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Ausprobiert Rukka Lancelot
Ritterschlag

Die Eier legende Wollmilchsau ist da. Eine Lederkombi – bequem wie Textil und obendrein wasserdicht. Ein 3000-Kilometer-Härtetest der 2199 Euro teuren Finnen-Kombi.

Kalte Passüberquerungen, heiße Taldurchfahrten, sintflutartige Regenfälle auf italienischen und deutschen Autobahnen: Rukkas brandneue Lederkombi Lancelot musste auf ihrer ersten Ausfahrt Farbe bekennen. Bislang war die ­Marke nur für textile Highend-Kombis bekannt. Nun wagen sich die Finnen erstmals in die Lederszene und bieten zu­gleich weltweit den ersten Anzug an, der mit dem wasserdichten Lederlaminat von Gore-Tex ausgestattet ist.

Im Praxistest von MOTORRAD konnte der Anzug auf Anhieb überzeugen. Einerseits hielt die Kombi nach stundenlangem Dauerregen dicht, andererseits sorgten die perforierten und sonnenreflek­tierenden Außenflächen des Zweiteilers in Verbindung mit ­kühlender Funktionswäsche bei Temperaturen über 30 Grad für einen äußerst angenehmen Tragekomfort.

Die Passform ist insgesamt überzeugend. Einzig ein engerer Schnitt an den Ärmeln könnte die Ellbogen-Protektoren besser fixieren. Wünschenswert wären weiterhin die an den Textilkombis bewährten, wasserdichten Stretchbündchen an den Ärmeln. Kritikwürdig ist der mit dem Futter vernähte Verbindungsreiß­verschluss. Dieser sollte fest mit dem Leder vernäht sein. Ein besonderer Pluspunkt geht hingegen an die hervorrragende Signalwirkung der Reflexpaspeln.

Daten:
Zweiteilige Kombination aus 1,2-Millimeter-Rindleder, wasserabweisend und sonnenreflektierend; Gore-Tex-Drei­lagenlaminat; CE-Protektoren an Schultern, Ellbogen, Rücken, Hüfte und Knien; ­reflektierende Logos und Paspeln; fünf Jahre Garantie; Herrengrößen 46 bis 62; Jacke 1299 Euro, Hose 999 Euro, Kombi 2199 Euro; Infos unter www.rukka.de

Fazit:
Der Preis ist heftig. Doch mit dem wasserdichten Lancelot adelt Rukka das altbewährte Naturprodukt. Eine Empfehlung für alle Lederfans unter den Tourern, die ab sofort getrost auf die Regenkombi verzichten können.


Buchtipp
Garagenbibel

Seit über 75 Jahren ist das Kraftfahrtechnische Taschenbuch von Bosch auf dem Markt. Aus den anfänglich 96 Seiten von 1932 sind mittlerweile knapp 1200 geworden. Und auf diesen findet sich die geballte Information rund ­ums Kraftfahrzeug. Grundlagen der Physik sind ebenso ­enthalten wie Stoffkunde, Fertigungsverfahren und Fahrzeug-Eigenschaften: Wie werden Werkstoffe vergütet, woraus besteht ein konischer Pressverband, wie ist die Kurbelgehäuseentlüftung aufgebaut?

Wer beim Schrauben hinter die Materie blicken will, sollte dem blauen Bosch-Band einen festen Platz auf der Werkbank zuweisen.

Bosch Kraftfahrtechnisches Taschenbuch; 26. Auflage, 2007; ISBN 978-3-8348-0138-8, Preis 39,90 Euro


Protektoren fürs Bike
Umfall-Versicherung

Umfaller beim Aufbocken, Schlitterpartie über Asphalt, Lackschäden durch Gepäck und Bekleidung. Schnell kann eine kleine Unachtsamkeit in einer großen Reparatursumme münden. Was es an Verhütungsmaßnahmen gibt und was sie kosten, steht hier.

Sturzpads:
Geeignet, um bei kleinen Ausrutschern oder Um­fallern teure Schäden an Rahmen, Verkleidung, Tank oder Motor­gehäuse zu verhindern. Die pilzförmigen Crashpads (ab zirka ­40 Euro) werden entweder direkt am Bike oder an extra Halteplatten, die eine zusätzliche Dämpfungsfunktion haben können, verschraubt. Ebenfalls sinnvoll: Sturzpads, die an Vorder- und Hinterachse verschraubt werden und ein Durchschleifen verhindern.

Schutzbügel:
Leisten nur bei leichten Umkippern echte Dienste. Im Falle eines heftigen Sturzes können Schutzbügel (Preise zwischen 100 und 400 Euro), die direkt am Rahmen oder am Gehäuse verschraubt werden, durch die Hebelwirkung teure Folgeschäden durch herausgerissene Gewinde verursachen. Tatsächlich mehr Schmuck als echte Schadensminimierer sind die rund 20 Euro teuren Lampenschutzbügel.

Motorschutzwannen:
Viele Enduros sind ab Werk nur mit einfachen Plastikteilen als Alibi-Motorschutz ausgestattet. Empfehlenswert ist der Austausch gegen stabile, mehrere Millimeter dicke Alu-Wannen, die es im Fachhandel ab knapp 100 Euro gibt.

Lackschützer:
Bringen vor allem etwas, um alle lackierten Teile am Motorrad vor Kratzern durch Reißverschlüsse der Motorradbekleidung oder montier­ter Softgepäcktaschen (Tank, Heck) zu schützen. Selbstklebende, transparente Folien im Din A4-Format kosten rund fünf Euro. Wichtig ist, dass diese UV-beständig und bei der Montage am Tank benzinresistent sind. Tankpads gibt es in verschiedensten Designs ab rund zehn Euro.

Gabelprotektoren:
Früher waren Faltenbälge zum Schutz der Gabel nicht nur bei Geländemaschinen weit verbreitet. Um heute die Tauchrohre und Gabeldichtringe vor Schäden zu bewahren, empfiehlt sich die einfach zu handhabende Montage von Gabelprotektoren, die es bereits ab zehn Euro gibt.

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