Funktionsunterwäsche, die fast immer aus einer Chemiefaser wie Polyamid, Polypropylen oder Polyester besteht. Tactel und Thermolite beispielsweise sind Kunstfasern auf Polyamid-Basis. Charakteristisch für die Kunstfaser: Sie ist reiß- und scheuerfest und nimmt nur vier Prozent ihres Eigengewichts an Wasser auf. Bekleidung aus diesem Material ist so gewebt, daß Lufteinschlüsse und mikroskopisch kleine Poren in den feinen Tactelfasern für eine konstante Köpertemperatur sorgen. Das Schwitzen verhindert Funktionsunterwäsche nicht, aber sie leitet den beim Schwitzen entstehenden Wasserdampf nach außen. Ein Großteil der Funktionsunterwäsche ist zweilagig gewebt. Auf der Haut liegt die Chemiefaser, außen ist Baumwolle. Die atmungsaktiven Chemiefaser läßt den Schweiß zur Baumwollschicht durch, wo er verdunstet. Hundertprozentig funktioniert die Atmungsaktivität nur dann, wenn der übrige Bekleidungsaufbau stimmt. Trägt man mehrere atmungsaktive Materialien übereinander, dann erfolgt der Feuchtigkeitstransport von Schicht zu Schicht. Bei mildem Wetter bietet sich der Textil-Anzug mit atmungsaktiver Membran über der Unterwäsche an, im Winter einfach den Fleece-Pullover dazwischen anziehen.Ein paar Tips zum Kauf: Dicke Wülste an den Innennähten machen vor allem unter der eng geschnittenen Kombi die Tour zur Tortour, weil unangenehme Druckstellen entstehen. Daher beim Kauf darauf achten, daß im Sitzbereich keine dick auftragenden Nähte sind. Ob Ein- oder Zweiteiler hängt von den individuellen Bedürfnissen ab . Bei hohem Flüssigkeitsdurchsatz oder Blasenschwäche ist der Zweiteiler natürlich praktischer. Unter der engen Lederkombi leistet der Einteiler besseren Dienst, weil nichts ver- oder hochrutschen kann.Vor dem Kauf einen Blick auf die Waschanleitung werfen, denn die Handwäsche sollte sich niemand antun.Unergründlich scheint die Frage, warum die Unterbekleidung durchweg in Trauerfarben wie Schwarz, Anthrazit oder Dunkelblau hergestellt wird. Die Funktion allein steht wohl im Vordergrund.Außer den Bekleidungsshops der großen Motorrad-Zubehör-Versandhäuser führen auch Sportgeschäfte Funktionsunterwäsche. MOTORRAD hat nur eine kleine Auswahl von den im Handel erhältlichen Modellen getroffen.

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