Sicherheit bei Lederkombis (Archivversion) Von Fall zu Fall

Wenn MOTORRAD-Tester stürzen, dann tun sie das nicht nur aus Jux und Tollerei, sondern stets auch für einen guten Zweck: Jeder Sturz, Ausrutscher und Umfaller bringt Erkenntnisse über die Schutzausrüstung. So hat auch der Leser etwas davon.

»Bei null Schräglage ist das Hinterrad schlagartig weggeschmiert. Da muß irgendwas auf der Straße gewesen sein, ein Kanaldeckel, Bitumen, Diesel oder so. Außerdem hat mich die tiefstehende Sonne geblendet, und der Reifen ist sowieso kriminell.« So hört es sich meist an, wenn sich ein Motorradfahrer auf die Nase gelegt hat. Doch egal, ob man manchmal vielleicht doch auch selbst schuld hat: Wenn es kracht oder scheppert, hilft nur noch gute Schutzkleidung. Die ist auch nötig, wenn MOTORRAD-Redakteure bei Testfahrten auf Rennstrecken das Ausloten des Grenzbereich etwas zu forsch angehen. Stürze gehören natürlich nicht zum Testalltag, lassen sich jedoch nicht gänzlich vermeiden. Und im Zeitalter von Auslaufzonen und Kiesbetten auf modernen Strecken sind die Risiken kalkulierbar. Meistens gehen solche Erfahrungen jenseits des Limits daher zwar mit Materialschäden, aber ohne Personenschäden aus. Das ist zum großen Teil auch der Ausrüstung zuzuschreiben, die alle MOTORRAD-Tester auf der Rennstrecke grundsätzlich benutzen. Helm, Lederkombi, Stiefel, Handschuhe und Rückenprotektor sind obligatorisch. Das Sicherheits-Niveau hat sich in den letzten Jahren verbessert. Vor allem in puncto Protektoren gewährleistet die CE-Norm einen gewissen Standard. Im Abriebverhalten sind aber noch Schwächen zu erkennen, wie der Schleiftest hinter dem Auto beweist (siehe Kasten). Zu beachten ist, daß die gezeigten Beispiele nicht repräsentativ und untereinander vergleichbar sind, für die Qualitäten der jeweiligen Kombis daher nur bedingt aussagekräftig. Doch man kann aus den Schäden lernen, worauf es ankommt. Hier einige wichtige Tips für den Kauf: - Das wichtigste ist die gute Paßform und der enge Sitz einer Lederkombi. Das verbessert sowohl die aktive als auch die passive Sicherheit.- Auf große Lederflächen achten, jede Naht ist bei einem Sturz eine potentielle Schwachstelle. Designelemente sollten möglichst nur aufgesetzt, nicht eingesetzt sein. - Leder-Verdopplungen oder Kevlar-Unterfütterung an sturzrelevanten Stellen geben mehr Schutz. - Bei der Lederqualität gilt nur als Anhaltspunkt: Je dicker, desto besser. Grelle Farben sind meist mit viel Chemie behandelt, strapazierfähiger sind gedeckte, natürliche Farben.- Sehr wichtig sind die Nähte: Doppelt hält logischerweise besser. Das Leder sollte nach innen umgelegt sein, so daß der Faden nicht gleich weggeraspelt wird.

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