Test: Jacken mit Nano-Beschichtung (Archivversion) Nanu Nano

Eine besondere Ober-flächenbehandlung von Textilien soll Wasser abperlen lassen und verhindern, dass sich Schmutz festsetzt. MOTORRAD hat die vier derzeit auf dem Markt erhältlichen Funktionsjacken mit dieser sogenannten Nanotechnologie einem Praxistest unterzogen.

Der Fachbegriff »Nanotechnik« bezieht sich auf eine spezielle Oberflächenbeschaffenheit, die sich der Mensch von der Natur abgeschaut hat. Paradebeispiel: das Lotusblatt. Wasser oder Schmutz ha­-ben keine Chance, sich auf seiner fein struk­­turierten Oberfläche festzusetzen. Spätestens nach einem Regenguss ist das Blatt wieder blitzsauber. Die Industrie hat sich diesen Selbstreinigungseffekt abgeschaut und Techniken entwickelt, um Millionen kleinster (Nano-)Partikel auf verschiedenen Oberflächen aufzubringen – unter an­derem auf Textilien. Motorradfahrer freuen sich besonders über diesen Fortschritt, sind sie doch ungeschützt Wind und Wetter und somit auch Schmutz ausgesetzt.
Da die neue Technologie zumindest im Motorrad-Bekleidungsbereich noch in den Kinderschuhen steckt, ist das Angebot an entsprechenden Jacken überschaubar. Lediglich vier Hersteller konnten zum Testzeitpunkt außen komplett beschichtete Modelle anbieten. Neben diesen Jacken von Haveba, Ixs, Modeka und Reusch gibt es noch welche, die nur an wenigen Stellen mit der Nanotechnologie ausgerüstet sind. Insgesamt dürfte sich das Angebot in den kommenden Jahren stark erweitern, da viele weitere Marken Nano-Produkte für Motorradfahrer planen.
Rein äußerlich sieht man den Jacken ihre besonderen Fähigkeiten nicht an. Sie unterscheiden sich von herkömmlichen Modellen lediglich durch dezent angebrachte Schriftzüge wie »nanosphere« oder »NANOtex«. Ihre Griffigkeit und Oberflächenhabtik ist mit der vergleichbarer, unbehandelter Funktionsjacken völlig identisch. Freilich kümmert sich trotz Nanotechnik an der Oberfläche eine darunterliegende wasserdichte Membrane um zuverlässige Wasserdichtigkeit.
MOTORRAD ging im Test nicht nur der Frage nach, wie gut die Kandidaten sich gegen Schmutzattacken wehren, sondern testete alle vier Modelle ausgiebig in Labor und Praxis (siehe Kasten rechts). Was nutzt schließlich die beste Schmutzabweisung, wenn dabei Sicherheit und Alltagstauglichkeit auf der Strecke bleiben.
So viel vorneweg: Alle Jacken taugen zum Motorradfahren. Sie besitzen außer den Funktionsmembranen Weitenverstellungen, zahlreiche Taschen und herausnehmbare Thermofutter sowie – bis auf die Haveba Maori – verschließbare Belüftungsöffnungen. Beste Voraussetzungen, um von Frühjahr bis Herbst als Fahrerausstattung eingesetzt zu werden.
Und die Testergebnisse zeigen: Allen voran handelt es sich bei der Ixs Sterling und der Reusch Pure-Nanosphere um besonders empfehlenswerte Funktions-jacken. Die vergleichsweise preisgünstige Melville von Modeka kann ebenfalls überzeugen, während es bei der Maori von Haveba in erster Linie an tauglichen Protektoren mangelt. Und die äußerst wirkungsvolle Nano-Beschichtung sorgte bei allen Jacken während des Tests für Staunen in der Redaktion.

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