Helmtest: Klapphelme (Archivversion) Test-Info

Um den Luftwiderstand der Klapphelme zu testen, verließen sich die Tester nicht allein auf subjektive Eindrücke. Für exakte Messungen wurde ein Prüfkopf mit Kraftaufnehmern knapp einen Meter oberhalb eines Autodachs in leicht geneigter Position montiert, so daß der Helm frei angeströmt wird. Mit diesem Aufbau wurden an windstillen Tagen Meßreihen bei Tempo 160 km/h durchgeführt, die angegebenen Werte sind Mittelwerte mehrere Meßzyklen. Für die Messung des Geräuschverhaltens durfte MOTORRAD den Akustik-Windkanal von BMW benutzen, in dem nahezu geräuschfrei Windgeschwindigkeiten bis über 200 km/h erzeugt werden können. Der Meßkopf ist auf einem Dummy montiert, der in tourenmäßiger Sitzposition auf einem unverkleideten Motorrad sitzt. Störende Turbulenzen durch Verkleidungen oder Motorradteile sollen dadurch ausgeschlossen werden, die Anströmung ist weitestgehend laminar.Mit einem Kunstkopf der Firma Cortex wurde das Frequenzspektrum bei 100 und 130 km/h Windgeschwindigkeit gemessen und auf DAT-Bändern aufgezeichnet. Bewertet wurde schließlich der Summenpegel, ein Maß für die objektive Belastung des Gehörs. Zusätzlich wurden die Aufzeichnungen im Studio von mehreren Personen abgehört und subjektiv beurteilt, denn je nach Frequenzspektrum kann Lärm mit gleichem Summenpegel als unterschiedlich laut empfunden werden. Manche Helme produzieren ein sehr lästiges, unregelmäßiges Geräusch, hier und da kommen auch unangenehme Störgeräusche wie Pfeifen oder pulsierendes Dröhnen dazu. Angenehmer wird ein gleichmäßiger Frequenzverlauf ohne Ausreißer in bestimmten Bereichen empfunden. Um die Praxisnähe der Kunstkopf-Messungen zu gewährleisten, verglich ein Tester durch eine eigene Testreihe auf dem im Windkanal montierten Motorrad die Aufnahmen mit seinen Eindrücken. Dabei zeigte sich eine sehr gute Übereinstimmung, die mit dem Kunstkopf gemessene Geräuschkulisse entsprach ziemlich genau der tatsächlich wahrgenommenen. Daß die Windkanal-Messungen nicht graue Theorie sind, zeigte sich außerdem bei den Fahrtests in freier Wildbahn, die auf verschiedenen Motorrädern ohne Verkleidung mit 100 und 160 km/h vorgenommen wurden. Die Wahrnehmbarkeit der Umweltgeräusche ist ebenfalls eine subjektive Bewertung der Testfahrer.Auf denselben Motorrädern fanden auch die weiteren Praxistests mit verschiedenen Testfahrern statt, bei denen Sitz, Bedienung und Trageverhalten der einzelnen Helme erprobt wurden. Die in den Tabellen angegebenen Bewertungen sind jeweils Mittelwerte. Die Regendichtheit mußten die Testkandidaten auf einem speziellen Prüfstand unter Beweis stellen, indem sie xx Minuten mit Wasser berieselt wurden, wobei eine Turbine für 80 km/h Windgeschwindigkeit sorgte.Nicht zu vergessen ist eine gut verständliche, bebilderte Bedienungsanweisung. Darin sollten unbedingt auch Hinweise enthalten sein, die vor dem Fahren mit hochgeklapptem Kinnteil warnen.

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