Helme: Spezial (Archivversion) Test-Info

Bei den Labortests zum Thema Stoßdämpfung arbeitete MOTORRAD mit dem ADAC und dem TÜV Rheinland zusammen. Zentraler Prüfpunkt ist der Falltest nach ECE mit 7,5 m/s (27 km/h) Aufprallgeschwindigkeit, bei dem der Helm mitsamt dem gut fünf Kilogramm schweren Prüfkopf aus 2,87 Meter Höhe auf den Amboß fällt. Der ist entweder flach oder kantenförmig. Gemessen wird dabei die Verzögerung in g. Aus dem zeitlichen Verlauf der Beschleunigung ergibt sich der HIC-Wert (Head-Injury-Criterion), ein Maß für die einwirkende Energie. Die ECE-Grenzwerte betragen für die Beschleunigung 275 g und für den HIC-Wert 2400. Als Aufschlagpunkte wählten die Tester drei im realen Unfallgeschehen häufig betroffene Punkte: Ohrbereich, Stirn und Hinterkopf. Von jedem Helm wurden zwei Größen getestet, 54 und 60. Dabei können sich Unterschiede ergeben, weil die Polsterung bei kleinen Größen oft üppiger ausfällt. Die Dämpfung des Kinnteils wird Bestandteil der nächsten Helmnorm ECE 22/05 sein. MOTORRAD prüft sie bereits seit langer Zeit, und zwar im Gegensatz zum kostensparenden ECE-Verfahren nach einer aufwendigen Prozedur mit einem speziell präparierten Prüfkopf. Dabei wird neben der Kopfverzögerung die Kraft gemessen, die sich auf Kinn des Prüfkopfs und Kinnriemen aufteilt. Wiederum nach ECE verläuft die Prüfung der Visierfestigkeit, zusätzlich gibt es einen Test mit größerer Fallhöhe (1,75 Meter statt 1,0 Meter). Die PTB (Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig) nahm weitere Visierprüfungen vor, dazu gehört die Kratzfestigkeit, die in einem sogenannten Sandrieseltest ermittelt. Das Streulicht darf danach 5 cd m²/lux nicht überschreiten. Die Brechwerte, ein Maß für die optische Qualität, werden in Dioptrien gemessen. Werte unter 0,09? sind gut. Im Laborversuch wird zudem die Wirkung der Antibeschlag-Beschichtung gemessen, bei den Praxistests spielt der Luftaustausch im Gesichtsbereich eine Rolle.

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