Praxistest: Helm »S1« von Schuberth (Archivversion) Entwicklung

Von der Idee bis zur Serienfertigung vergehen Jahre - Zeit für Verbesserungen bleibt bis zum Schluss.

Nach 26 Monaten Entwicklungszeit präsentieren die Helmspezialisten von Schuberth auf der Intermot in München einen Integralhelm mit integrierter Sonnenblende. Oberstes Entwicklungsziel des Schuberth S1 war eine optimierte Aero-Akustik, die maßgeblich für die Fahrgeräusche verantwortlich zeichnet. So konnten die Techniker im Schuberth-eigenen Akustik-Windkanal mittels selbst entwickelten Messtechniken das Geräuschniveau durch Optimierung unzähliger kleiner Details laut eigener Aussage bis auf 85 dB (A) bei 100 km/h reduzieren (der Durchschnitt liegt etwa bei 100 dB (A)) .Weitere Besonderheit sind justierbare Kopfpads im Inneren, die bei niedrigen Temperaturen einfach über die Belüftungsöffnungen verschoben werden. Hinzu kommt eine völlig neue Visiermechanik, die den Scheibenwechsel wesentlich erleichtert. Für beschlagfreie Sicht sorgt die dritte Generation der so genannten HighClear-Beschichtung, wie sie auch Rennfahrer Michael Schumacher in der Formel 1 seit diesem Jahr benutzt.Außerdem bietet Schuberth unterschiedliche Nackenpolster und Kinnspoiler an, mit denen Käufer den S1 an ihre jeweiligen anatomischen Gegebenheiten exakt anpassen können, sowie einen aufpreispflichtigen Noise-Deflektcor, der unten am Helm befestigt wird und diesen noch leiser machen soll.Zur erweiterten Sicherheitsausstattung gehören Refektoren unter dem Visier und im Nacken sowie ein Nackengurt-Schutzsystem. Hierbei fixieren zwei nach hinten laufende Gurte den Kinnriemen, was verhindern soll, dass der Helm beim Unfall nach vorn vom Kopf gestreift werden kann und schwere Kehlkopfverletzungen verursacht.Die Außenschale besteht aus einer glasfaserverstärkten Duroplast-Matrix, die zusammen mit einem unter hohem Druck eingespritzten Spezialharz und unter Vakuumeinsatz für außergewöhnliche Festigkeit sorgt. Um die Stoßdämpfung kümmert sich modular aufgebauter Schaum.Den MOTORRAD-Test nahm Schuberth zum Anlass, einige Kritikpunkte bei der in Kürze anlaufenden Serienproduktion nachzubessern. So wird die Visierdichtlippe (Pfeifgeräusche) modifiziert und alternativ ein Visier mit Bedienungsnippel sowie ein Doppel-D-Verschluss angeboten.

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