Die Atmungsaktivität (Archivversion)

Die »Atmungsaktivität« im Praxistest zu bewerten, fällt nicht leicht, das Gefühl kann hier leicht in die Irre führen, zumal gleiche Testbedingungen - Wetter, Luftfeuchtigkeit, momentaner Zustand des Testers - für alle Anzüge kaum zu bekommen sind. Die Abteilung Bekleidungsphysiologie des Hohensteiner Instituts hat daher ein aufwendiges Meßverfahren entwickelt, das realen Verhältnissen recht nahekommt. Das sogenannte Hohensteiner »Hautmodell« ist von den USA bis Australien weltweit in viele Standards aufgenommen und durch ausgiebige Praxisversuche untermauert worden. Im Gegensatz zu dem sogenannten MVTR-Verfahren eignet es sich zu einer vergleichenden Beurteilung der Wasserdampfduchlässigkeit sehr unterschiedlich aufgebauter Membrane oder Beschichtungen. Das MVTR-Verfahren ist schneller, billiger und wird zum Beispiel bei Gore angewendet, um die laufende Produktion zu überwachen, die Ergebnisse sind jedoch kaum auf andere Bedingungen übertragbar. Die Wasserdampfdurchlässigkeit wurde getrennt bei Jacke und Hose geprüft, hier ergaben sich zum Teil extrem unterschiedliche Werte. Falls herausnehmbar, wurde ohne Innenfutter gemessen, ansonsten aber der komplette Aufbau mit Obermaterial, Z-Liner und Futterstoff aufgespannt. Bei der Jacke von Clover und der Hose von Restless wird die Wasserdichtigkeit nur mit Innenjacke bzw. Innenhose hergestellt. Weil der wasserdichte Zustand bei Textilanzügen der praxisnähere ist, wurde dieser Zustand bewertet diese Meßwerte bewertet. Neben den Laborwerte wurde eine subjektive Beurteilung des Trageklimas vorgenommen. Dabei floß auch ein, daß die großen Protektorflächen vieler Anzüge recht schweißtreibend wirken. Ebenso führten negative Einflüsse wie weite Halsabschlüsse, in die Kälte hineinzieht, zu Abwertungen.

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