Ratgeber Kaufen (Archivversion) Ausprobiert: Rukka-Damenanzug; Anziehtipps für drunter

Ausprobiert: Rukka Armarina

Gut kombiniert

Mit dem Armarine-Textilanzug will Rukka bei weiblichen Motorradtouristen punkten. Test auf 1000 Alpenkilometern.

Die Ansprüche von Kilometerfressern an ihre Kombi sind hoch. Doch während Männer aus einem reichhaltigen Fundus an top ausgestatteter Tourenbekleidung schöpfen können, ist das Angebot für Frauen eher mau. Reichlich Tourenpotenzial verspricht die mit wasserdichtem Gore-Tex-Laminat ausgestattete Rukka-Kombi Armarina, der MOTORRAD bei einer Alpentour ausführlich auf den Zahn fühlte. Besonders angenehm: der fest anliegende und flatterfreie Sitz. Zur guten Passform gesellen sich druckfrei anliegende, sauber positionierte Protektoren. Dumm nur, dass der Rückenprotektor nach der für Gelenkprotektoren gültigen Norm zertifiziert ist, die höhere Grenzwerte erlaubt. Ansonsten ist das Sicherheitspaket inklusive Reflektoren, Schrittgurt und Verbindungsreißverschluss vorbildlich. Was fehlt? Wasserdichte Stretchbündchen an den Ärmeln sowie Belüftungszipper für hohe Temperaturen. Hier werden die Herren der Schöpfung in den vergleichbaren Anzügen von Rukka deutlich komfortabler bedient.

Daten:
zweiteilige Textilkombination aus Cordura/Kevlar-Gewebe; Gore-Tex-Dreilagen-Laminat; CE-Protektoren an Schultern, Ellbogen, Hüfte, Rücken und Knien; herausnehmbares Thermofutter; Weitenversteller. Farben: Schwarz, Grau, Rot. Größen: 34 bis 46 (Hose in kurz erhältlich). Preise: Jacke 699 Euro; Hose 559 Euro

Fazit:
Rukkas Highend-Damenkombi Armarina kann mit einer tollen Passform und einem klasse Tragekomfort überzeugen. In puncto Ausstattung ist allerdings noch Verbesserungspotenzial vorhanden.

MOTORRAD-Urteil: gut


Anziehtipps für alle Jahreszeiten

Funktioniert gut

Sommer
Bei hohen Temperaturen sollte die Unterbekleidung aus leichten, dünnen Geweben bestehen, die keine Feuchtigkeit speichern, sondern den Schweiß schnell nach außen transportieren. Bereits für 19,95 Euro gibt es bei Louis ein passendes Set (All Season), welches eine bequeme Passform bei vorbildlich hautnahem Schnitt bietet. Ebenfalls ein Kauftipp: die Athletic-Serie von Falke, die für 99,90 Euro (Set, erhältlich im Fachhandel) ausgezeichnete Qualität und hohe Funktion vereint.

Übergangszeit
Übergangsweise ist für unsere Breitengrade die beste Kombination, da sie das größte Temperaturfenster abdeckt. Wichtig ist eine leichte Isolierung, damit man bei frischen Temperaturen auf einen Extra-Pullover verzichten kann. Ein legerer Schnitt sowie die blickdich-te Ausführung sind praktisch, wenn man das Oberteil solo tragen will. Empfehlenswerte Sets gibt es in Outdoorläden von Vaude (Themo Base, 149,90 Euro) und beim BMW-Händler (Modell Thermo, 116 Euro).

Winter
Beste Empfehlung für das Motorradfahren bei eisi-gen Temperaturen ist das Zwiebelprinzip: das Tragen von mehreren, dünnen Schichten. Winterfahrer sollten zwischen Sommer- oder Übergangswäsche und Kombi mit Thermofutter ein winddichtes, gut isoliertes Wäsche-Set tragen. Finger weg von dick auftra-gender Kleidung, bei der man ins Schwitzen kommt. Der MOTORRAD-Kauftipp: Globetrotter Four Seasons Powerstretch (Set 139,90 Euro, im Outdoor-Handel erhältlich).


Leser fragen – Experten antworten

Gut gepflegt

Meine zwei Jahre alte Motorradlederjacke aus schwarzem Glattleder zeigt trotz äußerst pfleglichen Umgangs in letzter Zeit vor allem an den Ärmeln und Brusttaschen feine, weiße Kratzspuren. Mir ist unerklärlich, wie diese entstehen konnten. Kann man diese Stellen wieder ausbessern oder nachfärben? Welche Mittel bräuchte ich dazu, oder muss das ein Lederhändler machen?

Glattleder von Motorradkombis bestehen in der Regel aus Rindsleder, das durchgefärbt ist und auf der Oberfläche einen zusätzlichen Farbauftrag besitzt, um es vor der Witterung zu schützen. Durch die Oberflächenfärbung sind solche Leder auch leichter zu säubern und zu pflegen. Trotz der Durchfärbung zeigen sich Gebrauchsspuren, Trockenbrüche und Sturzschäden durch einen Farbunterschied. Solange diese Schäden das Leder selber nicht zu stark schwächen, lassen sich die Farbunterschiede leicht mit einer nicht abfärbenden Farbauffrischung für Glattleder wieder angleichen (erhältlich im Fachhandel oder unter www.lederzentrum.de). Die Schadensstelle wird mit Reinigungsbenzin entfettet, anschließend das Auffrischungsmittel in passender Farbe mehrfach mit einem Schwamm aufgetupft und mit einem Fön getrocknet, bis der Farbunterschied ausgeglichen ist. Bei Schwarz und Weiß ist das Ausbessern kein Problem. Etwas aufwendiger ist das Angleichen von farbigem Leder. Allerdings gibt es Farbkarten, die beispielsweise bei uns kostenlos angefordert werden können. Auf Wunsch ist es möglich, Farben nach Mustervorlagen anzumischen.


Garantie oder Gewähtleistung?

Alles wird gut

Bei neuer Ware wird gerne die Garantie als wichtiges Kaufargument angeführt. Dabei ist es bei Problemen viel sinnvoller, sich auf die Gewährleistung zu berufen. Denn diese ist ein gesetzliches Recht, das jedem Käufer zusteht. Zumal in den ersten sechs Monaten die Vermutung zugunsten des Käufers gilt, dass ein Mangel bereits zum Zeitpunkt des Kaufs vorlag. Im Gegensatz dazu ist die Garantie eine freiwillige Leistung des Herstellers, die meist an bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Also: In den ersten sechs Monaten nach Kauf besser auf die Gewährleistung pochen!

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