Helmtest ´97 (Archivversion) Hutwillige Zerstörung

Wenn es um die Sicherheit der Leser geht, scheut MOTORRAD weder Kosten noch Mühen. In aufwendigen Labortests wurden jede Menge Helme zerstört, um zum Beispiel Wasserdichtigkeit, Schlagdämpfung, Visierfestigkeit oder Luftwiderstand akribisch auf den Grund zu gehen.

Zu früh gefreut: Das Service-Team von MOTORRAD hatte schon genüßlich die Füße auf den Tisch gelegt, denn der nächste große Helmtest nach 1995 war erst für das Jahr 1999 avisiert. Aber oft kommt es anders, als man denkt. Der Grund für die Änderung desTerminplans: 1995 wurden Helme in der Preisklasse über 400 Mark bis 1000 Mark getestet. Da das Geld aber mittlerweile nicht mehr so locker sitzt, geht der Trend eher zur Mittelklasse. Um den Lesern bei der Kaufentscheidung Hilfestellung zu geben, hat MOTORRAD diesen Test eingeschoben.300 Mark ist dabei die Schallmauer. Eine interessante Klasse, da sich hier Helme unterschiedlicher Bauart finden: einerseits gespritzte Thermoplast-Außenschalen, entweder aus modifiziertem Polycarbonat oder aus ABS-Werkstoff, andererseits aber auch schon Duroplast-Helme, also von Hand laminierte Schalen, in der Regel aus GFK-Matten aufgebaut. Manche Hersteller propagieren gar einen Materialmix GFK mit Kevlar- oder Karbon-Anteilen. Interessant ist daher der Wettstreit der Materialien. Bringen die Duroplast-Helme in der Sicherheit Vorteile? Oder müssen die Hersteller die höheren Produktionskosten durch einfachere Ausstattung wieder hereinholen? Sind vielleicht sogar Polycarbonat-Hüte die bessere Wahl?Wie üblich wurden alle Helme aus dem Lager der Hersteller oder Importeure beschafft. Gefordert wurde dabei eine Mindest-Losgröße von 150 Stück, aus der die elf benötigten Testhelme gezogen wurden. Insgesamt 152 Helme von 14 Herstellern durchwanderten das Prüfprogramm. Die Stoßdämpfung-Prüfungen und weitere Sicherheits-Test übernahm wie gewohnt der TÜV-Rheinland, die Visiere wurden bei der Physikalisch-Technischen Bndesanstalt in Braunschweig geprüft. Für aerodynamische Messungen stellte Schuberth den hauseigenen Windkanal zur Verfügung.

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