Kaufberatung: Winterausrüstung Ausrüstungstipps bei Frost und Schnee

Machen wir uns nichts vor: Der Winter hat gerade erst angefangen. Die richtig harten Zeiten stehen uns noch bevor. Und dann werden Sie darauf lauern, an einem sonnigen Tag auf Tour zu gehen: unsere Ausrüstungstipps bei Frost und Schnee.

Foto: Künstle

Es geht im Winter heiß her in der MOTORRAD-Redaktion. Nicht nur, dass in Windeseile die brandneuen Bikes auf Herz und Nieren geprüft werden müssen. Auch bei den Diskussionen um das richtige Outfit für die Testfahrten im eisigen Mistralwind Südfrankreichs oder im nasskalten Deutschland geht es hitzig zur Sache. Jeder kennt mindestens ein Geheimmittelchen, jeder ist schon mit einem heiß gehandelten Ratschlag eines Kollegen mächtig auf die Nase gefallen.

 

Kurzum: Ab Dezember geht es zu, wie an jedem Motorradstammtisch der Republik, wenn Schnee und Eis Thema sind. In der Praxis heißt das: probieren, probieren, probieren. Die Katalogdaten versprechen viel, ob es tatsächlich hilft, lässt sich nur im Alltagstest klären. Das musste auch die Crew um Rolf Henniges leidvoll erfahren, als sie zum Mittelklasse-Vergleich (Seite 46) in die kalte Mitte Deutschlands aufbrach und mit teils frustrierenden Erlebnissen wieder in der Redaktion einlief.

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Fahren im Winter, das wurde auch bei dieser Tour einmal mehr klar, besteht aus einer Ansammlung von Kompromissen. Das, was gut zum Fahren ist, versagt bei klirrender Kälte hoffnungslos. Packt man sich warm ein, ist es vorbei mit der Fahrdynamik: "Du sitzt wie ein Michelinmännchen auf dem Bike", resümiert Testfahrer und Dauerfröstler Sven Loll, "und bist zur absoluten Bewegungslosigkeit verdammt."

 

Experten wie MOTORRAD-Autor Werner Koch raten deshalb zur Besonnenheit: "Die Abläufe beim Bremsen oder Kurvenfahren sind träger und unsicherer. Dicke, warme Winterhandschuhe verfälschen das Gefühl für die Bremsdosierung." Trotzdem sind diese im Winter genauso unverzichtbar wie alles andere, was auf den folgenden Seiten zusammengestellt ist.

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Foto: Archiv

Winterhandschuhe

Ein gutes Kontaktgefühl zum Motorrad ist an kalten Tagen extrem wichtig. Das müssen gute Winterhandschuhe leisten.

 

Sind nur BMW-Fahrer im Winter fein raus, weil gefühlte 95 Prozent der Bayern-Bikes mit Heizgriffen ausgestattet sind? Ganz im Gegenteil, denn ein Heizgriff kann an nasskalten Tagen sogar kontraproduktiv sein, indem Nässe beim Verdunsten in einen ansonsten wasserdichten Handschuh hineingedrückt wird.

Pflichtausrüstung für Winterfahrer ist ein gut isolierter, wasserdichter Handschuh. Temperaturen im einstelligen Plusbereich können noch locker mit gefütterten Fünf-Finger-Handschuhen gestemmt werden. Im Minusbereich müssen die sogenannten Schweinepfoten ran, die dick isolierten Drei-Finger-Fäustlinge, bei denen ein größeres Luftpolster aufgestaut wird. Allerdings sinkt damit das Kontaktgefühl zum Untersatz beträchtlich.
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Schalter können schlecht erreicht werden, besonders aber leidet das Gefühl für die Bremsdosierung. Kleiner Tuning-Tipp fürs Gerät: Einstellbare Brems- und Kupplungshebel näher zum Lenker justieren. Von Extra-Überziehern ist abzuraten. Damit wird das Greifgefühl nur noch schwammig.

 

Viel effektiver sind Unterziehhandschuhe aus Seide oder Kunstfasern, die es bereits ab rund zehn Euro im Fachhandel gibt. Damit es nachher optimal passt: Winterhandschuh und entsprechende Unterzieher zusammen anprobieren. Die Paarung darf nicht zu straff sitzen, sondern sollte etwas Luft haben. Handschuhprofi Held bietet sogar beheizte Handschuhe an, die kabellos per Akku in der Stulpe betrieben werden. Das Set kostet komplett 279,90 Euro, kann aufgrund seiner mäßigen Wärmeabstrahlung echte Heizgriffe aber nicht ersetzen.


Kauftipp: Einen guten Mix aus Tragekomfort und Isolation bietet der BMW-Handschuh Pro Winter 2 (110 Euro). Im Eiskeller haben sich die Drei-Finger-Handschuhe von Reusch (Arctis 59,95 Euro, bei Polo) und Dane (Nordkap X-Treme 89 Euro, bei Motoport) bewährt.

Heizbekleidung

Foto: mps-Fotostudio

Kochend heißes Kühlwasser, hemmungsloses Anzapfen der Lichtmaschine. Bei Dauerfrost auf dem Bike hilft nur noch Heizbekleidung.

Weit verbreitet sind Bekleidungsteile wie Westen, Funktionswäsche, Handschuhe, Socken oder Nierengurte, bei denen dünne Drähte eingelassen sind, die per Strom aufgeheizt werden. Doch Vorsicht: Die meisten Bikes werden eine Komplett-Verkabelung nicht verkraften. Faustregel: Zehn Prozent der Lichtmaschinenleistung gehen als Mehrbelastung in Ordnung.

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Alternative für dauer-fröstelnde Winterjunkies: ein Overall, der nach dem Prinzip einer Fußbodenheizung auf-gebaut ist und über einen Wärmetauscher das heiße Kühlwasser des Motors nutzt. 3800 Watt Heizleistung sind laut Hersteller Thermoflash möglich, kosten im Set allerdings rund 1000 Euro - Einbaukosten nicht mitgerechnet.

 

Kauftipp: Alpinestars Fleece-Weste "Tech" (299 Euro) mit 55 Watt Leistungsaufnahme. Temperatursteuerung optional erhältlich.

Für den Helm und für darunter

Foto: mps-Fotostudio
Rund um den Helm zieht es gewaltig. Die tief stehende Wintersonne und ein beschlagendes Visier sorgen für Ärger. Doch wenige Handgriffe reichen, um den Durchblick zu bewahren.

Ein Helm mit Heizung? Den gibt es bislang noch nicht. Wohl aber ein heizbares Visier (für diverse Ixs-Helme, 95 Euro), das aber nicht für den Straßenverkehr zugelassen und im deutschen Winter reichlich überdimensioniert ist. Knackpunkt im Winter: eine stets beschlagfreie Sicht. Hier hat bislang das Pinlock-Innenvisier besser als jedes beschlagfrei beschichtete Visier überzeugt. Denn bei denen stört gerade bei Minusgraden Kondensat die Durchsicht gewaltig.
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Dass aber auch das Pinlock-Visier bei extremer Nässe um den Gefrierpunkt an seine Grenzen stößt, mussten die Tester im Mittelklasse-Vergleich (Seite 46) feststellen. Helme mit integrierter Sonnenblende sind bei tiefstehender Wintersonne hilfreich, stören aber durch die schnell beschlagende Blende. Abhilfe verschafft ein Antibeschlagmittel vom Optiker. Gegen einen allzu kühlen Kopf müssen erstklassige Sturmhauben her.

 

Kauftipp: Reusch Stormhood von Polo für 24,95 Euro. Ebenfalls wintertauglich: Die Sturmhaube "Thermoboy" (Polo, 19,95 Euro) mit großflächigem Brust- und Nackenschutz. Dazu ein Pinlock-Visier, das es für viele Modelle zum Nachrüsten gibt. Infos: www.nordver.de

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Wintertipps

MOTORRAD-Urgestein Werner "Mini" Koch stecken viele Winter in den Knochen. Seine Tipps, wie Sie sicher durch die weiße Pracht kommen.

Wer an der Droge Motorradfahren hängt, hat bei uns ein Problem, und das heißt Winter. Wenn die Wetterdienste aber Plusgrade und Sonne versprechen, juckt es gewaltig im Handgelenk. Doch schon beim Starten die erste Umstellung: Ist das Motorrad länger außer Betrieb, sind die Schwimmerkammern leer, weil sich der Kraftstoff über die Entlüftung verflüchtigt hat. So dauert es ein paar Umdrehungen, bis der Unterdruckbenzinhahn genügend Kraftstoff durchsickern lässt.

 

Wer mit Vergasermotor unterwegs ist, muss den Choke verstärkt nutzen, damit das Gemisch einen brennbaren Zustand erreicht. Also Gasgriff komplett geschlossen lassen, Choke bis zum Anschlag ziehen und dann starten. Der Motor benötigt deutlich länger als im Sommer, bis er lochfrei das Gas annimmt, deshalb die ersten Meter mit wenig Drehzahl konstant dahinrollen und den Motor aufwärmen.

Das Gleiche gilt für die Reifen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und kaltem Asphalt erwärmt sich der Reifengummi nur sehr zögernd, was die Haftung deutlich verschlechtern kann. Tourensportreifen sind dabei weniger empfindlich als Sportreifen. In allen Fällen erwärmt sich der Gummi nur durch Belastung, also Beschleunigen, Bremsen oder höheres Dauertempo. Die Fahreigenschaften kalter Reifen sind oft fragwürdig. Kippeln in Schräglage, schlechte Eigendämpfung und eine ungenügende Rückmeldung sind das Resultat des zu harten Gummis, der sich auch entsprechend schlecht mit dem Asphalt verzahnt. Das Absenken des Fülldrucks um etwa 0,2 bar vorn und 0,3 bar hinten hilft, dass der Reifen schneller Temperatur und Grip aufbaut.

Trotzdem ist im Winter der Grip auf den Straßen deutlich schlechter als in den warmen Jahreszeiten. Staubige Oberflächen durch Salzreste oder leicht feuchte Beläge in schattigen Zonen mahnen zur Vorsicht. Und: Die Tage sind extrem kurz, beim frühen Einbruch der Dunkelheit kann es schnell zu Tauablagerungen oder gar Glätte kommen. Generell sollte man sich bei winterlichen Ausfahrten nicht zu fahrtechnischen Wagnissen hinreißen lassen. Ein runder, flüssiger Fahrstil wie im Regen, konzentrierte Blickführung und ständiges Beobachten der Straßenoberfläche gehören bei der Winterfahrt einfach dazu.

 

Bedenken Sie, dass Sie nicht ganz so reaktionsschnell und motorisch trainiert sind wie im Sommer. In diesem Sinne: Genießen Sie die sonnigen Wintertage auf dem Motorrad in aller Gelassenheit und Ruhe.

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Nierengurte

Glühwein und Nierengurte sind Renner im Winter. Während zu viel Wein schlecht für die Leber ist, soll zu wenig Gurt an die Nieren gehen. Stimmt das?

Es gibt Gerüchte, die sich ewig halten. Beispielsweise, dass der Nierengurt unverzichtbar ist, um das Organpärchen vor Unterkühlungen und Entzündungen zu schützen. Eine Aussage, bei der sich Mediziner an den Kopf fassen. Denn die Nieren sind von einer Fettschicht umgeben und in Bindegewebe so warm und weich im Körper eingepackt, das sie den Extra-Schutz in Form des Nierengurtes nicht brauchen. Wer auf einen verzichtet und trotzdem mit einer Blasenenzündung zu kämpfen hat, hat bereits bei der generellen Bekleidungsauswahl einen Fehler gemacht.

Als Zusatzfeature ist der Nierengurt aber im Winter zu empfehlen: Beispielsweise lassen sich so Kältebrücken bei mangelnder Überlappung von Jacke und Hose vermeiden, die zu unangenehmen Muskelverspannnungen führen. Wer auf heiße Einlagen steht, kann den Louis-Nierengurt "Probiker Duo" (16,95 Euro) mit wärmenden Gelkissen (Set 4,95 Euro) bestücken.

 

Kauftipp: Reichlich Wärme im Klassiklook strahlt der Harro-Ledergurt mit Schaumstoffeinlage (45 Euro) ab. Auf weltraumerprobte Wachskugeln als Wärmespeicher setzt der Rukka Outlast-Gurt (44 Euro).

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Stiefel und Socken

Ein Hoch auf den Boxer-Motor, schaufelt er an eiskalten Tagen doch etwas Wärme an die Füße. Ansonsten ist gutes Schuhwerk im Winter unerlässlich. Die Tipps rund um Stiefel und Socken.

Hartgesottene Winterfahrer kennen das Problem: Echte Winterstiefel gibt es nicht. Also ist Kombinationsgabe gefragt. Grundlage ist ein solider, wasserdichter Stiefel mit hohem Schaft und reichlich Platz im Innern. Zum einen, damit die Zehen Bewegungsspielraum haben. Denn so lässt sich die Durchblutung immer wieder anregen. Außerdem kann man mit dicken Socken in den Stiefel schlupfen. Bei heftigen Minusgraden oder langen Fahrten sind zwei Lagen angesagt.
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Unsere Empfehlung: Zuerst dünne Laufsocken mit hohem Kunstfaseranteil (aus dem Sportfachhandel), darüber dicke Socken aus Wolle oder Synthetikgewebe (in Outdoor-Läden). Wer weiterhin Frostbeulen fürchtet, muss zu härteren Mitteln greifen. Beispielswiese zu heizbaren Einlegesohlen (Hotronic Fußheizung, 165 Euro, bei Touratech). Ein Tipp beim Neukauf von Stiefeln: zu Hause im Wasserbad auf Dichtigkeit testen, um sofort und nicht erst bei der Tour zum Elefantentreffen Schlampereien bei der Verarbeitung auf die Spur zu kommen.

 

Kauftipp: Alpinestars Web GTX - der robuste, wasserdichte Stiefel überzeugt auch im Winter mit klasse Tragekomfort. Preis 179,95 Euro. Dazu Socken von Ullfrotte (mit Merino-Wolle, 11 Euro) und Bikers (wasser- und winddicht, 40 Euro) anziehen.

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Textil-Anzüge

Wind- und wasserdichte Klimamembrane, Thermofutter: Das bringen viele Textil-Anzüge mit. Doch es sind Kleinigkeiten, weshalb viele Modelle im Winter schlapp machen.
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Es sind zwei entscheidende Fehler, die bei einer Textilkombi zum Winter-GAU führen können. Den ersten macht man beim Neukauf. Selbstverständlich gehören ein anständiger Wetterschutz durch Klimamembrane und Thermofutter zur Grundausstattung. Vorausgesetzt, die Verarbeitungsqualität deckt sich mit der Herstellerangabe, ist ein Großteil des Körpers gegen Nässe und Kälte geschützt.

Doch dann kommt‘s. Die Angreifer kämpfen mit allen Tricks, um ins Innere zu gelangen. Meist erfolgreich. Ein winziger Durchlass reicht, um die Freude am Fahren mächtig zu verhageln. Neuralgische Stellen finden sich vor allem an Ärmeln und Kragen. Deshalb bei der Anprobe darauf achten, wie diese Problemstellen gelöst sind. Beispiel Ärmel: Bewährt haben sich Labyrinthkonstruktionen mit engen Stretchbündchen.

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Die Handschuhstulpe wird vom Jackenärmel überlappt, schon ist wirkungsvoll verhindert, dass hier Wasser oder Wind reinpfeifen. Gleiches gilt am Hals, wo ein hoch geschlossener, wasserabweisener Sturmkragen sinnvoll ist. Premiumanbieter wie Gore-Tex achten ebenfalls darauf, dass der Materialmix stimmt und kein Gewebe verwendet wird, das via Kapillareffekt Feuchtigkeit ins Innere der Kombi saugt.

 

Ein Problem, mit dem meist Kombis im Günstigsortiment gerade beim Überlappen von Jacke und Hose zu kämpfen haben. Der zweite große Fehler ist die mangelhafte Pflege samt Verzicht auf regelmäßiges Imprägnieren, der an nasskalten Tagen durch ein vollgesogenes Außengewebe und den "Kühlschrankeffekt" besonders üble Folgen hat.
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Kauftipp: Polos Textiljacke Drive High-End punktet mit 100-prozentigem Nässeschutz, guter Isolierung und durchdachten Details. Preis 399,95 Euro. Günstiger Einstieg in die Gore-Tex-Welt: Hein Gericke Cruise-Jacke (429,95 Euro) mit Sturmkragen und Nässestopp am Ärmel. Top: die Hose (329,95 Euro) mit abnehmbarem Latz.
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Thermokombis

Aus der Kühlkammer aufs Motorrad. Lange Jahre galten Thermokombis als das Nonplusultra bei winterlichen Ausritten. Nach dem Siegeszug alleskönnender Textilkombis ist es um den legendären Kälteschutz still geworden.

 

Die alten Windgesichter hüten ihn wie einen kostbaren Schatz: den Thermoboy, einen von Kühlhausarbeitern abgeguckten Kälteschutz für Winterfahrer. Erfinder und Namenspate: ein gewisser Paul A. Boy aus Hamburg. Nostalgisch verklärt wird aber gerne vergessen, dass der dick gefütterte Overall zwar eiskalten Winden trotzen konnte, einem simplen Regenschauer aber nicht gewachsen war. Kein Wunder also, dass es den klassischen Thermoboy im Zeitalter wasserdichter Textilkombinationen nicht mehr gibt. Trotzdem, der Name gehört für Biker zum Winter wie das Tempo zum Taschentuch. Kein Wunder, dass Polo, im Besitz der Markenrechte, unter dem Thermoboy-Label ein reichhaltiges Sortiment für kalte Tage auffährt.

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So auch den Einteiler "Snowtrooper", der sich im MOTORRAD-Test zwar als 100-prozentig wasserdicht erweist, es beim Kälteschutz aber nicht mit dem teddygefütterten Urahn aufnimmt; denn beim Snowtrooper wie auch bei ähnlichen Modellen der Konkurrenz handelt es sich im Wesentlichen um gepimpte Regenkombis mit Thermowattierung, die in Sachen Abriebfestigkeit wenig und bei Protektoren allenfalls eine Nachrüstoption zu bieten haben. Aber selbst dann muss unten drunter auf jeden Fall eine Leder- oder Textilkombi getragen werden. Als komplett eigenständiger Fahranzug lässt sich nur der "Husky II" von Difi (siehe Kauftipp) verwenden.

 

Kauftipp: Polo "Thermoboy Snowtrooper" (89,95 Euro) und Louis "Proof Thermo" (ab 59,95 Euro) in Kombination mit Leder- oder Textilkombis. Difi "Husky II" (199,95 Euro) als vollausgestattete Thermokombi mit Protektoren.

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Thermowäsche

Die lange Unterbüx in Olivgrün hat ausgedient. Wenn es um effektiven Kälteschutz geht, muss High-Tech-Thermowäsche her. Aber Omas Weisheiten sind weiterhin gefragt.

Zwiebeln sind der Hit im Winter. Erst einmal geht nach einer kalten Tour nichts über eine dampfende Zwiebelsuppe "Pariser Art" mit leckerer Käsekruste. Zweitens helfen Zwiebelwickel bei Erkältungen, und bei Husten ist der Zwiebelsaft ein echter Bringer. Und zum Dritten bringt das Zwiebelprinzip enorm viel, wenn nicht sogar den entscheidenden Erfolg beim Winterkradeln. Doch welches Material und in welcher Reihenfolge?

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Dazu unser Undercover-Experte in der Redaktion, Thorsten Dentges: "Mehrere dünne Schichten bringen riesige Vorteile: Die Luft zwischen den Schichten speichert Körperwärme. Außerdem kann Feuchtigkeit effizienter nach außen transportiert werden." Er rät zu einer ersten Schicht mit hohem Wollanteil oder zu reinen Synthetik-produkten, die es in großer Auswahl im Motorradfachhandel gibt. Darüber gehört als zweite Lage ein dünnes, atmungsaktives Set mit winddichter Membrane. Vorteil: Die Sets können jeweils einzeln auch im Rest des Jahres getragen werden. Normalerweise reicht das aus, um nun eine Textilkombi mit Thermo-Insert darüber zu streifen.
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Besonders frostanfällige Biker sollten sich als dritte Lage einen Fleece-Pulli überziehen. MOTORRAD-Tester und Semi-Globetrotter Rolf Henniges schwört zudem auf ein dickes Luftpols-ter: "Die Luftkammerweste Airvantage von Gore-Tex ist im Eiskeller wirklich der Hammer." Und er hat in Sachen Unterbekleidung noch einen echten Geheimtipp parat: "Die Funktionswäsche von Kwark aus Polartec Aquashell. Ein Hit bei Kajak-Fahrern, aber Details wie der lange Rücken und der hohe Kragen machen sie absolut motorrad-tauglich." Kostet im Set ab 280 Euro.

 

Kauftipp: Als erste Schicht die Icebreaker Bodyfit 260-Wäsche aus Merino-Wolle (Set ab 155 Euro) und darüber Bikers Windstopper-Wäsche, entweder in Standard- (Set 210 Euro) oder Winter-Ausführung (240 Euro).

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