Praxistest Shoei-Helm XR 1000 (Archivversion)

Tausendsassa?

Shoeis bislang erfolgreichster Helm, der XR 900, wird diesen Sommer vom Nachfolgemodell abgelöst. Kein leichtes Erbe. Doch beim europaweit ersten Test von MOTORRAD überzeugte der XR 1000.

Ende April kam es an. Das Paket aus Japan. Inhalt: das erste, quasi druckfrische Shoei-Modell XR 1000 aus der Serienfertigung. Der Neue soll ab August dieses Jahres den beliebten XR 900 ablösen, von dem allein in Deutschland rund 35000 Stück verkauft wurden.Zu den auffälligsten Änderungen gehört der markante Spoiler am Hinterkopf, den Shoei wie viele andere Hersteller aus Sicherheitsgründen aufklebt. Wäre er fest in die Helmschale einlaminiert, könnte sich der Helm bei einem Unfall an einem Hindernis verhaken. So aber reißt der Spoiler bei großer Krafteinwirkung ab. Zu den weiteren äußerlichen Unterschieden gehören die beiden Belüftungsöffnungen im Stirnbereich sowie der große, fischmaulartige Einlass der Visierbelüftung.Bei den ausgiebigen Fahrtests von MOTORRAD konnten beide Belüftungseinrichtungen voll überzeugen. Schon ab zirka 40 km/h strömt bei Bedarf spürbar Kühlluft an den Kopfbereich. Auch mit der Aerodynamik sammelt der XR 1000 Pluspunkte. Der Helm erweist sich bis in höchste Geschwindigkeiten als absolut neutral und liegt sehr ruhig und stabil im heranbrausenden Fahrtwind. Außerdem ist der Neue für Shoei-Verhältnisse angenehm leise. Zwar kann er noch immer nicht mit einem Schuberth S1 oder Baehr Silencer mithalten, doch eine Verbesserung zum Vorgänger ist klar hörbar.Das gilt ebenso für die überragende Passform des XR 1000. Der Helm liegt rundum perfekt am Kopf an und überzeugt durch kuschelige und dennoch straffe Polsterungen bis in den Wangenbereich. Für zusätzlichen Komfort sorgt ein Windabweiser am Kinn, der unangenehme Luftverwirbelungen im Innenraum verhindert. Bei geschlossenem Visier ist das Gesicht praktisch komplett vor Zugluft geschützt.Zu den ganz wenigen Kritikpunkten zählen die gelegentlich auftretenden leichten Pfeifgeräusche, deren Verursacher während des Tests nicht lokalisiert werden konnte, sowie das zu klein geratene Pinlock-Doppelvisier. Vor allem bei sportlich nach vorn geneigter Kopfhaltung – beispielsweise beim Zusammenkauern auf einem Supersportler – stört die obere Kante des Visiers (siehe auch Foto rechts oben). Dafür gehört das lästige Beschlagen endlich der Vergangenheit an – ein echtes Plus an Sicherheit.Shoei-typisch präsentiert sich die Visiermechanik. Ein Visierwechsel dauert nur wenige Sekunden. Ebenso gefällt die seitliche Wipptaste, mit der die Scheibe einen Spaltbreit geöffnet oder – auch das ist neu – in geschlossener Stellung verriegelt werden kann. Diese Arretierung verhindert bei einem Unfall – zumindest bis zu einer gewissen Krafteinwirkung – das ungewollte Öffnen des Visiers. Steine oder herumfliegende Splitter können sonst zu Gesichtsverletzungen führen.Alles in allem hinterlässt der neue Shoei XR 1000 einen sehr guten Eindruck und wird mit Sicherheit mindestens so erfolgreich wie sein Vorgänger. Nähere Infos zum Erscheinungstermin und einen Bezugsnachweis gibt’s bei Shoei Deutschland, Telefon 0211/1754360, www.shoei.com.
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Helm »XR 1000« von Shoei: Praxistest (Archivversion)

Getreu dem Motto »Stillstand ist Rückschritt« begannen die Verantwortlichen von Shoei bereits Ende 2000 mit der Entwicklung eines Nachfolgers für den XR 900, obwohl dieser erst 2001 auf den Markt kam. Weiter verbessert werden sollten laut Lastenheft unter anderem die Kriterien Tragekomfort, Aerodynamik, Geräusche und Belüftung.In puncto Tragekomfort betreiben die Japaner im Vergleich zu den Mitbewerbern besonders großen Aufwand. Da europäische Köpfe nun mal anders geformt sind als asiatische oder amerikanische, benutzt Shoei schon immer unterschiedliche Innenausstattungen respektive Passformen für Asien, Amerika und den europäischen Markt. Um die besten Passformen zu ermitteln, stehen bei jeder Helm-Neuentwicklung Testfahrten mit ausgewählten Fahrern der jeweiligen Kontinente auf dem Programm.Außer den aufwendigen Praxistests führt Shoei auch Untersuchungen in den eigenen Laboratorien durch. So optimieren die Techniker im Windkanal beispielsweise die Formen der Außenschale und der Belüftungskanäle. Allein für die Luft-Austrittsöffnungen am Hinterkopf-Spoiler des XR 1000 verbrachten die Aerodynamiker viele Stunden im Labor, bis letztlich eine Form entstand, die für optimale Entlüftung bei gleichzeitig geringstmöglicher Störung der Umströmung des Helms sorgte. Um zu prüfen, was sich unter der Helmschale abspielt (Stichwort Feuchtigkeitshaushalt und Belüftung), verwendet Shoei einen Messkopf mit einer Vielzahl elektronischer Sensoren.Last but not least zerstören die Tester im Prüflabor tagtäglich dutzende von Helmen nach den vorgeschriebenen Normen (beispielsweise ECE 22.05), um noch während der Entwicklung Verbesserungen in die Gestaltung der Außenschale und des Styroporkerns einfließen zu lassen.Und obwohl bereits in wenigen Monaten der XR 1000 erscheint, arbeiten die Shoei-Ingenieure und -Designer bestimmt schon längst mit Hochdruck an seinem Nachfolger.

Helm »XR 1000« von Shoei: Praxistest (Archivversion)

Modell: Shoei XR 1000Preise: einfarbig 369 Euro, metallic 399 Euro, Grafik 469 Euro, Replika 499 EuroGrößen: XXS bis XXL Farben: Schwarz, Blaumetallic, Graumetallic,Rotmetallic, Silbermetallic, elf Dekor-Varianten,Jimmy-Moor-Replika Außenschale: Fiberglas/Organic Fibre Gewicht: 1374 Gramm*Sonstiges: beschlagfreies Pinlock-Visier imLieferumfang; Visier- und Kopfbelüftung, Hinterkopfentlüftung; Doppel-D-Verschluss; austauschbare Wangenpolster; Antiallergen-Innenfutter; lieferbar ab August 2003 Plus:O perfekte PassformO beschlagfreies VisierO leichtO sehr gute VerarbeitungO gute AerodynamikO sehr gute BelüftungO top Visiermechanik Minus:O Pinlockscheibe zu kleinO leichte PfeifgeräuscheFazit: Der XR 1000 ist ein Volltreffer. Er kann praktisch alles besser als sein Vorgänger XR 900. Der Neue ist wesentlich leiser und hat endlich ein beschlagfreies Visier bekommen. Passform, Belüftung und Visiermechanik sind tadellos. Alles in allem ein echter Top-Helm, daran ändern auch die etwas zu klein geratene Pinlock-Scheibe und die gelegentlich auftretenden Pfeifgeräusche nichts. sehr gut

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