Fahren bei Regen (Archivversion)

Wellenreiter

Horror vor nassem Asphalt? Das muss nicht sein. Mit guter Ausrüstung und der richtigen Fahrweise lässt es sich ganz entspannt durch den Regen surfen. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie alles, um mit Hochstimmung durch Tiefausläufer zu kommen.

Großer MOTORRAD-Reifentest in Mireval, Südfrankreich. Zusammen mit Schraubergehilfe Tommy stehe ich in der Box und beobachte, wie die beiden Tester-Kollegen mit Honda VFR und Suzuki GSX-R 1000 über den bewässerten Parcours pflügen. In den Kurven sind beachtliche Schräglagen zu sehen, auf der Geraden geht es mit Macht in die Bremse, um das Potenzial der Pneus beim Stoppen auf nassem Untergrund auszuloten. Tommy, selbst ein alter Hase, der auf seiner Suzuki GSX-R pro Jahr zigtausend Kilometer sammelt und Stammgast in Hockenheim ist, knurrt ein »Respekt, Respekt« und gibt unumwunden zu: »Bei Regen werde ich zum absoluten Schisser!«
Und das geht nicht nur Tommy so. ­Etliche Motorradfahrer, egal, ob Einsteiger oder erfahrene Vielfahrer, reagieren bei nasser Fahrbahn unsicher. Obwohl die technischen Voraussetzungen heute hohe Sicherheitsreserven bieten: Gute Fahrwerke, Reifen mit satter Haftung und schließlich ein ABS erleichtern das Fahren im Regen enorm. Ist die Angst also nur eine Frage des Kopfs?
Nicht ausschließlich. Für den Sport-psychologen Professor Hans Eberspächer, selbst Vielfahrer auf BMW R 1150 GS und Triumph 955i, kommt es im Regen auf drei Aspekte an: »Die körperliche Verfassung, die Ausrüstung und den Kopf!« Wenn alles stimmt, kann man sich deutlich sicherer auf dem Motorrad über nasse Straßen bewegen. Im Interview auf Seite 75 verrät der Buchautor (»Gut sein, wenn’s drauf ankommt«), wie Zweiradpiloten die Unsicherheit im Regen erfolgreich abbauen können.
Neben der Fahrzeugtechnik hat sich auch im Bekleidungssektor in den letzten Jahren viel getan. Immer mehr Motor­radfahrer schätzen die Vorteile von Textil­kombis bezüglich Wetterfestigkeit. In der Verkaufsstatistik liegen Kunstfaseranzüge seit Langem deutlich vor Lederkombis, die allerdings in puncto Sicherheit (Abriebverhalten, Reißfestigkeit) nach wie vor über­legen sind. Für alle, die auf Leder schwören, hat sich seit über drei Jahrzehnten die Regenkombi als vor Nässe schützende Überhaut bewährt. Einen großen Test elf verschiedener Modelle finden Sie auf den folgenden Seiten. Zur besseren Übersicht haben wir sie in zwei Preiskategorien unterteilt: Die ersten sechs Kombis gehören zur Gruppe »bis 50 Euro«, die fünf getesteten Modelle der zweiten Gruppe kosten zwischen 50 und 110 Euro. Die einzelnen Test­kriterien und die Bewertung aller Mo­­delle im Überblick finden sich auf Seite 74.
Feintuning bei der Ausrüstung ist nicht zuletzt bei den vermeintlich kleinen Dingen wie Handschuhen möglich. Wasserdichte Exemplare gehören bei den meisten Herstellern mittlerweile zum Standardangebot. Bereits im unteren Preissegment wird ­­man fündig, kann sich für günstiges Geld trockene Finger gönnen.
Aber Dichthalten allein macht noch keine guten Regenhandschuhe aus. Oft wird bei Modellen mit eingearbei­teter Klimamembrane bemängelt, dass aufgrund des vielschichtigen Aufbaus (Außen­haut, Klima-Insert, Innenhand) das Greifgefühl beeinträchtigt wird. Die Schichten verrutschen gegeneinander, und schon fehlt einem das sichere, gefühlvolle Händchen, das man gerade bei der Fahrt durch Regen unbedingt braucht. Neuster Clou, der aus der Entwicklungsabteilung des Klima-Konzerns Gore-Tex stammt, ist das Laminieren der einzelnen Schichten. Sind Innenhand, Klimamembran und Außenhand fest miteinander verbacken, fühlt sich ein wasserdichter Handschuh an den Lenkerenden plötzlich ganz anders, nämlich viel griffiger an. Die entscheidenden Punkte, auf die man beim Kauf von allwettertauglicher Bekleidung achten sollte, haben wir kurz und kompakt im Kasten links zusammengestellt.
Mit dieser generellen Entwicklung hin zu deutlich dynamischerer Regenbekleidung haben übrigens andere Produkte längst ausgedient, die immer noch zuhauf in Katalogen oder auf Grabbeltischen in Zubehörshops angeboten werden oder garantiert noch in mancher Gepäckrolle vor sich hinschlummern: Die Rede ist von den berühmt-berüchtigten Regengamaschen für Stiefel und zeltgroßen Überziehern für die Handschuhe. Warum Sie auf diese Sachen verzichten sollten, steht im Kasten auf Seite 71 oben.
Haben Sie schließlich alles beisammen, ist Trockenheit noch lange nicht garantiert. Denn die Ausrüstung muss auch richtig angelegt werden. Selbst im Test­alltag von MOTORRAD kommt es bis­wei­len zu »Fehlbedienungen«. So geschehen bei den Verschleißfahrten zum Reifentest (siehe Heft 11/2007). Ein Testfahrer klagte bei Regenfahrten ständig über eine nicht wasserdichte Hose. Was kein »Material­fehler« war, sondern der Träger hatte den Hosenlatz samt Membrane nicht sachgemäß verschlossen. Dumm gelaufen. Wobei die Hersteller bei der Kon­struktion verstärkt darauf achten sollten, dass Bedienfehler möglichst ausgeschlossen werden. Renommierte Marken aus der Hochpreisliga ha­ben an den kritischen Übergängen wie Helm/Kragen, Ärmel/Handschuhe und Hosenbein/Stiefel durch pfiffige Konstruk­tionen und neue Materialien erhebliche Fortschritte erzielt. Tipps, um Fehler beim Ankleiden zu vermeiden, sind unter »Nahtstelle« auf Seite 73 aufgeführt.
Jetzt düst man vermutlich zwar immer noch nicht so souverän wie die Profi-Tester durch den Regen, aber zumindest die Ausrüstung stimmt. Und erst dann lässt sich an der Fahrtechnik im Regen feilen (siehe Kasten rechte Seite). Denn Fakt ist: Wer bis auf die Haut durchnässt ist, kann keinen sauberen Strich fahren.
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Richtig kaufen (Archivversion) - In trockenen Tüchern

Um sicher durch den Regen zu kommen, muss die Fahrerausrüstung stimmen. Deshalb gilt es, beim Kauf auf folgende Dinge zu achten.
Handschuhe: Wasserdichte Exemplare gibt es in vielen Variationen und Preislagen. Bereits für rund 30 Euro lässt sich ein solides Paar erstehen. In MOTORRAD 7/2007* haben wir Modelle bis 30 Euro getestet. Problematisch ist bisweilen ein leicht schwammiges Greifgefühl durch die mehrlagige Konstruktion. Empfehlenswert sind daher Handschuhe, bei denen die wasserdichte Klimamembrane – ähnlich wie bei Textilanzügen – einlaminiert wird. Diese kosten bei renommierten Herstellern wie beispielsweise Held rund 90 Euro.

Textilanzug: Dieser sollte mit einer atmungsaktiven und zugleich wasserdichten Klimamembrane wetterfest ausgerüstet sein. Besser als so­­genannte Z-Liner, bei denen die Membrane locker zwischen Außenhaut und Innenfutter eingehängt wird, sind die im Vergleich etwas teureren Laminatkonstruktionen. Dabei wird die Klimamembrane direkt unter die Außenhaut geklebt, weshalb sich das Außengewebe bei Regen nicht mit Wasser vollsaugen kann. So bleibt man besser vom »Kühlschrankeffekt« verschont, bei dem durch die Verdunstung des Wassers der Körper kräftig auskühlt. Ein Test hochwertiger Textilkombis findet sich in MOTORRAD 9/2007*.

Stiefel: Mittlerweile sind nicht nur die klassischen Tourenstiefel wasserdicht. Der Markt bietet sogar echte Rennstiefel mit wetterfester Ausrüstung. Das Niveau bei den teureren Marken ist mittlerweile ­­sehr hoch. Im letzten Tourensportstiefel-Test von MOTORRAD (Heft 10/2007*) fiel von sieben Paarungen nur eine durch den Nässetest. Für wasserdichtes, motorradtaugliches Schuhwerk mit Protektoren sollte man zwischen 150 und 200 Euro anlegen.

Investition ohne Gefühl (Archivversion) - Echt abgegriffen

Natürlich funktionieren sie immer noch, die Tricks der alten Hasen: Müllbeutel, die man sich über die Stiefel zieht und mit Einweckgummis fixiert. Seit Ewig­keiten wird das Prinzip auch in stabilerer Form vom Motorradfachhandel vertrieben: Dort heißen sie simpel Regenüberstiefel und kosten im Schnitt rund zehn Euro. Gleiches wird für die Hände angeboten: große Fäustlinge, die über Handschuhe gezogen werden und vor nassen Fingern schützen sollen. Der Preis: zwischen fünf und zehn Euro. Sparfüchse machen’s umgekehrt und ziehen Gummihandschuhe aus der Putzwarenabteilung unter ihre Motorradhandschuhe. Ihr Credo: Mit Müllbeutel und den Putzhandschuhen bleibt auch alles trocken. Das mag zwar stimmen, doch dabei geht das gute Gefühl fürs Motorrad verloren. Mit den Stiefelgamaschen schwindet der sichere Halt auf der Raste, und das Greifgefühl tendiert mit den Überhandschuhen gegen null. Bei den Gummihandschuhen lässt die Verdunstungskälte eiskalte Finger zurück, die sich am Lenker verkrampfen. Für eine sichere Fahrt ist diese Art der Ausrüstung definitiv nicht geeignet.

Richtig anziehen (Archivversion) - Nahtstelle

Der Kragen muss eng am Hals anliegen und darf keinesfalls über den Helmrand hinausragen. Sonst kann Wasser unge-hindert von oben in die Kombi hineinfließen. Empfehlenswert sind Kragenkonstruktionen aus Stretch- oder Neoprengewebe.
Handschuhstulpen sind grundsätzlich unter dem Ärmel zu tragen, damit das auf der Kombi abperlende Wasser nicht in den Handschuh geleitet wird. Gute Textilkombis besitzen einen Labyrintheingang am Ärmel. Zwischen eng anliegendem Bündchen und Außenhaut wird der Handschuhstulpen verstaut.
Hosenbeine gehören über die Stiefel. Beim Kauf der Hose darauf achten, dass die Hosenbeine auf dem Motorrad nicht so hoch rutschen, dass Wasser von oben in die Stiefel fließt.
Zu guter Letzt muss alles eng verschlossen werden. Besondere Sorgfalt ist beim Verschließen der Labyrinthleisten angesagt. Sonst kann durch die Reißverschlüsse Wasser eindringen.

Was können Rennregenkombis? (Archivversion) - Rasende Pellen

Regenüberzieher für Sportpiloten bieten mitt-lerweile mehrere Hersteller an (Arlen Ness, Hein Gericke, Ixs, Polo, Spidi). Sie kosten im Schnitt zwischen 100 und 160 Euro. Wo liegen die Vor-, wo die Nachteile der hautengen Pellen? Beim Anziehen hat eine Standard-Regenkombi klar die Nase vorn. Die Rennregenhäute bestehen aus hochelastischem Material, das sehr sorgfältig über die Lederkombi gestreift werden muss. Deshalb gibt es diese auch nicht als Einteiler, da sie so kaum anzuziehen wären.Zudem bieten die Kombis etliche Angriffspunkte. Der Kragen ist niedrig, die Reißverschlüsse sind nicht abgedeckt. Dazu kommen die Aussparungen für Knie­schleifer. Für den Renn­streckeneinsatz sind diese Modelle ideal, der Nässeschutz ist ausreichend. Im Alltag gehen die Anzüge aber schnell in die Knie. Besonders praktisch allerdings: das extrem kleine Packmaß. Selbst unter einer Sitzbank lassen sich die Zweiteiler mühelos verstauen – man hätte sie folglich stets dabei. Und noch etwas gefällt: Die Rennkombis gibt es in sehr auffälliger Farbgebung. Daran könnte sich manch Hersteller einer Standardkombi ein Beispiel nehmen.

Standpunkt (Archivversion)

Natürlich geht es nicht darum, auf regennasser Fahrbahn irgendwelche Rekorde zu brechen. Aber mit ein bisschen Übung macht Motorradfahren bei Regen richtig Spaß. Das Bremsen kann man beispielsweise in Eigenregie auf einem leeren Parkplatz üben. Wie viel das bringt, habe ich im Rahmen des MOTORRAD-Bremsentests feststellen können: Dort zeigte sich, dass der Bremsweg eines geübten Fahrers bei Nässe meist kürzer ist als der, den ein ungeübter Motorradfahrer im Trockenen erreicht. Also: Nur keine Wasserscheu!

Interview mit Professor Hans Eberspächer (Archivversion)

Hans Eberspächer, Professor für Sport­psychologie an der Universität Heidelberg, ist Instruktor beim MOTORRAD action team. Er erläutert die Angst vor Regenfahrten – und was man dagegen tun kann.
Selbst erfahrene Motorradfahrer verkrampfen manchmal bei Regen. Woran liegt das?

An der Bewertung der Situation. Und die erfolgt bekanntlich im Kopf. Man muss wissen, dass Bewertungen immer Gefühle auslösen. Das gilt für Situationen, die man als angenehm oder Erfolg versprechend bewertet und die dann Freude oder Neugier auslösen, genauso wie für Situationen, die man als bedrohlich und gefährlich bewertet. Hier heißt das: nasse Straße gleich rutschige Straße gleich erhöhtes Risiko gleich Sturzgefahr gleich üble Folgen. Solche Bewertungen lösen Gefühle wie Angst, Stress, Unsicherheit und Unlust aus.

Was sind typische Fahrfehler auf nasser oder rutschig anmutender Strecke?

Die innen hochkriechende, angstbesetzte Verkrampfung nimmt einem die notwendige Lockerheit, um das Motorrad und die Straße zu spüren. Typische Folgen sind dann zum Beispiel, den Blick vors Vorderrad zu senken statt extra­-weit vorauszuschauen. Aber auch das Zugreifen auf im Moment unpassende, aber eben schon lange eingeschliffene Handlungen wie das Motorrad »festzuhalten«, um es vermeintlich besser zu kontrollieren. Letzteres spürt man daran, dass der Lenker fast schon blockiert wirkt.

Gibt es einen Trick, wie man diese Regenblockade aufheben kann?

Das Grundprinzip: Wer nicht entspannt fährt, mutet sich zu viel zu. Also fahr nur so schnell und so viel Schräglage, dass du entspannt bleiben kannst. Um das zu lernen, helfen Tricks nicht weiter, sondern systematisches Training für den Kopf, denn vom Kopf geht unser Handeln aus: mentales Training. Es gilt zunächst, Vorstellungen von Handlungsmustern für das Motorradfahren in allen denkbaren Situationen zu erarbeiten, am besten mit einem Trainer oder Instruktor: Bremsen, Kurven fahren, Ausweichen, Fahren bei Nässe. Dieses Training ist eine Eigenleistung. Sie lässt sich also nicht an andere delegieren und ist nur wirksam, wenn es systematisch, regelmäßig und entsprechend häufig praktiziert wird.

Fahren im Regen (Archivversion) - Nicht ins Schwimmen kommen

Alle Sinne sind geschärft, die Unterlippe bleibt entspannt. Mit der richtigen Fahrtechnik gelingt die Tour auch im Regen.
Wenn man Regenprofis wie MOTORRAD-Redakteur Werner »Mini« Koch fragt, sind die entscheidenden Punkte für die Fahrt auf nassem Asphalt schnell aufgezählt: »Richtiges Bremsen und eine sorgfältige Linienwahl.« Dazu sollten Motorradfahrer die Straße genau im Blick haben: Rutschgefahr droht, wo Bitumenstreifen den Asphalt zieren, bei Kanaldeckeln oder bei Stahlplatten an Brückenabsätzen. Auf Alpenpässen finden sich oft ebenso rutschige Gitter, die in den Asphalt eingelassen sind, um Weidevieh zurückzuhalten. Beste Fahrtechnik: das Motorrad neutral rollen lassen, wenig Gas geben, nicht in die Bremse greifen und Schräglagen nach Möglichkeit vermeiden. Beim Fahren selbst ist ein sanfter, runder Stil gefragt. Eine ausführliche Anleitung findet sich in der MOTORRAD-Serie »Perfekt fahren«, Folge 7, »Fahren bei Regen« (Heft 22/2006*).
Um die Unsicherheit auf nassen Pisten abzubauen, sind Sicherheitstrainings empfehlenswert, bei denen man auf bewässerten Parcours das Bremsen und Schräglagenfahren geübt wird. Die Actionfotos für diese Story konnten übrigens gefahrlos auf dem LuK Driving Center bei Baden-Baden (www.driving-center-baden.de) geschossen werden. Das Equipment, das Motorradfahrern heute zur Verfügung steht, ist auf einem sehr hohen Niveau. ABS-Bremsen vereinfachen das Stoppen bei Nässe enorm, und neue Reifenmischungen mit hohem Silica-Anteil bringen hohe Haftreserven mit. Bleibt noch der Mensch. Dazu Professor Hans Eberspächer: »Er muss ohne Kraft, das heißt so schnell und so schräg fahren, dass er dabei völlig entspannt sein kann. Ob man entspannt ist, spürt man an der Unterlippe, in den Armen und im Hintern. Der Blick geht weit voraus und fräst die Fahrlinie förmlich frei.«

*Nachbestellung: Telefon 0711/182-1229

So testet MOTORRAD (Archivversion) - Tropfenweise

Die Testkriterien im Überblick
Nässetest (30 Punkte): Mittels flächigem Wasserstrahl wird fünf Minuten lang ein Wolkenbruch simuliert. Der Testfahrer sitzt aufrecht auf dem Motorrad.
Anziehkomfort (20 Punkte):Regenkombis sollen sich schnell und bequem überstreifen lassen. Schnitt/Passform (20 Punkte):Sind Ärmel- und Beinlängen ausreichend, spannt es am Rumpf?
Sicherheit (10 Punkte):Dunkle Kombis ohne ausreichende Reflexpaspeln verlieren Punkte.
Sitz/Tragekomfort (10 Punkte):Liegt der Kragen angenehm an, lässt sich die Kombi am Ärmel oder in der Taille verstellen?
Verarbeitung/Ausstattung (10 Punkte):Was bietet die Kombi qualitativ fürs Geld? Ist sie sauber gefertigt, kann sie mit sinnvollen Extras aufwarten?

Büse Splash (Archivversion)

Anbieter: Büse, Telefon 02471/12690, www.buese.com; Preis: 39,95 Euro; Material: Nylon; Größen: XS bis XXL; Gewicht*: 920 Gramm
Plus Sehr leicht; kleines Packmaß; weicher Kordkragen; Brust- und wasserdichte Innentasche

Minus Futter nur im Oberkörper; insgesamt durch wenig Reflex-material sehr dunkel; Frontreißverschluss nur knapp hinterlegt; riecht stark nach Plastik; enger Beindurchstieg; beim Nässetest Wasser-eintritt über Frontreiß-verschluss und Nässe-bildung am Kragen

Fazit Kein Gewinn für Regenfahrer. Im Nässetest kann das Büse-Modell nicht überzeugen. Zudem ist die nur in Schwarz erhältliche Kombi schlecht zu sehen

MOTORRAD-Urteil: Ausreichend

FLM Tornado (Archivversion)

Anbieter: Polo, Telefon 0180/5225785, www.polo-motorrad.de; Preis: 49,95 Euro; Material: Polyamid; Größen: S bis XXL; Gewicht*: 1940 Gramm
Plus Komplett vernähtes Innenfutter; sehr griffiges Material; weit öffnender Diagonaleinstieg; Sitzfläche mit Antirutscheinsatz; praktische Helmkapuze; effektvolle Farbgebung mit gut sichtbaren Reflexeinsätzen; hält im Nässetest völlig dicht

Minus Schwer; sperriges Packmaß; Einstieg mit Stiefel etwas beschwerlich

Fazit Überzeugende Regenhaut von Polo. Bietet für den Preis sehr viele Extras. Besonders klasse ist die mit dem Kragen ver­nähte Helmkapuze. Und die Kombi lässt sich sehr bequem tragen. Einzig das große Packmaß stört

MOTORRAD-Urteil: Sehr gut

Hein Gericke Basic 2 (Archivversion)

Anbieter: Hein Gericke, Telefon 0180/5229522, www.hein-gericke.de; Preis: 29,95 Euro; Material: Polyester; Größen: XS bis XXXL; Gewicht*: 1140 Gramm
Plus Bein sehr weit zu öffnen, sehr bequemer Durchstieg; Weitenverstellung am Oberarm; angenehmer Softkragen; wasserdichte Dokumententasche und Cargotaschen; praktische Extratasche für den Transport; lange Reflexpaspel; viele Größen

Minus Nur in Schwarz erhältlich; Innenfutter nur im Oberkörper; Ärmel im Vergleich zu Beinlängen zu kurz; im Nässetest Wassereintritt durch Frontreißverschluss und am Kragen

Fazit Schwarze Standardware von Gericke. Problematisch ist die Front-Abdeckleiste mit segmentierten Klettverschlüssen, die dem Regen Angriffsfläche bietet

MOTORRAD-Urteil: Sehr gut

Insize Raintech (Archivversion)

Anbieter: Götz, Telefon 07476/933150, www.goetzmotorsport.de; Preis: 29,95 Euro; Material: Polyester; Größen: XS bis XXXL; Gewicht*: 1140 Gramm
Plus Komplett gefüttert; sehr gut verarbeitet; angenehmer Softkragen; wasserdichte Dokumententasche; viele Größen

Minus Beschwerlicher Einstieg; mäßig proportioniert: Beinlängen ausreichend, Ärmel aber zu kurz, spannt an den Schultern; Armbündchen viel zu eng; trotz Reflexpaspel sehr dunkel; Wasser sickert im Nässetest über Frontreißverschluss und Kragen ins Innere

Fazit Gehört zu den günstigsten Angeboten im Test, kann sich aber bis auf die ansehnliche Optik nicht in Szene setzen

MOTORRAD-Urteil: Ausreichend

IXS Orca (Archivversion)

Anbieter: Hostettler, Telefon 07631/18040, www.ixs.de; Preis: 49,95 Euro; Material: Polyamid; Größen: XS bis XXXXXL; Gewicht*: 560 Gramm
Plus Sehr weit öffnender Diagonaleinstieg; gut schließender, bequem anliegender Kragen; mit Abstand leichteste Kombi im Test; extrem kleines Packmaß; sehr breites Größenspektrum; bei Regen gut sichtbar; sehr gute Passform; angenehm zu tragen

Minus Innenfutter nur im Oberkörper, sehr raschelndes, wenig griffiges Material; starke Flatterneigung; im Nässetest minimale Wasserspuren im Schrittbereich

Fazit Die Ixs-Kombi fasst sich wie eine Plastiktüte an, doch in puncto Passform, Packmaß und Tragekomfort überzeugt sie. Kleine Schwäche im Nässetest

MOTORRAD-Urteil: Gu

Louis Proof (Archivversion)

Anbieter: Detlev Louis, Telefon 040/73419360, www.louis.de; Preis: ab 39,95 Euro; Material: Nylon/PVC; Größen: S bis XXXL; Gewicht*: 1020 Gramm
Plus Komplett gefüttert; stabile Form; wasserdichte Dokumententasche; weicher, sehr hochgezogener Kragen, liegt sehr angenehm und gleichmäßig an; tolle Passform, sehr gut proportioniert mit ausreichenden Arm- und Beinlängen; sehr angenehm zu tragen

Minus Einstieg am Bein und an den Schultern etwas beschwerlich; leichter Wassereintritt über Front-reißverschluss im Nässetest

Fazit Stabile Regenkombi von Louis. Verarbeitung und Passform gefallen sehr gut, Ausstattung etwas dürftig. Kleine Schwäche im Nässetest

MOTORRAD-Urteil: Gut

Alpinestars El Nino (Archivversion)

Anbieter: Alpinestars, Telefon 0039/0423/5286, www.alpinestars.com; Preis: 109,95 Euro; Material: Taslan; Größen: S bis XXXL; Gewicht*: 1020 Gramm
Plus Sehr komfortabler, bequemer Sitz; toller Schnitt mit guten Proportionen; komplett gefüttert; prak-tische Packtasche mit Bauchgurt, die als Taillen-gurt dient. Hochwertig verarbeitet mit verstärkten Kniepartien und Hitze-schutz an den Beinenden; hält im Nässetest bis auf feuchten Kragen dicht

Minus Beinfutter schiebt sich beim Anziehen nach außen; durch gerade, kurze Einstiegsöffnung etwas mühselig anzuziehen

Fazit Teure, aber sehr über-zeugende Regenkombi. Reich-haltiges Ausstattungspaket, sehr gutes Abschneiden im Nässetest

MOTORRAD-Urteil Sehr gut

Difi Safir (Archivversion)

Anbieter: Motoport, Telefon 04451/915200, www.motoport.de; Preis: 54,95 Euro; Material: Nylon; Größen: XS bis XXXL; Gewicht*: 1140 Gramm
Plus Durch großen Ein- und Beindurchstieg sehr bequem anzuziehen; fest integrierte Packtasche mit Bauch-gurt; Antirutscheinsätze in Sitzfläche; in vielen auffälligen Farbkombinationen verfügbar

Minus Futter nur im Oberkörper; schlecht proportioniert, spannt bei ausreichenden Arm- und Beinlängen am Rumpf; Softkragen drückt leicht auf Kehlkopf; nach Nässetest Feuchtigkeit in Sitzfläche

Fazit Regenkombi mit praxisgerechter Ausstattung. Besonders pfiffig: die Packtasche mit Bauchgurt

MOTORRAD-Urteil: Gut

Germas Bobby (Archivversion)

Anbieter: Germas, Telefon 0911/635008, www.germas.de; Preis: 59 Euro; Material: Nylon; Größen: XS bis XXXL; Gewicht*: 1180 Gramm
Plus Extra-Packtasche mit Bauchgurt; weicher, angenehmer Kragen mit Teddyfutter; wasserdichte Cargotasche

Minus Frontreißverschluss nur sehr kurz hinterlegt; enge Schulterpartie erschwert das Anziehen; Beinlängen etwas überdimensioniert; Futter nur im Oberkörper; steife Reflexpaspel stört Tragekomfort; Wassereintritt über Frontreißverschluss beim Nässetest

Fazit Für den Preis sehr sparsam ausgestattete Kombi. Bis auf die Packtasche wird wenig geboten. Auch beim Nässetest verliert die Germas Bobby Punkte

MOTORRAD-Urteil: Ausreichend

Held Collin (Archivversion)

Anbieter: Held, Telefon 08321/66460, www.held-biker-fashion.de; Preis: 69,95 Euro; Material: Polyamid; Größen: S bis XXXL; Gewicht*: 1400 Gramm
Plus: Komplett gefüttert; sehr weit öffnender Ein- und Durchstieg, lässt sich sehr bequem und schnell anziehen; fest integrierte Packtasche mit Bauchgurt; weicher, eng anliegender Neoprenkragen; Antirutschpolster im Gesäß; Ärmelbündchen mit praktischer Labyrinthführung

Minus: Leichte Feuchtigkeitsspuren im Kragenbereich nach Nässetest; hohes Gewicht; großes Packmaß

Fazit: Sportiv geschnittene Regenkombi mit tollem Tragekomfort und reichhaltigem Ausstattungspaket von Held. Kleiner Punktabzug durch feuchten Kragen

MOTORRAD-Urteil Sehr gut

Spidi Flux (Archivversion)

Anbieter: Spidi, Telefon 0039/0444/436411, www.spidi.it; Preis: 76,90 Euro; Material: PVC/Nylon; Größen: XS bis XXL; Gewicht*: 890 Gramm
Plus Großer, weit öffnender Einstieg; auffällige Farbe; liegt eng an; hoch schließender, gepolsterter Kragen, gut zu verschließen; Extra-Transporttasche; kleines Packmaß; kein Wassereintritt im Nässetest

Minus Kein Innenfutter; mühselig anzuziehen; Ärmel und Beine könnten eine Spur länger sein; gemessen am Preis etwas dürftige Verarbeitungsqualität

Fazit In puncto Sichtbarkeit vorbildlich. Auch im Nässetest überzeugend. Nur das Anziehen ist sehr mühsam!

MOTORRAD-Urteil: Gut

Fazit (Archivversion)

Von den elf Teilnehmern erreichen drei die Note »sehr gut« und vier schneiden »gut« ab. Testsieger ist der in vielen Belangen überzeugende FLM Tornado von Polo. Auch die teureren Exemplare von Held und Alpinestars hinterlassen einen sehr guten Eindruck. Bei den Regenkombis, die nur mit »ausreichend« bewertet wurden, kommen Schwächen im Nässetest, schlechte Passform oder Mängel bei der Sichtbarkeit zusammen.

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