Praxistest Textiljacken der Oberklasse (Archivversion) Im grünen Bereich

Zehn Textiljacken mit Funktionsmembran der preislichen Oberklasse mussten im Praxistest Farbe bekennen. MOTORRAD zeigt, für welche Exemplare die Ampel auf Grün steht.

Fortsetzung folgt, versprach MOTORRAD nach dem letzten, überaus enttäuschenden Test von acht Textiljacken mit Funktionsmembran der Preisklasse um 200 Euro (MOTORRAD 5/2001). Diesmal mussten zehn Motorradjacken der Oberklasse ihre Praxistauglichkeit unter Beweis stellen. Wer in ein solches Hightech-Bekleidungsstück aus abriebfesten Kunstfasern und Gore-Tex-Membran (Spidi mit H2Out-Membran) zwischen 400 und knapp über 500 Euro investiert, hat entsprechend hohe Erwartungen. Diese werden im wichtigsten Punkt, dem Wind- und Regenschutz, von neun Testkandidaten mit Bravour erfüllt (siehe nebenstehenden Kasten). Nicht überzeugend hingegen die Vorstellung der Yoko Freeride, deren exakt identischen Wassereintrittstellen an beiden Ärmeln auf eine nachlässige Verarbeitung beim Verkleben des Gore-Tex-Laminats hindeuten. Bei der Passform zeigt das finnische Produkt ebenfalls Schwächen. Der viel zu kurze und im Bereich von Jackenbund und Brust zu weit ausfallende Schnitt lässt nur den Schluss zu, dass bei der Entwicklung der Jacke die typische Fahrerhaltung auf dem Motorrad keine Berücksichtigung fand. Diesen Vorwurf müssen sich in abgeschwächter Form auch einige Konkurrenten gefallen lassen, die teilweise mit zu kurzen Ärmeln, einem zu weiten, nicht verstellbaren Kragen oder weiteren unpraktischen Details wie einem falsch platzierten Taillengurt ärgern. Vor dem Kauf empfiehlt sich daher in jedem Fall eine ausgiebige Sitzprobe auf dem eigenen Bike, um die Passform sowohl mit als auch ohne Innenfutter zu überprüfen.Keine Probleme mit dem passenden Schnitt dürfte es bei der Dream GTX von Stadler geben. Die hervorragend verarbeitete und sinnvoll ausgestattete Jacke ist nicht nur in den gängigen Konfektionsgrößen für Damen und Herren erhältlich, sondern auch in vielen Sondergrößen für schlanke oder untersetzte Figuren sowie – gegen Aufpreis – als Maßanfertigung. Mit dieser Größen-Vielfalt sichert sich die rundum überzeugende Stadler-Jacke letztlich den Sieg, obwohl einige Konkurrenten in Sachen Ausstattung, Materialanmutung und Verarbeitung durchaus mithalten können.

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