Gift im Leder: Test der Schadstoffe in älteren Kombis (Archivversion)

Bis nächstes Jahr zum Azo-Verbot warten oder doch jetzt schon eine neue Kombi? Dann aber bitte ohne Schadstoffe

Neue, aktuelle Lederkleidung ist frei von jenen Azo-Farbstoffen, die krebserregende Amine abspalten können, das hat MOTORRAD in einer Stichprobenanalyse festgestellt. Ältere Modelle aber können sehr wohl noch mit diesen Azo-Farbstoffen belastet sein, das hat die neuerliche Untersuchung bewiesen. Viele Motorradfahrer fahren mit diesen Kombis noch herum, möchten eventuell auf schadstofffreie Kleidung umsteigen. Aber viele dieser Modelle werden noch - und zwar bis Ende des Jahres völlig legal - verkauft. Wie kann sich ein Lederfreund nun vor so einem Fehlkauf schützen? Gleich bis 1999 warten? Eine Möglichkeit, die aber auch keine hundertprozentige Sicherheit bietet. Wer gewährleistet, daß die »Altware« dann wirklich aus dem Handel verschwunden ist?Alternative 1: Den Blick auf den Standort Deutschland werfen. Laut Verband der deutschen Lederindustrie wird von den Herstellern hierzulande schon lange Jahre vor dem Azo-Verbot auf den Einsatz dieser Farbstoffe verzichtet. Wichtig dabei ist, daß nicht der Markenname, sondern das Material aus Deutschland oder Österreich kommen muß. Viele Vertreiber kaufen günstiges Leder in aller Welt ein oder lassen gleich in Fernost produzieren (siehe Tabelle).Alternative 2: Nur die neuesten Modelle kaufen, sich nach dem Herstellungsdatum erkundigen. Ist kein jährlicher Katalog vorhanden, der über aktuelle Lederartikel Auskunft gibt, kann möglicherweise anhand der sogenannten Chargennummer, die auf einen Etikett steht, Produktionsort und -termin festgestellt werden. Wenn dieser Termin nach dem 31. März 1997 liegt, muß das Kleidungsstück per Gesetz sauber sein. Manch Konfektionär hat auch schon vorher seine Produktion umgestellt. Die Zeiten variieren stark: So läßt Motorradkleidungshersteller Dieter Braun seit 1996 ohne diese Azo-Farbstoffe fertigen, Harro seit 1994, Dainese seit Mitte 1995, Hein Gericke seit Januar 1995 und so weiter. Im Sinne der Verbraucher wäre es, wenn alle Lederhersteller und Großhändler ihre aktuellen Kollektionen mit »Schadstoff-frei«-Zertifikaten ausstatten würden.

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