Praxistest (Archivversion)

Enduro-Zubehör

Aus der aktuellen Enduro-Kollektion von Alpinestars, Telefon 0039/04235286, testete MOTORRAD die 159,95 Euro teure Techstar-Hose und die Jet-Jacke für 168,95 Euro. Beide Teile sind prima verarbeitet und aus einem robusten Material, das den unvermeidlichen Kontakt mit Ästen, Gestrüpp oder Steinen im Allgemeinen un-beschadet wegsteckt. Die Jackenärmel lassen sich für hitzigen Einsatz abzippen, die Hose ist durch einen großen Stretchbereich im Schritt und an den Innenschenkeln gut durchlüftet – was bei Temperaturen unter 10 bis 15 Grad Celsius unangenehm werden kann. Ansonsten gibt’s über die Hose, abgesehen von schmutzempfindlichen Biesen (Weiß), nichts zu meckern. Bei der Jacke erhöht der kurze Schnitt vorn die Bewegungsfreiheit. Hinten ist sie relativ lang und sehr weit geschnitten. Da sie sich im Saum nicht enger stellen lässt, wird es bei hohem Tempo unangenehm zugig. Außerdem sind zwei Außentaschen und eine Innentasche zu wenig. Dafür überzeugen die engen, flatterfreien Ärmel sowie die gut schließbaren Armbündchen und der wandlungsfähige Kragen.
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Oakley, Telefon 089/996504100, bekannt für qualitativ hochwertige Brillen für den Sport- und Freizeitbereich, bietet mit der O-Frame MX Enduro (Preis 59 Euro) ein Modell, dessen belüftete Scheibe im Test selbst bei schwierigen Bedingungen (schweißtreibende Geländepassagen bei frostigen Temperaturen) nicht beschlug und trotzdem nicht mit Zugluft im Augenbereich nervte. Dafür schränkt die Doppelscheibenkonstruktion mit Rahmen und obenliegenden Belüftungsöffnungen das Sichtfeld etwas ein. Weiterer kleiner Kritikpunkt ist das Brillenband, das für besonders groß ausfallende Crosshelme einen Tick länger sein dürfte. Passfom und Tragekomfort der MX Enduro sind hingegen tadellos. Ebenso überzeugen die sehr gute Verarbeitung, der flexible Kunststoffrahmen und die mehrlagige, weiche Polsterung.

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Beim Endurofahren leistet eine Luftpumpe wie die Matrix T-Zoom von SKS, Telefon 02933/8310, für 24 Euro gute Dienste. So kann der auf kniffligen Geländepassagen verringerte Luftdruck (besserer Grip) anschließend wieder erhöht werden. Der Griff der 214 Gramm leichten T-Zoom lässt sich t-förmig ausklappen – was sich beim Pumpen allerdings eher als hinderlich erweist – oder herkömmlich verwenden. Dank funktioneller Ventilklemmung flutscht das Reifen-Befüllen ohne großen Kraftaufwand. Allerdings sind viele Hübe nötig, da das Pumpvolumen trotz Teleskop-Funktion recht klein ist.

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Relativ klein fallen die neuen Sinisalo-Crosshandschuhe des Typs SCD aus (Preis: 39,90 Euro bei Zupin, Telefon 08669/ 8480). Deshalb besser gleich eine Nummer größer als gewöhnlich bestellen. Die leich-ten Fingerlinge bieten ein sehr gutes Griffgefühl, viel Bewegungsfreiheit und sind in der Regel ausgesprochen angenehm zu tragen. Nur ein Testfahrer klagte über eine schmerzhafte, vom Kunststoffprotektor verursachte Druckstelle am Knöchel des linken Mittelfingers. Außerdem entspricht der Klettriegel am Handgelenk nicht der gewohnten Qualität von Sinisalo und ist weder gut zu bedienen, noch haftet er ausreichend. Das führte zu einer Test-Abwertung.

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Tectalk nennt sich das neueste Funkhandy von Alan Electronics, Telefon 06103/94810. Ein Paar der anmeldefreien Geräte, die sich laut Hersteller besonders für den Sport- und Outdoorbereich eignen, kostet 99,95 Euro. Dank ausführlicher Anleitung lassen sie sich schon nach wenigen Minuten kinderleicht bedienen. Unter anderem kann die Sendeleistung für den Nahbereich reduziert werden. Trotz hoher eingestellter Leistung überstanden die Geräte (Einzelgewicht 198 Gramm) fünf Tage (nachts ausgeschaltet) ohne Nachladen. Die Verständigung in freiem Gelände funktionierte bis zu mehreren Kilometern sehr gut. Sobald sich aber dichter Wald oder Bergkuppen zwischen die Funkpartner schieben, bricht die Verbindung bereits nach einigen hundert Metern ab.

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Neu im Programm von Michelin, Telefon 0721/530-3349, sind die für Straße und Wettbewerb zugelassenen FIM-Enduroreifen des Typs Endurostar, denen MOTORRAD auf rund 600 Kilometern gemischten Straßen- und Geländeeinsatzes mit einer KTM 525 MXC auf die Stollen fühlte. Die seitlichen Gummiblöcke am Vorderrad sind im Gegensatz zum Michelin Enduro Competition IV nicht diagonal, sondern parallel zur Fahrtrichtung angeordnet. Gefühlsmäßig führt dies zu etwas weniger Seitenführung auf weichem Untergrund. Auf der Straße reagieren die Endurostar empfindlich auf Längsrillen (schlingern), erlauben aber erstaunlich viel Schräglage, ohne mit Rutschen oder gar Wegknicken der Stollen zu überraschen. Im Gelände liegen die Stärken der neuen Gummis auf harten Böden und Schotter. Im Gegensatz zu manchem Mitbewerber neigen die Stollen des Hinterreifens nicht zum Ausreißen oder Abbrechen, sondern widerstehen auch derben Einsätzen und der kräftigen KTM-Power anstandslos. Sehr erfreulich: der geringe Testverschleiß auf den gefahrenen 600 Kilometern von 1,5 Millimeter vorn und 4,2 Millimeter hinten (Neuzustand v/h: 11/12,5 Millimeter).

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Besonders beim Endurofahren, wo man meist nur dünne Jacken ohne Protektoren oder Shirts trägt, sind geeignete Schützer unter der Kleidung empfehlenswert. Wesentlich bequemer als die klobigen Brustpanzer aus dem Motocross-Bereich sind so genannte Protektorenhemden. Unter anderem hat Krawehl, Telefon 040/78919450, das Modell MDF-770 von Arlen Ness für 199 Euro im Programm. Der Oberkörperschutz ähnelt der seit Jahren angebotenen Safety-Jacke von Dainese und ist wie diese mit Hartschalenprotektoren an Schultern, Ellbogen und im Rücken sowie großflächigen Schaumprotektoren im Brust-, Arm- und Nierenbereich ausgestattet. Beim Fahren trägt sich das MDF-770-Hemd wie eine zweite Haut und liegt dank zahlreicher Verstellmöglichkeiten prima am Körper an, was auch für eine gute Fixierung der Protektoren sorgt. Nur der doppelte Nierengurt fällt für schlanke Motorradfahrer etwas zu üppig aus. Als gewöhnungsbedürftig erweist sich für die Herren der Schöpfung der auf der rechten Seite angebrachte Zipper des Frontreißverschlusses.

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Die Acerbis-Knieschoner Impact mit austauschbaren und waschbaren Polstern gibt’s bei Büse, Telefon 02471/ 12690, für 39,90 Euro. Die stark gewölbten Knieschalen beanspruchen doch viel Platz unter der Cross-Hose. Ist der vorhanden, tragen sich die auffallend leichten Schoner angenehm und ohne Druckstellen. Besonders positiv fielen die Waden-Schnellverschlüsse auf, die nur einmal auf die richtige Länge eingestellt werden müssen, sowie die für rechts und links unterschiedlich geformten und zwecks besserer Belüftung geschlitzten Kunststoffprotektoren.

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Pro Feet, Telefon 09721/509870, vertreibt die wasserdichten und atmungsaktiven Socken der Marke SealSkinz. MOTORRAD probierte die extralange Mid-Light-Long-Version für 49,90 Euro. Im ersten Moment wirken die Strümpfe etwas unförmig, und das Tragegefühl erfordert wegen der integrierten Sympatex-Membrane ein wenig Gewöhnung – die Socken »knistern«. Wenn der Fuß jedoch erst einmal im Stiefel steckt, überzeugen die weichen SealSkinz, die außerdem für zusätzliche Polsterung sorgen. Des Weiteren waren sie im Praxistest absolut wasserdicht (sowohl bei Regen als auch beim Badewannen-Tauchversuch) und hielten die Füße selbst bei knapp über null Grad noch warm.

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Für einfachen Radausbau sowie Erleichterung bei Service- und Reparaturarbeiten an der Enduro (bis 180 Kilogramm) soll der verzinkte MX-Motorradständer von Büse, Telefon 02471/12690, für 44,90 Euro sorgen. Im Praxistest ließ sich die hölzerne Plattform (samt Fahrzeug) über den Hebelarm mit relativ geringem Kraftaufwand von 29 auf 41 Zentimeter anheben. Der Einbein-Ständer ist ausreichend stabil und besitzt eine praktische kleine Wanne zum Ablegen von Kleinteilen (Schrauben, Muttern, et cetera). Außerdem positiv: Der Ständer lässt sich blitzschnell zerlegen.

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Dass Karbon längst nicht mehr nur für den Straßenbereich taugt, zeigt Alpinestars, Telefon 0039/04235286, mit den Endurohandschuhen SMX Air Carbon für 59,95 Euro. Beim Fahren spürt man die Karbon-Knöchel-protektoren kaum – Trage- und Griffgefühl der Handschuhe sind sehr gut. Ein kräftiger Klettriegel am Handgelenk sorgt für stabilen Sitz, ist für den Einstieg jedoch ein wenig zu eng geraten. Die relativ lange Stulpe am Handrücken liegt gut an und stört auch beim Fahren im Stehen keineswegs. Wegen dieser sind die prima verarbeiteten SMX Air Carbon für Crosser sicher weniger geeignet, für Enduristen sind sie jedoch eine sehr gute Wahl.

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Brandaktuell sind die 269,90 Euro teuren Enduro-Stiefel RC6 von Axo, Telefon 07145/93620. Die Neuen überzeugen vom ersten Augenblick an durch ihre angenehme Passform und die gute Beweglichkeit, was an der zweiteiligen Frontlasche liegt. Die RC6 sind keine knochenharten Crosstreter, sondern bequeme Endurostiefel, mit denen sich auch mal einige Meter zu Fuß zurücklegen lassen. Die Schnallen rasten sauber ein, sind leicht zu verstellen, jedoch nur mit Handschuhen schmerzfrei zu öffnen, da sie sehr kleine Nasen aufweisen. Dennoch eine echte Empfehlung für Enduristen.

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Eines der zahlreichen Modelle des weltgrößten Helmherstellers HJC, Telefon 02131/3693931, ist der Crosshelm AC-X1 Galaxy zum Preis von 249,95 Euro. Die gemessenen 1341 Gramm in Größe L sind im Fahrbetrieb kaum spürbar – der Galaxy wirkt leichter. Die Passform ist hervorragend, keine Gefahr von Druckstellen, das schnell trocknende und herausnehmbare Futter sehr kuschelig und der Doppel-D-Verschluss auch mit Handschuhen leicht zu bedienen. Hinzu kommen ein sehr großes Gesichtsfeld, das genügend Platz für die Crossbrille lässt und angenehm viel Freiraum im Kinnbereich. Die hochwertige Verarbeitung des Galaxy zeigt sich außerdem an den mit Druckknöpfen befestigten, austauschbaren Wangenpolstern. Ein toller Helm, dem eigentlich nur 200 Gramm weniger Gewicht zur absoluten Spitze fehlen.

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