Helmtest: Klapphelme (Archivversion) Test-Info

Die Sicherheitstests nahm MOTORRAD auf den Prüfeinrichtungen des ADAC und des TÜV Rheinland vor. Zentraler Prüfpunkt war der Stoßdämpfungstest entsprechend der ECE-Norm, bei dem der Helm mitsamt dem gut fünf Kilogramm schweren Prüfkopf aus einer Höhe von 2,87 Metern auf den Prüfkörper fällt. Neben dem Aufschlag auf eine flache Unterlage wurde der Stoß auf eine Kante geprüft, die dem Anprall gegen einen Bordstein simulieren soll. Die Aufprallgeschwindigkeit beträgt 27 km/h. Das erscheint zunächst niedrig, jedoch sind die gemessenen Werte bereits in einer Größenordnung, bei der Schädigungen des Gehirns möglich sind. Mit der Fahrgeschwindigkeit hat die effektive Aufprallgeschwindigkeit nicht direkt zu tun, diese ist etwa bei einem Sturz mit 100 km/h praktisch immer erheblich niedriger. Wer mit 40 km/h gegen eine Betonwand fahren würde, hätte wenig Überlebenschancen. Bei den Aufschlagpunkten wurden die nach Unfallstatistiken am häufigsten betroffenen Stellen ausgewählt: Ohrbereich, Stirnbereich seitlich und Hinterkopfbereich. Ausgewertet wird dabei der Spitzenwert der Verzögerung und der HIC-Wert (Head Injury Criterium), der den Kurvenverlauf der Verzögerung berücksichtigt. Von jedem Modell wurden zwei Größen getestet, jeweils für die Prüfköpfe 54 und 60 passende Helme. Dabei können sich durchaus Unterschiede ergeben, da alle Testmodelle mit einer einzigen Schalengröße für die gesamte Größenstaffel arbeiten. Kleine Größen sind entsprechend mehr gepolstert als große. Gerade bei Klapphelmen ist die Dämpfung des Kinnteils interessant, für die es in der ECE-Norm bisher keine Vorgaben gibt. Der TÜV machte dazu Versuchsreihen, bei denen der Prüfkopf mit Helm zentral auf den Kinnbügel fällt. Gemessen wird dabei die Kopfverzögerung, die Kinnriemenkraft und die auf denn Kinnbereich wirkende Kraft. Für die Visierdurchdringung gab es zwei Tests: Neben dem ECE-Test, bei dem eine drei Kilogramm schwere Kugel aus einem Meter Höhe auf das Visier fällt, wurde die Fallhöhe in einer zweiten Reihe auf 1,75 Meter gesteigert.Die Kratzfestigkeit der Visiere testete die PTB (Physikalisch-Technische Bundesanstalt) in Braunschweig in einem standardisierten Sandrieseltest. Auch hier setzt die ECE einen Grenzwert (5 cd/m² lx), nicht jedoch für das Beschlagverhalten. Dies wird in einer Wasserdampf-Atmosphäre untersucht, der Visiere mit wirksamen Beschichtungen länger als eine Sekunde widerstehen können.

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