Helmtest: Preisgünstige Helme (Archivversion)

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, das könnte auch für die Teilnehmer des großen MOTORRAD-Helmtests gelten. Mit wenigen Highlights erringt kein Helm in einem so aufwendigen Test den Sieg, nur die Summe vieler positiver Eigenschaften bringt es. Das schaffen ohne größere Ausrutscher drei Helme, der Bayard Focus LX, der Schuberth Vista und der Uvex Revolution, aber auch das gute Mittelfeld kann eine Empfehlung wert sein. Ein Zufall, daß die drei sehr gut benoteten Helme gespritzte Schalen haben? Die Konkurrenten mit Duroplast-Schalen mit GFK oder ähnlichen Materialien landen bestenfalls im Mittelfeld. Laminierte GFK-Helme sind in der Fertigung erheblich teurer, die Verkaufspreise beginnen gerade bei 300 Mark. Offensichtlich gelingt es den Herstellern nur mit Abstrichen in anderen Bereichen, Helme mit Duroplast-Schalen unter diese Grenze zu drücken. Helm-Schalen in Formen zu spritzen ist bei Großserien spottbillig. 300 Mark ist die Topklasse, die Hersteller können entsprechend mehr in die Verarbeitung und Ausstattung investieren. Sind also in dieser Preisklasse die Polycarbonat-Helme der bessere Tip? Die Testsieger beweisen es. Zumal moderne Thermoplast-Werkstoffe viele Jahre ohne Verlust an Festigkeit überdauern. Und nach spätestens fünf bis sechs Jahren gehört selbst eine GFK-Mütze in den Müll, da die Innenaustattung verschleißt und ausleiert. Daß einige Polycarbonat-Schalen nach den Falltests Risse hatten, mindert die Sicherheit nicht. Im Gegenteil, dadurch kann bei richtiger Auslegung Energie abgebaut werden. Übrigens wird auch bei teuren Karbon-Helmen bei Stürzen die Schale oft eingedrückt. Insgesamt also ein beruhigendes Ergebnis, Sicherheit ist nicht unbedingt Preisfrage. Mehr oder weniger gute Kopfbedeckungen gibt es in allen Preislagen, MOTORRAD wird auch in Zukunft für die Leser die Spreu vom Weizen trennen - vielleicht schon vor der Jahrtausend-Wende wieder.

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