Fahren im Regen (Archivversion) Nicht ins Schwimmen kommen

Alle Sinne sind geschärft, die Unterlippe bleibt entspannt. Mit der richtigen Fahrtechnik gelingt die Tour auch im Regen.

Wenn man Regenprofis wie MOTORRAD-Redakteur Werner »Mini« Koch fragt, sind die entscheidenden Punkte für die Fahrt auf nassem Asphalt schnell aufgezählt: »Richtiges Bremsen und eine sorgfältige Linienwahl.« Dazu sollten Motorradfahrer die Straße genau im Blick haben: Rutschgefahr droht, wo Bitumenstreifen den Asphalt zieren, bei Kanaldeckeln oder bei Stahlplatten an Brückenabsätzen. Auf Alpenpässen finden sich oft ebenso rutschige Gitter, die in den Asphalt eingelassen sind, um Weidevieh zurückzuhalten. Beste Fahrtechnik: das Motorrad neutral rollen lassen, wenig Gas geben, nicht in die Bremse greifen und Schräglagen nach Möglichkeit vermeiden. Beim Fahren selbst ist ein sanfter, runder Stil gefragt. Eine ausführliche Anleitung findet sich in der MOTORRAD-Serie »Perfekt fahren«, Folge 7, »Fahren bei Regen« (Heft 22/2006*).
Um die Unsicherheit auf nassen Pisten abzubauen, sind Sicherheitstrainings empfehlenswert, bei denen man auf bewässerten Parcours das Bremsen und Schräglagenfahren geübt wird. Die Actionfotos für diese Story konnten übrigens gefahrlos auf dem LuK Driving Center bei Baden-Baden (www.driving-center-baden.de) geschossen werden. Das Equipment, das Motorradfahrern heute zur Verfügung steht, ist auf einem sehr hohen Niveau. ABS-Bremsen vereinfachen das Stoppen bei Nässe enorm, und neue Reifenmischungen mit hohem Silica-Anteil bringen hohe Haftreserven mit. Bleibt noch der Mensch. Dazu Professor Hans Eberspächer: »Er muss ohne Kraft, das heißt so schnell und so schräg fahren, dass er dabei völlig entspannt sein kann. Ob man entspannt ist, spürt man an der Unterlippe, in den Armen und im Hintern. Der Blick geht weit voraus und fräst die Fahrlinie förmlich frei.«

*Nachbestellung: Telefon 0711/182-1229

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