Der Schleiftest (Archivversion)

Praxistests wie der Schleifversuch hinter dem Auto geben wichtige Hinweise, für eine vergleichende, objektive Beurteilung eignet sich ein praxisnaher Laborversuch jedoch besser. Für Prüfungen des Abriebverhaltens ist der Prüfstand des Fachbereichs Fahrzeugtechnik der TH Darmstadt seit Jahren spezialisiert. Im Standardversuch wird der Sturz eines 75 Kilogramm schweren Fahrers mit knapp über 100 km/h Geschwindigkeit simuliert, der auf einer relativ großen Fläche seines Körpers über eine Aspaltbeton-Fahrbahn rutscht. Die Proben werden durch einen Motor beschleunigt, dann auf der Kreisbahn abgesetzt und durch ihre Reibung bis zum Stillstand abgebremst. Der Rutschweg entspricht somit realen Verhältnissen. Leder wurde bei diesem Test nur oberflächlich leicht angekratzt. Textilmaterialien reagierten durchweg mit Lochbildung, obwohl der gesamte Materialaufbau (ohne Protektoren und Innenfutter) geprüft wurde. Daher wurden die Bedingungen in einer zweiten Prüfreihe entschärft. Die Ausgangsgeschwindigkeit wurde auf 50 km/h reduziert. Geprüft wurde nun allein das Obermaterial. Diesen Mindestanforderungen sollten gute Textilmaterialien genügen. Die Proben wurden aus sturzgefährdeten Stellen wie Ellbogen, Schulter und Knie entnommen. Außerdem wurde das Grundmaterial von Jacke und Hose geprüft, welches in den meisten Fällen deutlich weniger abriebfest ist.

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