Reifenverschleißfahrt (Archivversion)

Konvoi in den Süden

Wie kommt man Ende März an aussagekräftige Verschleißergebnisse für den Reifentest ran? Ganz einfach: Man besorge sich identische Motorräder, telefoniere ein halbes Dutzend Kumpels zusammen – und ab geht’s nach Italien. Und weil es sich bei so einer Fahrt geradezu anbietet, wird gleich noch jede Menge Bekleidung und Zubehör getestet.

Flach hinter der Verkleidungsscheibe der Triumph Sprint ST geduckt, schleiche ich in Griffweite hinter einem Truck auf der Autobahn zwischen Rom und Neapel her. In meinem Schlepptau Hägges, Roberto, Karl, Franky, Andreas und German auf sechs weiteren Sprint ST. Der Bordcomputer zählt unaufhaltsam
die verbleibenden Restkilometer bis zur Trockenlegung des Tanks runter: 28, 27, 26, 25. Langsam beginne ich zu schwitzen.
Dumm, dass wir nach der Umfahrung Roms die Tankstelle unmittelbar nach
der Mautstation übersehen haben. Noch dümmer, dass die nächste Raststätte auf unserem Trip bis zur Spitze des Stiefels weiter entfernt ist, als es die Restreichweite laut Anzeige zulässt. Dass Raststätten auf italienischen Autobahnen oft mehr als 50 Kilometer auseinanderliegen, könnte jetzt fatale Folgen haben. Da hilft nur Po zusammenkneifen, vorsichtigst am Gasgriff zupfen und möglichst effektiv den Windschatten des Brummis ausnutzen. Auch wenn wir die vielen Lastwagen sonst immer verfluchen, weil sie den Verkehrsfluss lähmen, jetzt können wir zumindest diesen einen sehr gut gebrauchen.
Wir haben Glück. Nach 30 Kilometer Schneckentempo taucht die ersehnte Tankstelle auf. 21,16 Liter fließen in das
21 Liter fassende Spritfass – klasse, die Herstellerangabe stimmt. Meine Sprint war praktisch trocken, und bei den andern sechs schaut es ähnlich aus. Wenigstens konnten sie ein klein wenig vom Windschattenfahren profitieren – auch wenn wir stets ausreichend Abstände lassen und seitlich versetzt fahren.
Um mögliche geringe Unterschiede bezüglich des Reifenabriebs durch eine unterschiedliche Fahrweise zu minimieren, wechseln wir bei jedem Tankstopp die Motorräder – die Positionen innerhalb der Gruppe behalten wir allerdings bei. Auf diese Weise herrschen für die sieben getesteten Reifenpaarungen von Avon, Bridgestone, Continental, Dunlop, Metzeler, Michelin und Pirelli während der in sieben Tagen zurückgelegten Gesamtdistanz von 5350 Kilometern absolut vergleichbare Bedingungen.
Bella Italia, wir kommen! Pustekuchen. Bei Temperaturen um null Grad Celsius rollen wir trocken, allerdings leicht angefroren von Stuttgart bis über den Brenner. Danach wird es richtig mies. Durch die ganze Poebene hindurch Regen bis hin
zu Wolkenbrüchen und auf der Autobahn zwischen Parma und La Spezia beim Überqueren des Apennin heftiges Schneetreiben! Den Reifen ist’s allerdings egal, ob es regnet oder schneit. Sie verschleißen munter weiter. Bei aggressivem Salz auf der Straße sogar besonders schnell. Bei Regenfahrt kühlt zwar das Wasser den Reifen, gleichzeitig tritt aber mangels Grip erhöhter Schlupf auf, was zu vergleichbarem Gummiabrieb führt wie bei trockenem Asphalt. Summa summarum eben Verhältnisse, wie Sie auch bei der ersten Alpentour des Jahres auftreten können. Sonne wäre uns trotzdem lieber.
Glücklicherweise kenne ich die Strecke aus dem Effeff und weiß, dass die Autobahn gleich nach dem Tunnel kurz vor La Spezia steil bergab führt. Somit dürften wir die Schneefallgrenze hoffentlich zügig unterschreiten. Außerdem liegen kurz hintereinander zwei Raststätten an der Autobahn, Mensch und Maschine können Betriebsstoffe auffüllen. Frisch betankt – die Bikes mit Sprit, wir mit Espresso – geht’s auf die letzten 90 Tageskilometern bis ins nördliche Cinque Terre. Im Städtchen Moneglia laufen wir im Hotel La Vigna ein, wo uns die rührige Chefin Lidia bereits erwartet und mit
einem wahrlich verdienten Willkommenstrunk empfängt. Nach einer heißen Dusche, einem üppigen Mahl und diversen Gläschen Rotwein sinken wir ermattet in die Kojen. So schmeckt Italien.
Testroutine bestimmt die folgenden Tage: Fahren, fahren, fahren, nur kurze Pausen zum Tanken oder zum Reifenprofiltiefe messen, höchstens mal einen Espresso oder ein paar Kekse einwerfen und spät abends irgendwo in einem Hotel oder Gasthaus stranden. Dort noch einmal die Reifen messen, Luftdruck prüfen sowie Ölstand und Kettenspannung kontrollieren.
Sind die »Pferde« im Stall und versorgt, kommen die Reiter an die Reihe. Nasse Klamotten aufhängen, heiß duschen, um wieder Wohlfühltemperatur zu erreichen, frische Klamotten überziehen und dann
im nächstgelegenen Ristorante die leckeren italienischen Spezialitäten genießen – schließlich sollen ja nur die Gummis an Profil verlieren und nicht wir.
Auf diese Weise umrunden wir nahezu den kompletten italienischen Stiefel, rauschen an Städten wie Pisa, Rom, Neapel, Reggio di Calabria, Bari, Pescara, Ancona, Rimini, Bologna, Genua sowie unzähligen herrlichen Landstrichen vorbei und nehmen all die interessanten Eindrücke lediglich im Vorbeiflug auf.
Und dass der Job manchmal gar gefährlich ist, erleben wir südlich von Salerno. In einer scharfen Autobahnkurve steht auf dem Mittelstreifen plötzlich eine parkbankgroße Straßenabsperrung, die irgendein Lkw wohl vom Straßenrand her dort hingeschleudert haben muss oder einem unachtsamen Bautrupp von der Lade-
fläche purzelte. Da wir mit einem ordentlichen Zacken ums Eck biegen, gelingt
es mir gerade noch auszuweichen und
die nachfolgenden Triumph-Fahrer mit erhobenem Arm zu warnen. Im Spiegel sehe ich, wie sie links und rechts am Hindernis vorbeischießen. Noch abends beim Essen schaudert es uns bei der Erinnerung an diesen Vorfall. Das war ganz schön knapp, meinen alle – bis auf Roberto. Er behauptet bis heute steif und fest, keine Absperrung gesehen zu haben.
Die Konzentration auf die Verschleißfahrt scheint ihn derart zu fesseln, dass er alles andere ausblendet. Immerhin bemerkt
er den erneuten Wetterumschwung mit Schneefall am Brenner. Es ist der siebte Tag der Testwoche. Wir nehmen Frau
Holles kurzes Intermezzo mit Humor und vor allen Dingen sturzfrei.
Spät abends in der heimatlichen
MOTORRAD-Tiefgarage in Stuttgart werfen wir einen zufriedenen Blick auf die Reifen. Zugegeben: Komplett plattgefahren haben wir sie nicht, aber die Verschleißfahrt ging ihnen ganz ordentlich an die Substanz. Wie auch uns, nur mit dem einen Unterschied: Wir sind in ein paar Tagen wieder fit und könnten erneut loslegen. Das nächste Mal allerdings – praxisnahe Testbedingungen hin oder her – gerne bei Sonnenschein. Und hoffentlich mit genügend Tankstellen am Wegesrand...
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Die Motorräder (Archivversion)

Triumph Sprint ST, Dreizylindermotor, 1050 cm3, 92 kW (125 PS), 241 kg, 260 km/h, 11900 Euro
Ein Modell, das in der Rubrik Tourer verdient auf Platz drei bei der Leserwahl »Motorrad des Jahres 2007« kam. Ordentlicher Windschutz, guter Sitzkomfort, superstabiles Fahrwerk, das mit hohem Komfort glänzt, und ein souveräner Dreizylindermotor, der seine Kraft mit betörenden Klang-Arien freisetzt. Außerdem gefielen den Verschleißfahrern der funktionelle Bordcomputer, der nicht messbare Ölverbrauch, das reisetaugliche 21-Liter-Tankvolumen und der in Anbetracht des flotten Tempos verhaltene Benzinkonsum von 6,15 Litern auf 100 Kilometer (Durchschnittsverbrauch aller sieben Bikes über die Gesamtdistanz von 5350 Kilometern) sowie die 100-prozentige Zuverlässigkeit während der Testwoche. Einziger Kritikpunkt: die umständliche Ölstandskontrolle per Messstab, dessen zu groß geratener Dichtring dabei gern herunterfällt. Die sieben von Triumph zur Verfügung gestellten, zu Testbeginn fabrikneuen Sprint ST stehen für je 8990 Euro zum Verkauf an. Nähere Infos bei SBF, Telefon 07121/88600

Motorradfahren in Italien (Archivversion)

Nach wie vor ist Italien eines der beliebtesten Reiseziele für Motorradfahrer. Auch wenn die »klimatischen« Verhältnisse derzeit nicht immer optimal sind (siehe Bericht über verstärkte Zweiradkontrollen in Italien, MOTORRAD 9/2007). Im Norden die mächtigen Alpen mit den Traumzielen Dolomiten und Piemont und längs des ge-samten Stiefels der mit einsamen Pässen gespickte Gebirgszug des Apennin, der erst in Reggio di Calabria ins Meer stürzt. Dazu traumhafte Inseln wie Sizilien, Sardinien oder das überschaubare Elba, die Kurvenspaß satt versprechen. Wer immer mit dem Bike den Alpenhauptkamm in Richtung Süden überquert, sollte einige Punkte beachten.
Tanken: Die Benzinpreise liegen in etwa auf dem gleichen Niveau wie in Deutschland. An vielen Tankstellen – zumindest an allen Autobahn-Raststätten – kann man zwischen Selbstbedienung (fai da te) und aufpreispflichtigem Tankservice wählen. Abseits der Autobahnen haben nahezu alle Tankstellen nachmittags geschlossen. Wer in dünn besiedeltem Gebiet also nicht unplanmäßig pausieren möchte, sollte um die Mittagszeit noch mal nachtanken.
Maut: Die Benutzung italienischer Autobahnen ist sehr teuer. Beim Verschleißtest summierten sich die Mautgebühren pro Motorrad auf gewaltige 163 Euro – ohne die Zusatzkosten für den Brenner (acht Euro pro Überquerung). Sehr interessant in diesem Zusammenhang: Die Autobahnen südlich von Salerno (nach Potenza und Reggi di Calabria) sind mautfrei. MOTORRAD-Tipp für alle, die in Richtung Rom unterwegs sind und sparen wollen: Der größte Teil der vierspurig ausgebauten Schnellstraße zwischen Livorno und Rom entlang der italienischen Westküste ist kostenfrei. Genauso verhält es sich mit der ebenso gut ausgebauten Schnellstraße quer durch den Apennin von Cesena (an der Adria bei Rimini) über Perugia und Terni bis zur Autobahn kurz vor Rom. Und noch ein Tipp: Motorradfahrer, die sich die nervige Fummelei mit Handschuhe ausziehen
und Kleingeld suchen am Kassenhäuschen sparen möchten, sollten sich Via-Karten (erhältlich in ADAC-Geschäftsstellen) zulegen, mit denen bargeldlos bezahlt werden kann.

Toskana (Archivversion)

Ein Muss für Italienbesucher. Nirgendwo am Stiefel herrscht ein derart harmonischer Gleichklang zwischen sanften Hügellandschaften und geschichtsträchtigen Orten wie Florenz, Siena, Pisa, Lucca, Arezzo, Volterra oder St. Gimingnano, um nur einige zu nennen. Motorradfahrer kommen – wenn sie sich nicht gerade durchs Verkehrschaos in Florenz schieben müssen – voll auf ihre Kosten. Die gesamte Region ist von kurvenreichen Straßen durchzogen, die zwar nicht immer den besten Belag aufweisen, aber meist grandiose Ausblicke bieten. Die schönsten Jahreszeiten sind das Frühjahr, wenn die Hügel in frischem Grün erstrahlen, und der Herbst, wenn die riesigen Touristenströme vorbeigezogen sind. Vorsicht ist an Wochenenden geboten: Einheimische Möchtegern-Rossis machen mit ihren zum Teil slickbereiften und mit Racinganlagen ausgestatteten Sportbikes so manche öffentliche Straße zur vorübergehenden (illegalen) Rennstrecke.

Neapel/Vesuv/Amalfi (Archivversion)

Trotz Luftverschmutzung, Lärm und eines immerwährenden immensen Verkehrsaufkommens fasziniert die am dichtesten besiedelte Stadt Europas. Für Motorradfahrer mit starken Nerven kann das Gewimmel, Gehupe und Gedrängel in den verstopften Straßenschluchten sowie auf den mächtigen Boulevards durchaus mal Spaß machen – vorzugsweise in den Monaten Oktober bis April, wenn die Temperaturen noch erträglich sind. Wer schon den weiten Weg bis Neapel geschafft hat, sollte unbedingt einen Blick in den Krater des 1281 Meter hohen Vesuv werfen (der vom letzten Parkplatz nach 20 Minuten Fußmarsch erreicht wird) und von dort oben den sensationellen Blick auf den Golf von Neapel genießen. Ebenfalls Pflicht: die Besichtigung des legendären Pompeji am Fuße des Vesuvs. Als kurvenschwingender Ausgleich bietet sich die Umrundung der Halbinsel von Sorrent und Amalfi an, deren Steilküste zu den schönsten der Welt gehört.

Castel del Monte (Archivversion)

Etwas oberhalb des Stiefelabsatzes, knapp 50 Kilometer westlich von Bari, hat der deutsche Kaiser Friedrich II. von 1240 bis 1250 ein Jagdschloss bauen lassen: das Castel del Monte. Das auch »Krone Apuliens« genannte Lieblingskastell des Stauferkaisers thront weithin sichtbar auf einem Hügel. Die letzten 200 Meter müssen Besucher per pedes bewältigen. Doch das lohnt allemal, schließlich wartet ein grandioser Rundumblick auf die Karstlandschaft der Murge. Diese besteht aus größtenteils baumlosen, sanften Hügeln, durch die sich nur wenige, kaum befahrene Straßen schlängeln. Wer sich so weit in den Süden Italiens verirrt, sollte die Reise besser nicht im Sommer durchführen. Dann nämlich präsentiert sich die Landschaft als Mix aus Steinwüste und Steppe, über der brütende Hitze lastet. Und ohne Schutzkleidung zu fahren ist in Anbetracht der meist staubigen und sehr rutschigen Straßen nicht empfehlenswert.

Tourenanzug Pharao-III (Archivversion)

Pharao-III
Anbieter: Polo Expressversand,
Telefon 0211/9796699, www.polo-motorrad.de, Preis: Jacke ab 279,95 Euro, Hose 229,95 Euro
Der hochwertig ausgestattete Pharao-III-Anzug bietet nicht nur reichlich Taschen, Weiten-
verstellungen, ein herausnehmbares Thermofutter, ein Belüftungssystem und Lederverstärkungen, sondern neben CE-Protektoren an Schultern, Ellbogen und Knien auch einen CE-geprüften Rückenprotektor. Im Praxistest gefielen die gute Passform, die vielen Taschen, der Verbindungsreißverschluss, das herausnehmbare Innenfutter in Jacke und Hose und die guten Belüftungsmöglichkeiten. Bei Regen ließen jedoch die Außentaschen der Jacke sowie die Hose
im Schritt bei beiden
Testanzügen Wasser durch. Bei niedrigen
Temperaturen kommt es darüber
hinaus im Brustbereich zu einer unangenehmen Kältebrücke.
Ungewöhnlich: Laut Etikett darf der Anzug nicht in die Waschmaschine.
Fazit: Schicker Tourenanzug mit vielen Vorzügen, aber auch einigen Detailmängeln, deren auffälligster die
undichte Hose ist, was im Endeffekt
zu einer Abwertung führt.

Ganzjahreskombination Vanucci All-Terrain (Archivversion)

Vanucci All-Terrain
Anbieter: Louis, Telefon 040/73419360, www.louis.de,
Preis: Jacke 299,95 Euro, Hose 249,95 Euro
Der mit herausnehmbarer Sympatex-Membrane ausgestattete All-Terrain-Anzug steht in drei Farbvarianten (Blau, Grau, Orange) zur Wahl und gefiel in puncto Passform beiden Testpersonen. Während die Jacken – sowie deren drei als wasserdicht gekennzeichneten Außentaschen – trotz der schlechten Witterungsbedingungen absolut dicht hielten, drang bei einer Hose im Schritt nach wenigen Minuten Regenfahrt Wasser ein. Ebenfalls auf Kritik stieß der zu kurz geratene Verbindungs-Reißverschluss der Jacke sowie die trotz Reißver-schluss und Klettriegel zu eng geratenen Armbündchen,
unter die nur mit Mühe die Stulpen von Winterhandschuhen
passen. Dafür sammelte die Vanucci-Kombination für das
herausnehmbare Thermofutter, das Reflexmatarial und
den angenehmen Tragekomfort weitere Pluspunkte.
Fazit: Farbenfrohe Ganzjahreskombination,
die im Test zwar nicht 100-prozentig dicht hielt,
doch mit gutem Trageverhalten überzeugte.

Ganzjahresanzug TRG Rallye GTX 2 (Archivversion)

TRG Rallye GTX 2
Anbieter: Hein Gericke,
Telefon 0211/98989, www.hein-gericke-store.com, Preis: Jacke 399,95 Euro,
Hose 299,95 Euro
Gleich am ersten Regentag fluchte der mit dem Gericke-Anzug ausgestattete Testfahrer wie ein Rohrspatz, weil der gesamte Schritt- und Beinbereich tropfnass war und beim Fahren extrem unterkühlte. Erst nach Tagen stieß er auf den Fehler: Sein schludriges Anziehen ließ
den Hosenlatz samt Membrane verrutschen und reichlich Wasser eindringen. Fortan achtete der Kollege penibelst auf richtigen Sitz und blieb daraufhin völlig trocken. Bleiben unterm Strich folgende Kritikpunkte: nicht justierbarer Kragen,
zu enge Armbündchen, für kalte Tempe-
raturen zu geringe Isolierung, schlecht positionierter Ärmel-Reißverschluss drückt auf Handrücken. Zu den positiven Eigenschaften gehören: Wasserdichtigkeit, hoher Tragekomfort, langer Verbindungs-Reißverschluss, viele Taschen, Anti-Rutsch-Besatz am Gesäß, gute Weitenverstellung am Hosenbein.
Fazit: Nur wenige kleine Detailmängel trüben den ansonsten guten Gesamteindruck des TRG Rallye, der mangels Isolierung jedoch nicht als Ganzjahresanzug taugt.

Handschuhe Blizzard (Archivversion)

Blizzard
Anbieter: Held, Telefon 08321/66460,
www.held-biker-fashion.de, Preis: 74,95 Euro
Obwohl bei Temperaturen um den Gefrierpunkt als auch bei Dauerregen hielten die mit vergleichsweise kurzer Stulpe ausgestatteten Blizzard die Fahrerhände warm und trocken. Aufgrund des lockeren Innenfutters, das es bei feuchten Händen nahezu unmöglich macht, die Handschuhe anzuziehen, bleibt das Griffgefühl ein wenig auf der Strecke. Insgesamt dürfte die Passform etwas knackiger ausfallen und weniger wulstig. Positiv aus Sicherheitsaspekten: die kräftigen Klettriegel an Handgelenk und Stulpe.
Fazit: Wasserdichte, warme und kuschelig weich gefütterte Handschuhe für Temperaturen unter zehn bis 15 Grad Celsius, deren Innenfutter allerdings zum Verrutschen neigt.

Handschuhe Dane Brondby (Archivversion)

Dane Brondby
Anbieter: Motoport, Telefon 04451/915200, www.dane-online.de, Preis: 89 Euro
Wer bei Regenfahrten die Handschuh-Stulpen über der Jacke trägt, muss sich nicht wundern, wenn früher oder später von hinten Wasser in die Fingerlinge läuft. Das bemerkten auch die Verschleißtester, die daraufhin die Stulpen unter die Ärmel schoben. Danach blieben die Hände selbst bei Wolkenbrüchen
völlig trocken. Passform und Griffgefühl konnten überzeugen. Ebenso der Klettriegel und der Reißverschluss an der Stulpe sowie der stabile Handgelenks-Klettriegel, die für festen
Halt sorgen. Außerdem hielten die Brondby die Fahrerhände auch noch bei null Grad Celsius angenehm warm.
Fazit: Sauber verarbeitete und vor allen Dingen
sehr warme und absolut wasserdichte Handschuhe für
kalte Tage auf dem Motorrad.

Tourenstiefel Oxtar Air Tech XCR (Archivversion)

Oxtar Air Tech XCR
Anbieter: Polo,
Telefon 0211/9796699,
www.polo-motorrad.de,
Preis: 179,95 Euro
Die mit der neuesten Gore-Tex-Membran vom
Typ XCR ausgestatteten Stiefel hielten die Füße der Testfahrer auch beim größten Wolkenbruch schön trocken. Die Air Tech tragen sich wunderbar leicht, sind hochflexibel, jedoch für Temperaturen unter zehn Grad Celsius nur bedingt geeignet. Die rutschfeste Sohle mit leichtem Absatz bietet sehr guten Halt auf den Rasten und taugt auch für einen längeren Fußmarsch, wenn’s sein muss. Was fehlt, sind stabile Protektoren an Knöcheln, Ferse, Schienbein und Vorderfuß.
Fazit: Die sehr leicht zu tragenden, ultrabequemen Oxtar-Boots erfüllen sämtliche Anforderungen an einen Tourenstiefel.
Leider fehlt ein hochwertiger Unfallschutz.

Tourenstiefel Redbike Estoril (Archivversion)

Redbike Estoril
Anbieter:
Kochmann, Telefon 02241/
394220, www.redbike.de, Preis: 159,95 Euro
Auch für Temperaturen um den Gefrierpunkt sind die Estoril-Stiefel noch aus-
reichend gefüttert. Etwas eng geriet der Schnitt im Knöchelbereich – der Reißverschluss lässt sich nur
mit Mühe schließen. Ebenfalls
nicht überzeugend: Auf längeren Regenetappen trat an beiden Teststiefelpaaren Wasser ein. Ansonsten sind Trageverhalten, Passform und Halt auf der Raste ordentlich.
Fazit: Die schlank geschnittenen Estoril sind im Grunde genommen prima Tourentreter, verspielen durch den Wassereintritt aber ein besseres Urteil.

Klapphelm Justissimo GT (Archivversion)

Justissimo GT
Anbieter:
Caberg, Telefon 08191/971221,
www.caberg-helm.com, Preis: ab 269,90 Euro
Gleich mehrere Verschleißfahrer fuhren mit dem neuesten Klapphelm-Modell aus dem Hause Caberg. Mit am besten gefiel allen die funktionelle Sonnenblende, das beschlagfreie Visier, der praktische Ratschen-Schnellverschluss und die gute Passform. Kritik gab’s unter anderem für laute Windgeräusche und das mit dicken Handschuhen schwer zu öffnende Kinnteil sowie die Visierbedienung. Lob
ernteten die großen Belüftungstasten, die
spürbare Belüftungsfunktion und der auch bei
hohen Geschwindigkeiten stabile Sitz. Und am allerbesten gefiel den Hungrigen, Durstigen und Rauchern unter den Testfahrern das hochklappbare Kinnteil.
Fazit: Ein hochwertiger Klapphelm mit
praxisgerechtem Ratschenverschluss, beschlagfreiem
Visier und sehr funktioneller Sonnenblende,
allerdings den Klapphelm-typischen Schwächen
wie hohes Gewicht und Geräuschniveau.

Integralhelm Vandal (Archivversion)

Vandal
Anbieter: Suomy,
Telefon 07171/998437, www.suomy.de,
Preis: ab 349 Euro (Dekor: 429 Euro)
Der neu auf den Markt gekommene, sportliche Integralhelm aus Italien überzeugt in erster Linie durch seine saubere Passform und den guten Sitz mit straffer Führung an den Wangen. Die Belüftung im Kinn-, Stirn- und Hinterkopfbereich ist sehr gut spürbar, aber die Dreh-Schalter an der Stirn sind mit Handschuhen praktisch nicht zu bedienen. Außerdem kommt es bei ge-
öffneter Hinterkopfentlüftung zu Pfeifgeräuschen. Generell ist das Geräuschniveau beim Fahren eher hoch. Trotz der knapp über 1500 Gramm Gewicht trägt sich der Vandal auf langen Etappen dank guter Aerodynamik recht entspannt. Weitere positive Punkte sind das absolut beschlagfreie Visier sowie der tadellose Doppel-D-Verschluss.
Fazit: In vielen peppigen Varianten erhältlicher Integralhelm mit gutem Trageverhalten, funktioneller Belüftung und prima Visier, indes auch mit dem
ein oder anderen Mangel im Detail.

Gel-Sitzbank (Archivversion)

Gel-Sitzbank
Anbieter: Triumph Deutschland, Telefon 06175/93360,
www.triumph-motorcycles.com, Preis: 215 Euro
Zwar sitzt es sich auf der serienmäßigen Sitzbank der Triumph Sprint ST
ebenfalls recht bequem, doch die als Zubehör erhältliche Gel-Sitzbank ist noch
komfortabler. Die feste Polsterung hat sich auf den über 5000 Kilometern
der Verschleißfahrt bestens bewährt.
Der Sitzkomfort ist höchst angenehm, der Bezug ausreichend griffig und die Verarbeitung tadellos.
Fazit: Eigentlich gehört dieses Sitzmöbel serienmäßig auf die Triumph.
Die perfekte Gel-Komfortpolsterung verbessert die ohnehin hohe Reisetauglichkeit der Sprint ST noch weiter. Einziger Wermutstropfen: der happige Preis.

Wetterstation EB 313 HG (Archivversion)

Wetterstation EB 313 HG
Anbieter: Oregon Scientific,
Telefon 06102/7985388,
www.oregonscientific.de,
Preis: 29,90 Euro
Die kleine, handliche Wetterstation (halb so groß wie eine Zigarettenschachtel) zeigt außer Datum, Uhrzeit, Luftfeuchtigkeit und Temperatur auch die aktuelle Wettertendenz in Symbolform an. Für Motorradfahrer, die lange an einer Stelle verharren (Basislager für Tagesausflüge) ein nettes Spielzeug. Für ruhelose Durchreisende weniger hilfreich, da das Gerät etwa einen halben Tag den Luftdruckverlauf an gleicher Stelle beobachten muss, um zuverlässige Tendenzen anzuzeigen.
Fazit: Nicht wasserdichte Wetterstation, die einige
interessante Daten liefert, Wettertendenzen aber nicht absolut zuverlässig anzeigt – schon gar nicht während der Fahrt.

Mini-Fußpumpe (Archivversion)

Mini-Fußpumpe
Anbieter: Minifußpumpe, Telefon 08362/
930190, www.minifusspumpe.de, Preis: 43,90 Euro
Besonders gut gefiel beim Test die hochwertige Verarbeitung der Mini-Fußpumpe, die sich sehr
einfach von hohem Pumpdruck auf hohes Pumpvolumen umstellen lässt. Die Digitalanzeige
funktioniert prima, macht das Gerät jedoch etwas klobig, was bei beengten Platzverhältnissen (große Bremsscheiben et cetera) zu Schwierigkeiten bei der Anwendung führen kann. Das Pumpen per
Fuß gelingt ohne großen Kraftaufwand, allerdings sind sehr viele Hübe für eine deutliche Druckerhöhung im Reifen erforderlich.
Fazit: Obwohl kompakt gebaut, taugt die funktionelle Minipumpe
nach MOTORRAD-Meinung weniger für Touren mit Straßenbikes, sondern eher als Helfer für zu Hause in der Garage oder für Endurofahrer, die
unterwegs öfter den Reifendruck variieren wollen.

VC 50 Visier Clean (Archivversion)

VC 50 Visier Clean
Anbieter:
Baas bike parts,
Telefon 07062/979394, www.baas-parts.de,
Preis: 13 Euro
Schnell mittels Kabelbinder
oder doppelseitigem Klebeband am Lenker oder auf der Gabelbrücke montiert ist der praktische Visierreiniger VC 50.
Vor der Tour mit etwas Wasser befüllt, leistet er bei Fahrtunterbrechungen gute Dienste, um das Visier effektiv von Fliegen und Schmutz zu befreien. Da
die Gummi-Abziehlippe nicht fest genug fixiert ist, ging auf der Verschleißfahrt eine verloren, die Lippe des anderen Testgeräts war kurz davor.
Fazit: Eine clevere Idee für klare Sicht beim Motorradfahren. An der Verarbeitungsqualität (Stichwort Gummilippe) sollte aber nachgebessert werden.

Sonnenblende Sunax-BX-Blende (Archivversion)

Sunax-BX-Blende
Anbieter: Louis, Telefon 040/73419360,
www.sunax.de, Preis: ab 24,95 Euro
Der dunkel getönt oder verspiegelt erhältliche Blendschutz lässt sich nachträglich in nahezu jeden Helm zwischen Außen- und Innenschale einschieben. Die Montage erfordert reichlich Kraft, da die BX-Blenden zum Schutz gegen Verrutschen
mit Stoffpads versehen sind. Die ersten Kilometer Fahrt sind wegen des eingeschränkten Sichtfelds stark gewöhnungsbedürftig. Die Blendschutzfunktion
überzeugt. Schon leichtes Kopfnicken bringt dem Helmträger entweder freie oder abgedunkelte Sicht nach vorn – je nach Bedarf.
Fazit: Für alle,
die keinen Helm mit integrierter Sonnenblende besitzen, eine pfiffige Nachrüstmöglichkeit. Allerdings lässt sich
die BX-Blende nicht einfach wegklappen, außerdem stört viele der Übergang im Sichtfeld.

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