Bunte Überraschungen

Wirklich ärgerlich ist es, wenn sich das farbenfrohe Design der neuen Handschuhe nach der ersten Tour auf der Haut wiederfindet. Zumal der Farbstoff in der Haut anscheinend resistenter ist. Da hilft nur längeres Einweichen der Hände im Seifenbad und kräftiges Rubbeln mit harter Bürste. Früher passierte das auch bei teuren Handschuhen renommierter Hersteller, bei Billigware war es allgemein üblich. MOTORRAD-Leser erinnern sich vielleicht noch an den aufgeregten Leitartikel des früheren Chefredakteurs Fiedler, der als Motorrad-Neuling erste Erfahrungen mit verfärbten Händen machen mußte. Seitdem haben sich viele Hersteller ins Zeug gelegt und an der Weiterentwicklung farbechter Lederqualitäten gearbeitet. Man sollte eigentlich davon ausgehen können, daß zumindest bei den getesteten Handschuhen der oberen Preisklasse grundsätzlich nur noch farbechtes Leder verwendet wird. Aber eine Devise der Service-Abteilung von MOTORRAD lautet: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Alle Handschuhe mußten daher folgenden Test durchlaufen: Sie wurden zunächst im Wasserbad durchfeuchtet und anschließend mit der Hand durchgewalkt. Zur Dokumentation wurden dabei dünne, weiße Baumwoll-Handschuhe übergezogen. Überraschendes Ergebnis: Bei einer ganzen Reihe von Handschuhen verfärbten sich die vorher blütenweißen Überzieher blitzschnell. Sicherlich kein praxisfremder Test, dasselbe passiert bei einer Fahrt durch einen Regenguß. Aber auch bei trockenem Wetter färben die Handschuhe durch Schweiß ab, wie sich bei Praxistests bestätigte. Neben der hartnäckigen Reinigung ist die Lederfarbe noch aus einem weiteren Grund unerwünscht: Farbstoffe sind chemische Produkte. Auch wenn sie bestimmt nicht hochgiftig sind, so kann es doch zu allergischen Reaktionen kommen. Und ein Restverdacht auf etwaige gesundheitliche Konsequenzen läßt sich nicht mit letzter Sicherheit ausschließen.

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