Protektoren auf dem Prüfstand In der Autschzone

Obligatorisch bei Bekleidungstests von MOTORRAD: das Prüfen der Protektoren. In Anlehnung an die Europäische Norm EN 1621-1 (für Gelenkprotektoren) beziehungsweise 1621-2 (für Rückenprotektoren) wurden die in den Testjacken eingesetzten Schutzelemente auf einem Fallprüfstand (Firma Sas-Tec, Markgröningen, www.sas-tec.de) in puncto Schlagdämpfung untersucht. Nach Normvorgabe triff ein Fünf-Kilo-Fallkörper im freien Fall auf den Protektor, ein darunterliegender Messkopf registriert die Restkraftwerte. Umgerechnet muss der Gelenkprotektor die Belastung von rund 18 Tonnen verkraften und darf davon im Mittel maximal 35 Kilonewton (kN) Restkraft passieren lassen. Bei Rückenprotektoren liegt der Grenzwert je nach Schutzklasse zwischen neun und 18 kN.

Im vorliegenden Test erfolgten drei Aufschläge in unterschiedlichen Zonen des Protektors (Zentrum, Übergangsbereich und Rand), der daraus errechnete Mittelwert darf den Grenzwert nicht überschreiten. Ansonsten droht Punktabzug. Über den tatsächlichen Unfallschutz lassen sich allerdings nur bedingt Rückschlüsse ziehen. Zur Veranschaulichung: Menschliche Knochen brechen bereits bei unter zehn kN Belastung. Positives Ergebnis im Test: Die Grenzwerte halten alle Protektoren ein. Zum Ziel kommt man allerdings mit unterschiedlichen Methoden, wie die Grafik rechts zeigt. Bestimmte Protektoren verteilen die Einschlagenergie ähnlich einer Knautschzone beim Auto über einen langen Zeitraum, andere verhärten beim Auftreffen und lassen die Kraftkurve steil ansteigen. Durch diesen harten Ruck können Knochen schnell brechen. Ein weiteres Manko, das immer wieder bei den Tests von Textilkombis auftritt, ist die mangelhafte Fixierung der Protektoren. So besteht die Gefahr, dass sich die Protektoren beim Unfall gefährlich verdrehen können. Und dann hilft selbst der beste Wert beim Schlagdämpfungstest wenig.

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