Fazit

Die Spannung steigt. Stoßdämpfungstests, Windkanal, Probe-
fahrten, Passformtests – tausende von Daten sind zusammengetragen. Und welcher der 20 Helme kann
nun am Ende die meisten Punkte
für sich verbuchen? Nicht weniger interessant ist, wie sich die unterschiedlichen Preisklassen schlagen.

Gewaltige 1000 Punkte, verteilt auf fünf Hauptkriterien, waren im größten MOTORRAD-Helmtest aller Zeiten zu vergeben. Den Löwenanteil konnten die
20 Kandidaten in der Praxiswertung sammeln, schließlich nutzt der beste »Laborhelm« nichts, wenn er im täglichen Einsatz nicht fürs Motorradfahren taugt. Als zweitwichtigstes Kriterium wertete MOTORRAD die Stoßdämpfung, die teilweise erschreckende Ergebnisse lieferte und bei einigen Modellen daher zu herben Punktabzügen führte. Ein Nachtest dieser Helme folgt
in Kürze. Die restlichen Punkte konnten
in den weniger stark gewichteten Kriterien wie weiterer Unfallschutz, Aerodynamik/
Aeroakustik und Sicht gesammelt werden.
Und wer hat nun die Nase vorn? Es ist der S1 von Schuberth, der sich knapp
vor dem XR 1000 von Shoei platziert. Schlusslichter bilden die 100-Euro-Modelle von Nexo, Ixs und Probiker. Der Air-
stream Course Plain von Dainese erhält (noch) kein MOTORRAD-Urteil. Organisatorische Schwierigkeiten führten dazu, dass keine Stoßdämpfungswerte ermittelt werden konnten. Der Stoßdämpfungstest des Dainese erfolgt zusammen mit den Nachprüfungen aller Helme mit überschrittenen Grenzwerten – dann gibt’s das noch ausstehende Gesamturteil des Dainese.
Bis auf wenige Ausnahmen schneiden die hochpreisigen Modelle besser ab als die günstigeren. Aus der Reihe tanzen
lediglich der Agv Ti-Tech sowie der Vemar VTX Alkon, die beide massive Probleme in der Stoßdämpfung hatten.
Trotzdem gilt: Wer mehr investiert, hat große Chanchen, einen besseren Helm
zu bekommen. Dabei ist weniger die Stoßdämpfung die eigentliche Hürde. Auch »Billighelme« (siehe Takachi) erzielen diesbezüglich sehr gute Werte. Schließlich
gelten bei der ECE-Norm für sie dieselben Grenzwerte wie für teure Exemplare. Es hapert vielmehr in Praxiskriterien wie beispielsweise Handhabung, Passform und Belüftung. Und die sind zum Großteil
für die aktive Sicherheit beim Motorrad-fahren verantwortlich, was keinesfalls unterschätzt werden sollte. Denn nur
wer sich beim Fahren wohl fühlt, kann in entscheidenden Momenten auch schnell und richtig reagieren.

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