Standpunkt von Redakteur Thorsten Dentges

Doppelt so teuer, doppelt so gut? Stimmt nur bedingt, meint MOTORRAD-Redakteur Thorsten Dentges.

Gut, sehr gut – bis auf eine Ausnahme die Noten der
aktuell getesteten Textilkombis. Aber mal ehrlich, ist
das bei einem Kaufpreis um die 700 Euro eine Überraschung? Rückblende: Vor kurzem testete MOTORRAD (Heft 9/2005) acht halb so teure wasserdichte Textilkombis. Vier davon heimsten ebenfalls gute Noten ein und sind unbedingt empfehlenswert. Modisch stehen die preisgünstigeren Kombis den manchmal sehr
konservativ gestylten, teuren Anzüge in nichts nach,
sie sind häufig mit den gleichen CE-Protektoren ausgestattet, und anders als in der Vergangenheit sind viele der billigeren Produkte nicht mehr wie ein Kartoffelsack geschnitten, sondern überzeugen mit guter Passform
und hohem Tragekomfort. Da könnte man doch folgende Bilanz ziehen: Statt für teure Kombis Geld zu verpulvern, sich lieber regelmäßig ein neues, preisgünstigeres Teil
gönnen. Schönwetter- und Gelegenheitsfahrer können getrost nach dieser Regel verfahren. Wer seine Kombi indes praktisch täglich im Einsatz hat, bei Wind und Wetter fährt und auf seinen Motorradreisen keine Grenzen kennt, der muss sich auf seine Funktionskleidung hundertprozentig verlassen können. Die teureren Kombis kosten deshalb so viel, weil sie vor der Markteinführung diversen Tests, auch Dauertests, unterworfen wurden. Die Praxis zeigt, dass
auf Gore-Tex, Cordura und andere Hightech-Materialien,
für die ein großer Entwicklungsaufwand betrieben wird, Verlass ist. Auch nach Jahren im harten Einsatz lassen sie einen sprichwörlich nicht im Regen stehen oder böse
bluten. Das ist nicht zwangsläufig einen doppelten Preis wert, doch ein sehr nachvollziehbares Kaufargument.

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