Interview Hjalte Tin und Nina Rasmussen (Archivversion)

Interview Hjalte Tin und seine Frau Nina Rasmussen reisten 1980 zusammen mit ihrer einjährigen Tochter Ida und dem fünfjährigen Sohn Emil auf zwei Motorrädern ein Jahr lang durch Südamerika. Die Leidenschaft zu reisen ist geblieben: Hjalte und Tochter Ida organisieren heute weltweite Motorradreisen (www.moto-mundo.com).

Warum seid ihr mit euren Kindern
auf Motorrädern und nicht in einem Auto gereist?
Motorrad fahren bietet ein viel stärkeres Naturerlebnis, und das Freiheits-
gefühl ist einfach unschlagbar. Zudem kommt man überall auf der Welt als Motorradfahrer viel schneller in Kontakt mit der Bevölkerung, als wenn du mit einem teuren Auto daherrollst.
Hattet ihr nie Angst vor einem Unfall?
Selbstverständlich! Wer mit seinen Kindern reist, ist ständig in Sorge
um deren Sicherheit. Aus diesem Grund sind wir stets besonders vorsichtig und langsam gefahren. Wir haben pro Tag nie mehr als rund 100 Kilometer zurückgelegt, damit die beiden nicht den Spaß am Reisen verlieren. Ida und Emil saßen dabei stets vor uns, damit wir sehen konnten, wie es
ihnen geht. Unseren Kindern ist während vier langen Reisen in alle Welt niemals etwas passiert.
Hattet ihr damals bestimmte Schutzkleidung verwendet?
Emil und Ida trugen immer einen Helm und feste Schuhe – mehr gab es
seinerzeit nicht für Kinder.
Was haben eure Familienangehörigen und Freunde zu diesen Reiseplänen gesagt?
Natürlich konnte das niemand nachvollziehen. Es half auch nichts,
wenn wir erklärten, dass wir jeden Tag die Reise neu überdenken
wollten. Falls es den Kinder keinen Spaß gemacht hätte, hätten wir
sofort alles abgebrochen und uns etwas Neues ausgedacht. Wir
mussten ja niemandem etwas beweisen.
Glaubst du, dass diese Art zu reisen deinen Kindern Spaß bereitet hat?
Ja! Welche Kinder können eine so lange Zeit – 24 Stunden am Tag –
mit ihren Eltern verbringen? Davon haben wir alle profitiert, und Ida und Emil sind heute noch die besten Freunde.
Würdet ihr alles wieder genauso machen?
Unbedingt! Diese Reisen waren das Beste, was wir je unternommen haben.
Was ratet ihr anderen Eltern?
Man muss sein Kind als Schlüssel für ein tolles Reiseerlebnis sehen – und nicht als Hindernis. Wer sich mit seinem Nachwuchs auf ein Abenteuer einlässt, wird einzigartige Erfahrungen sammeln. Dabei ist es völlig egal,
wie und womit man reist. Kinder sind übrigens großartige Reisebegleiter.

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