Stoßdämpfung

TÜV-PRÜFUNG
Die Stoßdämpfungsmessungen der Testkandidaten führte MOTORRAD in Zusammenarbeit mit den Experten des TÜV Rheinland auf deren Fallprüfstand in Köln durch. Die Prüfungen erfolgten in enger Anlehnung an die CE-Norm, getestet wurden jeweils die Protektoren der Größe L. Den für die Berechnung der Mindest-Schutzzone maßgeblichen Taillen-Schulter-Abstand dürfen die Protektorenher­steller selbst wählen. Dadurch ergeben sich minimale Unterschiede bei der Größe der Schutz­-zonen, innerhalb derer die fünf von der Norm vorgeschriebenen Prüfpunkte liegen müssen. Die Ergebnisse der Messungen inklusive der Punktevergabe finden sich in neben­stehender Tabelle. Außer den durchschnittlichen Restkräften bewertete MOTORRAD auch die Einhaltung der vom Hersteller angegebenen Schutzklasse (Level 1 oder Level 2 – Erklärung siehe Kasten rechts oben CE-Prüfung). Für Überschreitungen der maßgeblichen Grenzwerte gibt’s Abzug. Beispiel: Ein Protektor des anspruchsvolleren Level 2 kassiert für einen Einzelschlag mit einem Restkraftwert von 14 kN Punktabzug (zulässiger Einzelschlag: maximal 12 kN). Derselbe Rest­-kraftwert bei einem Protektor des Level 1 führt hingegen zu keinem Punktabzug, da er noch weit unter dem hier zulässigen Einzelschlag-Grenzwert von 24 kN liegt.

ce-prüfung
Für Rückenprotektoren gilt seit Juli 2003 die CE-Norm EN 1621-2. Zentraler Bestandteil ist eine Stoß­dämpfungsprüfung. Ein stabförmiger Fallkörper mit einer Masse von fünf Kilogramm fällt aus einem Meter Höhe auf den Protektor, der auf einem halb­-kugelförmigen Amboss mit integriertem Kraftaufnehmer ruht. Diese Konstellation soll den Aufprall auf eine Bordsteinkante simulieren. Die fünf von der Norm geforderten Aufschläge müssen in der kreuz­förmigen, sogenannten Mindest-Schutzzone liegen, die sich aus dem vom Protektoren-Hersteller angegebenen Taillen-Schulter-Abstand berechnet. Drei der fünf Aufschläge sind klar definiert (siehe Stoßdämpfungstabelle unten), zwei Einzelschläge muss der Prüfer auf frei wählbare poten­-zielle Schwachstellen innerhalb der markierten Schutzzone legen. Eine Besonderheit bei der EN 1621-2 ist die Unter­-scheidung in zwei Schutzklassen. Zu welcher der jeweilige Protektor zählt, entscheidet der Hersteller selbst. Dabei darf die durchschnittliche Restkraft bei Protektoren des Level 1 nicht mehr als 18 Kilo-Newton (kN) betragen und kein Einzelschlag über 24 kN liegen. Für das Level 2 liegen die zulässigen Maximalwerte bei 9 kN (durchschnittliche Rest­-kraft) und 12 kN für einen Einzelschlag. Ein nach Level 2 zertifizierter Rückenprotektor bietet also die besseren Stoßdämpfungswerte und somit einen höheren Schutz.

KENNZEICHNUNG
Außer bestimmten Stoßdämpfungsgrenzwerten ver-langt die CE-Norm eine vollständige Kennzeichnung des Rückenprotektors. Ob diese per Prägung, Druck oder Aufnäher erfolgt, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Markierung fest mit dem Protektor verbunden ist. Bei Protektorenwesten mit herausnehmbaren Dämpfungseinsätzen muss die Kennzeichnung also direkt auf dem Protektor angebracht sein. Lediglich bei Westen mit fest eingenähtem Rückenschutz genügen außen liegende Markierungen. Zu einer vollständigen Kennzeichnung gehören: Name des Her­stellers (a), Modell- oder Typbezeichnung (b), Angabe zur Norm (c), die bei Rückenprotektoren CE EN 1621-2 lauten muss, Piktogramm eines Motorradfahrers (d) mit Kürzel »B« (für back = Rücken) und ein Hinweis zur Leistungsstufe (Level 1 oder 2). Außerdem Pflicht: die Angabe des Taillen-Schulter-Abstands in Millimetern oder Zentimetern (e). Aus dieser Länge wird die Größe der für die Prüfung gültigen Schutzzone berechnet.

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