Die Zukunft im Protektorenbau (Archivversion) Ein harter Kompromiss?

Schärfere Grenzwerte, mehr Tests: die neue Protektoren-Norm.

Alle fünf Jahre, so sehen es die CEN-Richtlinien vor, sollen Normen einer Revision unterliegen. Im Falle der EN 1621-1 sah man bei der ersten Durchsicht im Jahr 2002 zunächst keinen Handlungsbedarf. Was, so der Vorsitzende des zuständigen Normenausschusses Christoph Meyer vom italienischen Prüfinstitut Ricotest gegenüber MOTORRAD, bei sämtlichen Experten für heftiges Stirnrunzeln sorgte. Also wurde in einem eiligen Ad-hoc-Verfahren eine Überarbeitung außerhalb des Turnus beschlossen. Noch ist unklar, was sich genau ändern soll und wann die Neufassung wirksam wird. Wie gegenüber MOTORRAD bekannt wurde, hat sich der Ausschuss bei seiner letzten Zusammenkunft im September 2007 jedoch auf Eckpunkte geeinigt, deren Annahme für eine Neufassung der Norm als ziemlich sicher gilt. Demnach wird es zusätzlich zum bisherigen Grenzwert von 35 kN Restkraft einen zweiten Level geben, der vermutlich 20 kN betragen wird. Weiterhin wird es einen neuen Falltest geben, bei dem die Prüflinge 72 Stunden hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt werden. Damit will man die Alterungsbeständigkeit der Protektoren stärker in das Testprozedere einbinden. Optional können Hersteller ihre Produkte auch bei Hitze und Kälte prüfen lassen, um sie damit für den Gebrauch bei extremen Temperaturen auszeichnen zu lassen. »Das Rad,« erklärt ein Ausschussmitglied, »wird mit dieser Norm nicht neu erfunden. Die Neufassung wird praxisbezogener sein – auch wenn man weiterhin mit den Altlasten der ursprünglichen Fassung leben wird.“

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