Lederjacken und Gift: Test der Schadstoffe (Archivversion)

Bernhard Rosenkranz ist Diplom-Oekotrophologe und Leiter der Abteilung Umwelt, Ernährung, Energie der Verbraucher-Zentrale Hamburg und zeichnet als Autor verschiedener Publikationen zum Thema Leder.

Insgesamt sind vier der acht untersuchten Lederjacken als »nicht empfehlenswert« einzustufen. Begründung: In diesen Proben wurde das krebserregende, erbgutschädigende und stark allergieauslösende Schwermetall Chrom (VI) nachgewiesen. Aufgrund des Gefahrenpotentials sollte sechswertiges Chrom nicht in Leder enthalten sein. Denn für krebserregende Substanzen gibt es keine unschädliche Konzentration. Unter Umständen genügt bereits ein einziges Molekül, um die Gesundheit zu schädigen.Die Dainese-Jacke Tosa ist außerdem untragbar, weil sie auch drei krebserregende aromatische Amine aus der Färbung mit Azofarbstoffen enthält, der Wert für Benzidin lag sogar um das 122fache über dem Erkennungsschwellenwert. Alle vier Jacken wären nicht mit einem Gütesiegel für »schadstoffgeprüftes Leder«, zum Beispiel vom TÜV Rheinland, der Deutschen Gerberschule Reutlingen oder vom Forschungsinstitut Hohenstein, ausgezeichnet worden. Obwohl die Lederjacken mit einem Futter versehen sind und somit das Leder nicht großflächig direkt mit der Haut Berührung kommt - außer am Kragen und an den Manschetten -, ist insbesondere im Sommer, wenn MotorradfahrerInnen unter der warmen Schutzkleidung stark schwitzen, nicht auszuschließen, daß sich bedenkliche Substanzen aus dem Leder herauslösen und über das Futter oder sogar direkt mit der Haut in Berührung kommen. Bei Lederkleidung, die nach einem Regenguß stark abfärbt, werden nicht nur die Farbe, sondern auch gesundheitsgefährdende Substanzen aus dem Leder herausgespült. Wenn also ältere Lederjacken, -kombis oder -hosen in diese Kategorie gehören, sollte von einem weiteren Gebrauch abgesehen werden.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote