»Durch alle Wetterkapriolen Der Welt“

Gore-Tex-Produktmanager Dieter Grotjohann im Gespräch mit MOTORRAD über die Zukunft von wasserdichten Lederkombis.

Bei der momentanen Preisgestaltung ist die einfache Regenkombi für 12,95 Euro durch das neue Gore-Lederlaminat doch nicht wirklich gefährdet?
Schon. Denn eigentlich zielen wir genau auf die Regenkombi ab. Natürlich wird es weiterhin den Motorradfahrer geben, für den es okay ist, bei Regen anzuhalten und den PVC-Anzug überzustreifen. Andererseits ist es natürlich äußerst komfortabel, zukünftig nicht mehr stoppen zu müssen, um die Regenkombi je nach Wetterlage an- oder ausziehen zu müssen.

Hydrophobes, also wasserabweisendes Leder ist eigentlich ein alter Hut. Was ist denn das wirklich Revolutionäre am Gore-Leder?
Auch hydrophobes Leder lässt Wasser durch. Es dauert zwar länger, aber das Leder saugt sich bei Regen voll, und irgendwann ist man nass. Das passiert beim Gore-Tex Pro-Shell-Leder nicht. Außerdem haben wir die Atmungsaktivität des Leders auf Textilniveau gehoben. Und das ist sensationell. Für uns ist es wichtig, dass wir den Motorradfahrer bestmöglich schützen. Und wenn es um die Sicherheit geht, ist Leder auch für uns die Nummer eins.

Gore-Tex steht gemeinhin für Tourenbekleidung. Wann wird es denn die erste Rennkombi mit Gore-Tex geben?
Grundsätzlich werden die meisten Firmen das Gore-Tex Pro-Shell-Lederlaminat für tourensportliche Anzüge verwenden. Die Produktion von Rennkombis ist mit vielen versiegelten Nähten sehr aufwendig, die Stückzahlen wären hier verschwindend gering. Allerdings macht es durchaus Sinn, die Technik in der Langstrecken-WM einzusetzen. Bei einem 24-Stunden-Rennen fährt man durch alle Wetterkapriolen der Welt. Mit der Gore-Tex-Lederkombi bleibt der Fahrer trocken und kann außerdem von der Atmungsaktivität profitieren – was die Leistungsfähigkeit erhöht. Mit den Gummipellen, die Rennfahrer bei Regen über-ziehen, schwitzt man sich ja zu Tode.

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