Neuer BMW-Systemhelm (Archivversion) Klapp der guten Hoffnung

Mit dem völlig neu entwickelten Systemhelm 4 versucht BMW, die Detailmängel der Vorgängermodelle vergessen zu machen.

Am 6. September 1997 ist es soweit: Es gibt einen neuen BMW-Systemhelm - jetzt laufende Nummer vier. Der Vorgänger, der »Evo 3«, hatte immer wieder mit hakeligem Klappmechanismus, Auftriebskräften im Fahrbetrieb und Wassereinbrüchen bei Regenfahrten genervt.Diese Kritikpunkte sollten beim Nachfolgemodell natürlich beseitigt werden. Doch ganz oben auf der Anforderungsliste der Konstrukteure stand die Einhandbedienung des Kinnbügels. Eine zentral angeordnete Öffnungstaste im Kinnbereich betätigt über einen innenliegenden Drahtbügel den Verschlußmechanismus auf beiden Seiten des Helms.Einschneidende Veränderungen gibt’s auch beim Visier, das erstmals im Spritzgußverfahren aus Polycarbonat hergestellt wird. Die bisher nötige Warmverformung entfällt - die dadurch entstehenden optischen Verzerrungen ebenfalls. Die Visier-Betätigung erfolgt nicht mehr über den Bügel an der Stirn, sondern über zwei Leisten am unteren Rand der Scheibe. Und damit Systemhelmträgern bei Regenfahrten in Zukunft die Gesichtswäsche erspart bleibt, zieht sich jetzt rund um den Visierbereich eine dünne Gummilamelle.Bei freundlicher Wetterlage können Visier und Kinnteil ohne Werkzeug in wenigen Sekunden demontiert werden, und mit Zubehörteilen für gut 100 Mark - gegen Ende dieses Jahres erhältlich - läßt sich der Integralhelm dann in einen Jet- oder Endurohelm verwandeln.Um die Auftriebskräfte bei höheren Geschwindigkeiten zu senken, wurden Versuche mit unterschiedlichen Spoilern in den Windkanälen von BMW und Schuberth durchgeführt. Hatte der 3 Evo noch einen Auftrieb von fünf Newton bei 160 km/h, so kann sein Nachfolger bei der gleichen Geschwindigkeit mit 15 Newton Abtrieb aufwarten. Je nach bevorzugter Kopfhaltung (Sportler oder Tourer) können unterschiedlich geformte Nackenteile eingebaut werden, um Zugluft und Geräuschentwicklung möglichst gering zu halten.Die Anpassung der nur in einer Größe gefertigten Helmaußenschale aus GfK, Kevlar und Carbon an die verschiedenen Kopfgrößen erfolgt über vier unterschiedliche Innenschalen und verschiedene Polsterungen. Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen sind die Wangenpolster fest an der Helmschale und nicht mehr am Kinnteil angebracht. Den Systemhelm 4 wird es in neun Größen zwischen 48/49 und 64/65 geben.Wieviel die Änderungen in der Praxis bringen, wird MOTORRAD demnächst untersuchen. Wieviel der nach ECE 22/04 geprüfte und von Schuberth produzierte Systemhelm 4 kostet, steht dagegen jetzt schon fest: in Rot und Weiß 698 Mark, in Graumetallic 749 Mark. Und wer ihn in einer gelb-grauen Zweifarblackierung passend zu seiner BMW K 1200 RS haben will, bezahlt 899 Mark.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote