Die Stoßdämpfung (Archivversion)

Protektoren finden sich heutzutage nicht nur in Lederkombis, sondern durchweg auch in guten Textilanzügen. Alle getesteten Anzüge besitzen an den gefährdeten Körperpartien Polster. Die Bauart ist allerdings recht unterschiedlich. Von der Hartschale bis zum vorgeformten, mehrschichtigen Schaumprotektor gibt es alle erdenklichen Varianten. Der Fallversuch auf dem Prüfstand des TÜV Rheinland soll den Aufprall auf ein hartes Hindernis wie etwa einen Leitplankenpfosten oder ein Autoteil nachempfinden. Dabei fällt ein fünf Kilogramm schweres Gewicht aus einem Meter Höhe auf den komplett mit allen Schichten aus dem Anzug getrennten Protektorenbereich, der auf einer leicht gewölbten Stahlunterlage liegt. Der Meßaufbau ist an die geltende CE-Norm für Protektoren angelehnt, wurde aber um einige Zusatzversuche erweitert. Um unterschiedliche Unfallmechanismen abzudecken, wurde mit einem flachen und einem kantenförmigen Fallgewicht ähnlich dem Kantenaufprall der Helmnorm geprüft. Versuchsreihen mit rundem Fallkörper bei 20 und 40 Grad Celsius sollten zeigen, ob sich die Stoßabsorption mit der Temperatur ändert. Es wurden jeweils zwei Aufschläge in der Mitte und 60 Millimeter zum Rand versetzt durchgeführt, jedoch höchstens zehn Millimeter vom äußeren Rand entfernt. Dabei wurde der Spitzenwert der Restkraft gemessen. Insgesamt waren mehr als 500 Schlagversuche nötig. Als Referenz diente eine Meßreihe mit einer hochwertigen Lederkombi. Ganz sicher fallen Textilanzüge im Vergleich mit Lederkombis ab, wenn es um den Sitz der Protektoren geht. Wegen des großzügigen Schnitts können die Polster leicht von der vorgesehenen Position wegrutschen, was bei einer guten, enganliegenden Lederkombi nur unter ungünstigen Bedingungen passiert.

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