Europa und der Schutz der Biker Norm gut, alles gut?

Stoßdämpfung, Schutzfläche: Was die europäische Vorschrift von Protektoren in der Motorradbekleidung fordert.

Am Stammtisch fällt schnell das Wort »Protektor«, wenn es um ­die Schutzpolster in Motorradbekleidung geht. Doch Vorsicht: Als Protektor gilt in der Motorradbekleidung nur das, was entsprechend der Europa-Norm EN 1621 zertifiziert ist. Europa-Normen werden vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) beschlossen, diese hier ist mit Teil 1 (Kürzel EN 1621-1) im November 1997 angenommen worden und befasst sich mit den »Anforderungen und Prüfverfahren für Aufprallprotektoren«. Die EN 1621-2 ist jünger: Gültig seit Juli 2003, werden im zweiten Teil die Anforderungen und Prüfverfahren für Rückenprotektoren beschrieben. Zentrales Element beider Teile ist der Stoßdämpfungstest: Ein Fünf-Kilo-Fallkörper stürzt aus einem Meter im freien Fall auf den Protektor, ein darunter liegender Messkopf registriert die Restkraft. Gelenkprotektoren dürfen im Durchschnitt maximal 35 Kilo-Newton (kN) durchlassen. Für Rücken­protektoren gelten schärfere Grenzwerte. Zertifiziert nach Level 1 beträgt der maximal zulässige Durchschnittswert aus fünf Aufschlägen 18 kN, für Level-2-Protektoren ist bei neun kN Schluss. Ein Problem der Norm: Die Definition der Schutzfläche. Um die Grenzwerte einzuhalten, können Hersteller die Protektoren für kleine Schutzflächen auszeichnen. Besonders bei Rückenprotektoren tauchen immer wieder Exemplare auf, die Einsneunzig-Typen passen, aber eine lächerlich kleine Schutzfläche haben .

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote