Test: Funktionsjacken um 250 Euro (Archivversion)

Schicke Hülle

Der Trend beim Motorradfahren geht zu multifunktioneller, wasserdichter Bekleidung, die sich sowohl für den Einsatz bei kühlen Temperaturen als auch für heiße Tage eignet und auch ohne Motorrad eine gute Figur macht.

Wie teuer muss eigentlich eine Motorradjacke sein, damit
sie was taugt? Reicht ein Billigangebot für 100 Euro, oder
sind tatsächlich 500 Euro und mehr notwendig, um vernünftige
Qualität zu bekommen? Fragen, die sich leider nicht pauschal
beantworten lassen. Die Unterschiede der Preisklassen liegen in den verwendeten Materialien sowie in der Ausstattung und Ver-
arbeitungsqualität. Massenweise in China produzierte Jacken mit No-Name-Klimamembran und Standard-Protektoren kosten logischerweise weit weniger als Jacken mit hochwertigen Protektoren und teurer Gore-Tex-Membran aus europäischer Fertigung.
Nach Erfahrungen von MOTORRAD bieten Jacken um
250 Euro meist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit serienmäßigen Weitenverstellungen, Belüftungsöffnungen, Thermofutter, geprüften CE-Protektoren, robustem Textilmaterial und Marken-Membranen sollten die preislich in der Mittelklasse angesiedelten Funktionsjacken für die meisten Ansprüche genügen. MOTORRAD hat sich acht Vertreter von Büse, Difi, Haveba, Hein Gericke, Ixs, Polo, Uvex und Vanucci besorgt und sie ausgiebig auf ihre Praxistauglichkeit geprüft.
Zu den Kriterien zählen neben dem Nässetest, der Stoßdämpfung der Protektoren und der Belüftung (siehe zugehörige Kästen auf den folgenden Seiten) auch der Tragekomfort und die Hand-
habung. Letztere berücksichtigt beispielsweise, wie leicht sich eine Jacke an- und ausziehen lässt. Müssen jedes Mal drei
Front-Reißverschlüsse und diverse Klettleisten bedient werden – wie beim Haveba-Modell –, gibt es einen entsprechenden Punkt-
abzug. Zur Handhabung zählen außerdem die Zugänglichkeit der Taschen sowie die Bedienung der Weitenverstellungen.
Entscheidend für den Tragekomfort ist zunächst einmal die Passform. Zugegeben, jeder Mensch unterscheidet sich in der Anatomie etwas vom anderen, was eine generell gültige Wertung unmöglich erscheinen lässt. Dennoch zeigt sich bei einem Vergleich sehr schnell, ob sich die Hersteller in bestimmten Bereichen vertan haben. Viel zu weit geschnittene Ärmel, zu eng geratene Armbündchen oder ein scharfkantiger Kragen sind Beispiele, die unabhängig von der Fahrerstatur negativ auffallen.
Apropos auffallen: Mit heutigen Motorradjacken kann man sich ohne weiteres im Café, der Disco oder auf der Promeniermeile
blicken lassen. Die Jacken tragen sich auch abseits des Motorrads deutlich angenehmer als ihre teilweise klobigen Vorgänger vor zehn, 15 Jahren. Und das gefälligere Design sorgt für wesentlich höhere Alltagsakzeptanz.
Bleibt als Testfazit: Wer rund 250 Euro für eine Funktionsjacke hinblättert, erhält einen reellen Gegenwert. Dank herausnehmbaren Thermofutters und Belüftungsöffnungen taugen die Jacken
für Einsätze von Frühjahr bis Herbst. Ein CE-Rückenprotektor, wie ihn lediglich die Jacken von Hein Gericke und Polo serienmäßig bieten, wäre in dieser Preisklasse jedoch wünschenswert.
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Textiljacken um 250 Euro: Test (Archivversion) - Büse Paso

Anbieter: Büse, Telefon 02471/12690, www.buese.com
Preis: ab 249,95 Euro, Farbe: Schwarz
Größen: 48 bis 64
Plus
Absolut wasserdicht; dichte Brust-Außen-
taschen; völlig flatterfrei; gute Stoßdämpfung; Reißverschlüsse dank Bändel an den Zippern gut zu bedienen; viele praktische Taschen; Verbindungsreißverschluss; Greifhilfen an Klettverschlüssen; gute Verarbeitung
Minus
Belüftung kaum spürbar; Ellbogenprotektor kann verrutschen; kein Rückenprotektor; zum An- und Ausziehen müssen zwei Reiß- und ein Klettverschluss be-
dient werden; Weitenverstellung an Ober- und Unterarm
nicht stufenlos; sehr kurzes Thermo-Innenfutter
Fazit
Mit der Paso bietet Büse eine absolut wasserdichte Touren-
jacke für den Ganzjahreseinsatz. Leider ist sie nur in Schwarz lieferbar. Die deshalb rein äußerlich
dezente Jacke überzeugt mit guter Verarbeitung und angenehmem Trageverhalten. Von der Belüftung indes spürt der Fahrer wenig. Dafür gefallen die praktischen Bändel an den Reißverschlüssen für leichtere Bedienbarkeit mit Handschuhen.

Textiljacken um 250 Euro: Test (Archivversion) - Difi Advance AX

Anbieter: Motoport, Telefon 04451/915200, www.motoport.de
Preis: 249,95 Euro, Farben: Schwarz, Schwarz/Blau, Schwarz/Rot
Größen: XS bis XXXL und 98 bis 114 (nur in Schwarz)
Plus
Bis auf Ärmel absolut wasserdicht; zwei dichte Fronttaschen;
gut abschließender, überlappend aus-
geführter Kragen; nahezu flatterfrei; gute Stoßdämpfung; viele praktische und große Taschen; großer Weiten-
verstellbereich an den Oberarmen; Schrittgurt gegen Hochrutschen
Minus
Membrane an den Ärmeln zu kurz, daher nasse Unterarme im Test; Belüftung kaum spürbar; Jacke bauscht sich im lang geschnittenen Front-
bereich in Sitzhaltung auf;
kein Rückenprotektor; extrem weit geschnittene Ärmel –
Ellbogenprotektor kann leicht verrutschen; zum
An- und Ausziehen müssen zwei Reiß- und zwei Klettverschlüsse bedient werden
Fazit
Eher unscheinbar kommt
die vergleichsweise weit geschnittene Advance AX daher. Unangenehm: Bei der ansonsten dichten Jacke sorgt eine an den
Ärmeln zu kurz geratene Membran zwangsläufig für von innen her
volllaufende Handschuhe. Weitere
Detailmängel kosten wertvolle Punkte, weswegen die Advance AX nur den
undankbaren letzten Platz belegt.

Textiljacken um 250 Euro: Test (Archivversion) - Haveba Cleveland

Anbieter: TWS Central Europe, Telefon 07432/220595, www.haveba.de
Preis: 259 Euro, Farben: Schwarz/Weiß/Blau, Schwarz/Weiß/Grau, Schwarz/Weiß/Rot, Größen: XS bis XXXL
Plus
Bis auf Ärmelbereich absolut wasserdicht; Belüftung im Brust- und Arm-
bereich gut spürbar, auch beim Fahren
bedienbar; nahezu flatterfrei; (kurzer) Verbindungsreißverschluss; in der Position verstellbare Protektoren an Ellbogen und Schultern; gute Verarbeitung
Minus
Membrane an den Ärmeln zu kurz, daher nasse Unterarme
im Test; keine wasserdichte Außentasche; sehr schlechte Stoßdämpfungswerte; kein Rückenprotektor; Ellbogenprotektor kann verrutschen; extrem aufwendiges Anziehprocedere: zum An- und Ausziehen müssen drei Reißverschlüsse und eine Klettleiste bedient werden; keine Weitenverstellung an Ober- und Unterarmen
Fazit
Die robuste Cleveland sorgt für die
beste Belüftung im Test. Das verdankt
sie unter anderem dem pfiffigen Zwei-
wege-Reißverschluss am Unterarm. Ansonsten überzeugt sie nicht sonderlich: Die billig wirkenden Protektoren fallen mit sehr schlechten Stoßdämpfungswerten aus der Reihe. So hochwertig die Jacke in einigen Punkten auch gemacht ist (Reißverschluss-Verbindungen von Innenjacke und Membran – auch an den Armbündchen), so umständlich ist das An- und Ausziehen.

Textiljacken um 250 Euro: Test (Archivversion) - Hein Gericke Spader

Anbieter: Hein Gericke, Telefon 0211/98989,
www.hein-gericke-store.com, Preis: 229,95 Euro
Farbe: Schwarz, Größen: 48 bis 58
Plus
Absolut wasserdicht; zwei dichte Front-Außen-
taschen; völlig flatterfrei; gute Stoßdämpfung;
CE-Rückenprotektor; Lederverstärkungen an
Schultern und Ellbogen; einfaches Anzieh-
procedere: lediglich ein Reißverschluss und eine Klettleiste zu bedienen; viele praktische Taschen; Verbindungsreißverschluss; großer Weitenverstellbereich an den Oberarmen; Schrittgurt gegen Hochrutschen; gute Verarbeitung
Minus
Belüftung kaum spürbar; schlechte Belüftungsbedienung; Ellbogenprotektor
kann verrutschen; labbriger Klettverschluss am Kragen; Armbündchen nicht weiten-
verstellbar
Fazit
Diverse Leder-Applikationen
an Schultern, Ellbogen, Kragen, Armbündchen, Taschen sowie an den Belüftungsreißverschlüssen
lassen die nur in Schwarz lieferbare
Spader fast schon sportlich-aggressiv
erscheinen. Die prima Handhabung,
die Wasserdichtigkeit sowie die guten Stoßdämpfungswerte des serienmäßigen CE-Rückenprotektors sorgen
trotz kleinerer Mängel für ein gutes
Gesamtergebnis.

Textiljacken um 250 Euro: Test (Archivversion) - Ixs Pathfinder

Anbieter: Hostettler, Telefon 07631/18040, www.ixs.com
Preis: 279 Euro, Farben: Beige, Blau, Grau, Schwarz
Größen: Damen DS bis DXL, Herren S bis 5XL
Plus
Absolut wasserdicht; vier wasserdichte Fronttaschen; prima Tragegefühl; völlig flatterfrei; gute Stoßdämpfung; einfaches Anziehprocedere: lediglich ein Reißverschluss und eine Knopfleiste zu bedienen; sehr viele praktische und große Taschen; Verbindungsreißverschluss; abnehmbarer Sturmkragen; Thermo-Innenfutter herausnehmbar und als separate
Jacke zu tragen; gute
Verarbeitung
Minus
Belüftung nur gering spürbar; schlechte Belüftungsbedienung; kein Rückenprotektor; Weitenverstellung an
Ärmeln nicht stufenlos
Fazit
Das angenehm weiche und dennoch robuste Außenmaterial sorgt im Zusammenspiel mit dem gelungenen Schnitt für das beste Tragegefühl
im Vergleich. Nicht ganz überzeugend ist die Belüftung, wobei die Anordnung der Öffnungen
eigentlich eine gute Funktion erwarten lässt. Doch dank ihrer wasser-
dichten Ausführung, dem praktischen Sturmkragen, den vielen Taschen
und der problemlosen Handhabung
ist die Pathfinder, die sich mit der
Polo Talon den Testsieg teilt, eine
echte Empfehlung.

Textiljacken um 250 Euro: Test (Archivversion) - Polo Talon

Anbieter: Polo Expressversand, Telefon 0211/9796699,
www.polo-motorrad.de, Preis: 269,95 Euro, Farbe: Schwarz/Silber
Größen: M bis XXL
Plus
Absolut wasserdicht; Front-Außen-
taschen und Rückentasche ebenfalls dicht; spürbare Belüftung mit Öffnungen im Ellbogen- und Rumpfbereich; nahe-
zu flatterfrei; gute Stoßdämpfung;
CE-Rückenprotektor; Lederverstärkungen an Schultern und Ellbogen; einfaches Anziehprocedere: lediglich ein Reißverschluss
und eine kombinierte Druckknopf-/Klettleise zu bedienen; viele Taschen; (kurzer)
Verbindungsreißverschluss;
großer Weitenverstellbereich
an Ober- und Unterarmen;
gute Verarbeitung
Minus
Ellbogenprotektor kann ver-
rutschen; sehr weiter Schnitt
der Ärmel; Handhabung der
Außentaschen umständlich
Fazit
Die aufwendig gemachte Talon
eignet sich prima als Ganzjahres-
Jacke. Die Belüftung funktioniert
spürbar, doch lassen die großen
Belüftungsreißverschlüsse im Brust- und Armbereich noch mehr erwarten. Trotz des einen oder anderen Detailmangels landet die Polo-Jacke
mit ihrem jugendlich frischen Design
verdient zusammen mit der Ixs
Pathfinder auf dem ersten Platz.

Textiljacken um 250 Euro: Test (Archivversion) - Uvex All Season

Anbieter: Uvex Sports, Telefon 0911/97740, www.uvex-sports.de
Preis: 279,95 Euro, Farben: Schwarz, Schwarz/Blau, Schwarz/Silber
Größen: S bis XXL
Plus
Bis auf Ärmel absolut wasserdicht; völlig
flatterfrei; sehr gute Stoßdämpfung; enger Schnitt an den Armen, dadurch können Ellbogenprotektoren nicht verrutschen; Lederverstärkungen an Schultern und Ellbogen; Zipper mit Bändel gut zu bedienen; große,
abnehmbare Rückentasche, die als separater Bauchbeutel genutzt werden kann;
Greifhilfen an Klettverschlüssen;
gute Verarbeitung
Minus
Membrane an den Ärmeln
etwas zu kurz, daher nasse Unterarme im Test; Belüftung kaum spürbar; kein Rückenprotektor; zum An- und Ausziehen müssen zwei Reißverschlüsse und zwei Klettleisten bedient werden; keine Weitenverstellung an Ober- und Unter-
armen; nur zwei zu kleine, außerdem nicht wasserdichte Front-Außentaschen; kein
Verbindungsreißverschluss
Fazit
Durch die an den Ärmeln zu kurze Membran läuft bei Regenfahrten zwangsläufig Wasser in die Hand-
schuhe – auch wenn diese vorschriftsmäßig unter die Armbündchen gesteckt werden. Dies sowie die kaum spürbare Belüftung sind die Hauptkritikpunkte
an der ansonsten ordentlich gemachten Tourenjacke, die mit guten Protektoren und pfiffigen Details aufwartet.

Textiljacken um 250 Euro: Test (Archivversion) - Vanucci Ventus III

Anbieter: Louis, Telefon 040/73419360, www.louis.de
Preis: ab 249,95 Euro, Farben: Schwarz/Gelb, Schwarz/Silber
Größen: Damen 34 bis 44, Herren 48 bis 62
Plus
Absolut wasserdicht; zwei
wasserdichte Fronttaschen;
nahezu flatterfrei; sehr gute Stoßdämpfung; enger Schnitt an den Armen, dadurch verrutsch-
sichere Ellbogenprotektoren; viele Taschen; (kurzer) Verbindungsreißverschluss; Schrittgurt
gegen Hochrutschen
Minus
Belüftung nur gering spürbar; kein Rückenprotektor; zum An- und Ausziehen müssen zwei Reißverschlüsse und eine Knopf-/Klettleiste bedient werden; geringer Weitenverstellbereich an Ober- und Unterarm; viel zu enge Armbündchen
Fazit
Aufgrund anschmiegsamer Protektoren trägt sich die wasserdichte Ventus III sehr bequem. Nervig: Die Handschuhe passen nicht
unter die zu engen Armbündchen – nasse Hände sind somit bei Regenfahrten programmiert. Positiv für alle, die auf Partnerlook stehen: Es gibt die Jacke in Damen- und Herrengrößen. Bis auf wenige Abstriche eine (farbenfrohe) Empfehlung für Tourenbiker.

Textiljacken um 250 Euro: Test (Archivversion) - Stossdämpfung

Wussten Sie, dass bereits bei einer Krafteinwirkung von deutlich unter zehn Kilonewton (kN) mensch-
liche Knochen brechen? Hört sich zunächst erschreckend an, da die CE-Norm einen weit höheren Wert zulässt, nämlich 35 kN. Doch wenn man bedenkt, wie die Restkräfte
bei der Stoßdämpfungsprüfung entstehen, relativiert sich das Ganze. Ein rechteckiger Stempel mit einer Masse von fünf Kilogramm saust aus einem Meter Höhe auf den über einem halbkugelförmigen Amboss liegenden Protektor,
der möglichst viel der beim Aufprall entstehenden Energie (rund 180 kN, was etwa 18 Tonnen entspricht) absorbieren soll. Die CE-Norm schreibt insgesamt neun Schläge in
drei verschiedene Protektorenzonen vor. Um die Norm für
Gelenkprotektoren zu bestehen, darf der Mittelwert 35 kN nicht übersteigen und keiner der Einzelschläge über 50 kN liegen. MOTORRAD hat sämtliche Protektoren der Jacken auf dem Prüfstand der Firma SaS-Tec in Markgröningen
getestet. Jeder Protektor wurde an drei Stellen geprüft: Zwei Schläge erfolgten in die Kernzone und einer in die Randzone. Dabei handelt es sich nicht um eine CE-Prüfung, sondern um eine Vergleichsmessung, anhand der sich die Qualität der Protektoren einordnen lässt. Abgesehen von den mise-
rablen Haveba-Protektoren liegen alle Kandidaten auf einem erfreulich hohen Niveau und zeigen gute bis sehr gute
(weil geringe) Restkraftwerte. Ein Test der völlig untauglichen Schaumeinlagen im Rücken, wie sie sechs Modelle ver-wenden, erledigte sich von selbst, da das vorgeschriebene
Prüfgewicht bereits bei Fallhöhen im Bereich von nur
20 Zentimetern gnadenlos durchschlug und Restkraftwerte von weit über 50 kN erzeugte. Sehr erfreulich: die Ergebnisse der CE-Rückenprotektoren von Hein Gericke und Polo.

Textiljacken um 250 Euro: Test (Archivversion) - Nasstest

Einer der wichtigsten Gründe für den Kauf von Motorrad-Funktionsjacken
ist deren angepriesene Wasserdichtigkeit. Voraussetzung dafür ist
eine Membran, die entweder fest mit der Außenjacke verbunden ist oder als
herausnehmbare Innenjacke zum Einsatz kommt. Jede Bauart hat ihre Vor- und Nachteile, entscheidend ist jedoch einzig die Wasserdichtigkeit, was ordnungs-
gemäßes Anziehen der Jacke voraussetzt. Wer nicht akribisch die teilweise
übereinander liegenden Frontreißverschlüsse samt Klettleisten schließt, muss
sich über Nässeeinbruch nicht wundern. Ebenso wie all diejenigen, die die
Handschuhstulpen über der Jacke tragen, anstatt sie unter die Armbündchen
zu stecken. Nur so wird verhindert, dass die Handschuhe mit Wasser volllaufen. Im MOTORRAD-Nässetest wurden alle Jacken zehn Minuten lang mit einem
satten Wasserstrahl abgespritzt, anschließend sämtliche Taschen auf Undichtigkeiten überprüft und natürlich das Jackeninnere untersucht. Oft konnte die
Testperson bereits nach wenigen Sekunden von eindringendem Wasser an den Ärmeln berichten – besonders gefährdet: alle Modelle mit zu kurzer Membran
in diesem Bereich. Erfreulich hingegen, dass keine der Jacken während des
Tests im Rumpf-, Brust-, Schulter- oder Oberarmbereich Nässe eindringen ließ.

Textiljacken um 250 Euro: Test (Archivversion) - Belüftung

Eines der Kriterien, die bei ausgiebigen Praxisfahrten unter die Lupe genommen wurden, war die Belüftung. Sie spielt eine entscheidende Rolle bei der aktiven Sicherheit. Wer im Sommer vor Hitze fast kollabiert, kann sich bestimmt nicht ausreichend aufs Motorradfahren konzentrieren. Zwar ließe sich für Frischluftzufuhr der Front-Reißverschluss öffnen, doch dadurch verringert sich die Schutzfunktion. Bei einem möglichen Sturz säße die Jacke nicht mehr da, wo sie Verletzungen verhindern soll. Belüftungsreißverschlüsse an den
Ärmeln sowie im Front- und Rückenbereich der Jacken gehören deshalb fast schon zur Grundausstattung der aktuellen Modelle. Ihre Funktion lässt allerdings in den meisten Fällen noch zu wünschen übrig. Lediglich bei den Jacken von Haveba und Polo stellte sich während der Testfahrten die gewünschte
Abkühlung ein. Ebenfalls ein leidiges Thema ist die Bedienung der Belüftungsreißverschlüsse. Um diese im Rückenbereich zu öffnen, müssen die Jacken ausgezogen werden. Auch die vorn liegenden Reißverschlüsse sind während der Fahrt nur dann mit Handschuhen zu bedienen, wenn sie Bändelchen be-
sitzen. Die in die Endnote einfließende Bewertung für das Kriterium Belüftung berücksichtigt deshalb Wirkung (dreifach) und Bedienfreundlichkeit (einfach).

Textiljacken um 250 Euro: Test (Archivversion) - Fazit

Den ersten Platz teilen
sich die Ixs Pathfinder und die Polo Talon. Erstaunlich:
Bis auf Nasstest und Ver-
arbeitung weisen sie in allen Prüfkriterien unterschied-
liche Punktzahlen auf. Das verdeutlicht, dass die optimale Jacke noch nicht auf dem Markt ist. Diese müsste nämlich in allen Kriterien die Nase vorn haben. Es bleibt also ausreichend Potenzial für Verbesserungen. Dennoch zeigt der vorliegende Test, dass für rund 250 Euro absolut empfehlenswerte Jacken mit zum Teil pfiffigen Detaillösungen zu haben sind. Sehr erfreulich: das gute Ergebnis im Nasstest. Würden einige Membranen nicht schon im Bereich der Unterarme, sondern erst vorn an den Armbündchen enden, wäre das Ergebnis noch besser.

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