Die Schleifer vom Dienst

Die Abriebfestigkeit testete MOTORRAD auf dem Rutsch-Simulator der TU Darmstadt. Dabei werden zirka 50 Millimeter große Proben auf gut 100 km/h beschleunigt und auf einer Asphaltbahn abgesetzt, so daß sie sich anschließend infolge der Reibung bis zum Stillstand abbremsen. Der Anpreßdruck ist dabei relativ gering, in der Realität kann die Flächenpressung erheblich höher sein. Solche Belastungen treten zum Beispiel dann auf, wenn ein Fahrer den Aufprall nach einem Highsider zuerst mit den Händen aufzufangen versucht. Geprüft wurden je drei Ausschnitte von der Innenfläche der Hand am Daumenansatz sowie aus dem Handrücken, jeweils der komplette Materialaufbau mit allen Schichten. Die Proben wurden in drei Schleifrichtungen aufgespannt, denn es macht einen Unterschied, in welche Richtung Nähte, Einsätze oder Lederdopplungen belastet werden. Sicherlich gibt diese Laborprüfung nur einen schmalen Ausschnitt des realen Unfallgeschehens wider, in der Praxis kann das Leder und die Nähte an allen möglichen Stellen auf vielfältige Weise beansprucht werden. Neben dem Abriebverhalten ist auch die Reißfestigkeit oder der Schutz gegen Durchdringung wichtig. Ein Leder, das auf dem Rutschsimulator besteht, wird jedoch auch anderen Belastungen gewachsen sein.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote